Als die D-Mark die DDR überrollte

Das neue Parteiwesen in der DDR, die D-Mark kommt, die staatliche Wiedervereinigung

Re: Als die D-Mark die DDR überrollte

Beitragvon bürger der ddr » 2. Juli 2015, 16:50

Kumpel hat geschrieben:Ich kann mich noch gut an die DDR erinnern in der sich die Leute leere Schapsflaschen , Weißblechdosen von Deo , Bier , Kaffee usw.aus westlicher Produktion in die Wohnungen stellten um einen Hauch der weiten Welt um sich zu haben.
Immer wieder am Ende der Leipziger Messe passierte ein Run auf die Deko der westlichen Aussteller, da wurde alles in die Plastiktüten gestopft was die Kapitalisten nicht wieder mitnehmen wollten.


Nur so ein "Schlüsselerlebnis", meine Freundin ist auf der "Ökoschiene" (ich auch) und damals sollte ich eine ganz stinknormale Seife kaufen. dabei sollte ich auf die Inhaltsstoffe achten, und so ging ich die Regale entlang und laß die Inhaltsstoffe auf den Verpackungen durch. man stelle sich vor, die waren fast identisch, aber jedes Produkt warb mit seiner "einmaligkeit".
Soviel zur Vielfalt der Marktwirtschaft...... [laugh]

Es gab schon immer Menschen die der Werbung und der versprochenen "Vielfalt" auf den Leim gegangen sind......, manch einer ist halt nicht nur kostenlos sondern auch umsonst zur Schule gegangen.
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Re: Als die D-Mark die DDR überrollte

Beitragvon Spartacus » 2. Juli 2015, 17:16

augenzeuge hat geschrieben:Osten verdaut die D-Mark noch heute

Bild
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Osten-ver ... 63621.html
AZ


Vielleicht erleben wir ja die Wiederauferstehung der DM alsbald. [flash]

Sie war ja nie weg, ist immer noch als Währung erhalten und voll gültig.

Da wird man sich schon was dabei gedacht haben.

LG

Sparta
Nichts gelernt und dumm wie Brot, doch man leidet keine Not,
denn es gibt ja noch zum Glück, als Beruf die Politik.
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Re: Als die D-Mark die DDR überrollte

Beitragvon Volker Zottmann » 2. Juli 2015, 19:14

bürger der ddr hat geschrieben:
Es gab schon immer Menschen die der Werbung und der versprochenen "Vielfalt" auf den Leim gegangen sind......, manch einer ist halt nicht nur kostenlos sondern auch umsonst zur Schule gegangen.



Bürger, dieser Satz gefällt mir außerordentlich. [grins]

Manches wird wohl werbemäßig übertrieben, doch wollen wir beispielsweise alle das gleiche Automodell fahren? Wo es doch klar ist, dass alle Räder haben.
Warum baut man nicht nur den Trabant, der rollte doch auch....

Gruß Volker
http://baupionier.zottmann.org/
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
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Re: Als die D-Mark die DDR überrollte

Beitragvon steffen52-1 » 2. Juli 2015, 19:34

Mal einen kleinen Beitrag zu den Angebot von Gemüse in der DDR! Hatte wieder mal Besuch aus der BRD und wir sind in einen Obst und Gemüseladen (Vitamine hieß er) gegangen! Meine Bekannten meinten, man könnte doch etwas von der Schwarzwurzel mit nehmen, schmeckt doch lecker, die Verkäuferin sagte tut mir leid, haben wir nicht, was sie meinen das sind Möhren! [laugh] Aber wie schon von einen User beschrieben, Natur belassen! Wusste nicht das die ehemalige DDR so Bio war!!! [grins]
Grüsse steffen52-1
Ps. Beinah vergessen, alles erlogen und nur böse Unterstellung der ach so schönen untergegangenen DDR!!!!!!!!!!!! [wut]
Grüsse steffen52-1
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Re: Als die D-Mark die DDR überrollte

Beitragvon Jago » 2. Juli 2015, 20:39

Genosse Thoth , ich kenne Bio Wochenmärkte in Deutschland wahrscheinlich schon länger als du . Aber solchen Mist ( Fingerstarke Möhren so verhutzelt und weich daß man sie zusammen biegen kann etc.) habe ich da noch nie gesehen . Das war aber gang und gebe in der DDR aber in Berlin wohl anders . In der Zone gab es halt nur Bio . War die Biozeit ( Jahreszeit ) zu Ende war Ebbe und es gab hervorgeholtest was vorher unterschlagen in Silos lauerte . Das stank mit unter wiederlich nach Keller , aber du lobtest ja den Gestank schon

gruß Jago
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Re: Als die D-Mark die DDR überrollte

Beitragvon Wosch » 2. Juli 2015, 20:47

Es ist doch schon sehr aufschlußreich wenn man hier lesen kann das so manches was in der DDR "täglicher Alltag" gewesen war, von einigen hier Anwesenden abgestritten bzw. mangels an widersprüchlichen Argumenten, versucht wird ins Lächerliche zu ziehen.
Mein Gott, für wie dumm wollen diese Herren die hier Lesenden denn noch verkaufen, die in der DDR Aufgewachsenen wissen doch noch zu genau wie schwer es dort war an Dinge des täglichen Bedarf´s in Form von Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst und Fisch in guter Qualität zu kommen, wenn man keinen eigenen Garten bzw. kein "Vitamin B" zur Verfügung hatte. Der Begriff "Unter dem Ladentisch" war doch in der DDR eine feste Größe und nach vielen Sachen (wenn es sie mal gab) mußte man teilweise im Vorfeld schon stundenlang "Schlange" stehen.
Zu "Fressen" gab´s genug- verhungern mußte Keiner, aber der Appetit konnte Einem doch manchmal schon beim Einkauf vergehen. Das soll keineswegs als Kritik an die DDR-Bürger aufgefaßt werden, denn daß sie sich an diese Mangelwirtschaft gewöhnt hatten kann man ihnen nicht zum Vorwurf machen. Meine Schwester (Bühnenbildnerin von Beruf) sagte zu dieser Mißwirtschaft immer: "Was willste machen?" und zuckte dabei resignierend mit den Schultern. Alles mögliche wurde (wenn´s mal was gab) gehortet, ´nen Sack Zement lag bei meinem Schwager über 5 Jahre im Keller, für ´ne Anlasser-Auswechselung mußte er über ein halbes Jahr warten und als er den Termin in "Plau" hatte sagte man ihm daß der Anlasser defekt sei ( das hatte er Denen am Telefon aber auch schon gesagt) und dann bekam er erst den Einbau-Termin für einen Monat später. Dafür mußte er dann von der Kreisstadt "Parchim" in die ca 40 km entfernte Bezirksstadt "Schwerin" fahren und benötigte für beide Tage jeweils einen Tag Urlaub. Ach so, ich vergaß zu schreiben daß es sich um einen alten "Lada" und um das Jahr 1985 gehandelt haben mußte.
Auf ´nen neuen fahrbahren Untersatz mit 4 Rädern, wie lange mußte man als DDR-Normalverbraucer denn in der Regel warten und für wie viel wurden zuteilungsreife Anmeldungen "schwarz" gehandelt, oder ist das auch nur "Geschwafel" von Einem der keine Ahnung hat?
Übrigens, als mein Schwager den Sack aus dem Keller für etwas Anderes tauschen wollte, war er dank der langen Lagerung n icht mehr zu gebrauchen.
Ich könnte hier noch stundenlang weiter aufzählen was es Alles in der DDR nicht gab bzw. nicht für den gemeinen schaffenden Menschen.
Daß der Staat seinen "Höflingen" in einigen Bereichen etwas wohlwollender zur Seite stand will ich nicht abstreiten, daß das von Denen natürlich abgestritten wird-dafür gibt es in unserem Forum genug Beispiele.


Ich erwarte hier keine Zustimmung, wollte es bloß mal los werden.

Wosch, aus Kassel- "gelernter" DDR-Bürger und Freund der Wahrheit
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Re: Als die D-Mark die DDR überrollte

Beitragvon steffen52-1 » 2. Juli 2015, 21:04

Wosch hat geschrieben:Es ist doch schon sehr aufschlußreich wenn man hier lesen kann das so manches was in der DDR "täglicher Alltag" gewesen war, von einigen hier Anwesenden abgestritten bzw. mangels an widersprüchlichen Argumenten, versucht wird ins Lächerliche zu ziehen.
Mein Gott, für wie dumm wollen diese Herren die hier Lesenden denn noch verkaufen, die in der DDR Aufgewachsenen wissen doch noch zu genau wie schwer es dort war an Dinge des täglichen Bedarf´s in Form von Obst, Gemüse, Fleisch, Wurst und Fisch in guter Qualität zu kommen, wenn man keinen eigenen Garten bzw. kein "Vitamin B" zur Verfügung hatte. Der Begriff "Unter dem Ladentisch" war doch in der DDR eine feste Größe und nach vielen Sachen (wenn es sie mal gab) mußte man teilweise im Vorfeld schon stundenlang "Schlange" stehen.
Zu "Fressen" gab´s genug- verhungern mußte Keiner, aber der Appetit konnte Einem doch manchmal schon beim Einkauf vergehen. Das soll keineswegs als Kritik an die DDR-Bürger aufgefaßt werden, denn daß sie sich an diese Mangelwirtschaft gewöhnt hatten kann man ihnen nicht zum Vorwurf machen. Meine Schwester (Bühnenbildnerin von Beruf) sagte zu dieser Mißwirtschaft immer: "Was willste machen?" und zuckte dabei resignierend mit den Schultern. Alles mögliche wurde (wenn´s mal was gab) gehortet, ´nen Sack Zement lag bei meinem Schwager über 5 Jahre im Keller, für ´ne Anlasser-Auswechselung mußte er über ein halbes Jahr warten und als er den Termin in "Plau" hatte sagte man ihm daß der Anlasser defekt sei ( das hatte er Denen am Telefon aber auch schon gesagt) und dann bekam er erst den Einbau-Termin für einen Monat später. Dafür mußte er dann von der Kreisstadt "Parchim" in die ca 40 km entfernte Bezirksstadt "Schwerin" fahren und benötigte für beide Tage jeweils einen Tag Urlaub. Ach so, ich vergaß zu schreiben daß es sich um einen alten "Lada" und um das Jahr 1985 gehandelt haben mußte.
Auf ´nen neuen fahrbahren Untersatz mit 4 Rädern, wie lange mußte man als DDR-Normalverbraucer denn in der Regel warten und für wie viel wurden zuteilungsreife Anmeldungen "schwarz" gehandelt, oder ist das auch nur "Geschwafel" von Einem der keine Ahnung hat?
Übrigens, als mein Schwager den Sack aus dem Keller für etwas Anderes tauschen wollte, war er dank der langen Lagerung n icht mehr zu gebrauchen.
Ich könnte hier noch stundenlang weiter aufzählen was es Alles in der DDR nicht gab bzw. nicht für den gemeinen schaffenden Menschen.
Daß der Staat seinen "Höflingen" in einigen Bereichen etwas wohlwollender zur Seite stand will ich nicht abstreiten, daß das von Denen natürlich abgestritten wird-dafür gibt es in unserem Forum genug Beispiele.


Ich erwarte hier keine Zustimmung, wollte es bloß mal los werden.

Wosch, aus Kassel- "gelernter" DDR-Bürger und Freund der Wahrheit
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Wosch außer man hatte D-Mark und da gingen Dinge, ich könnte Dir vieles darüber schreiben! Wer in der glücklichen Lage war, wie ich, die Währung des Klassenfeindes zu haben( in einer kleinen Menge natürlich), es öffnete sich Türen und alles was es für einen Ostmark Bürger nicht gab, ist plötzlich da gewesen! Das zeigt doch wie dieser Staat(DDR) gesteuert war! Wer einen gewissen Betrag(D-Mark) geerbt hatte, der bekam ein Genex-Konto und konnte alles erwerben was es gab, aber für den Normalo der DDR, nur das was er ergattern konnte, mit handeln, anstellen oder guten Beziehungen! Traurig, aber leider ist es so gewesen! Schade das es Einige vergessen haben oder es nicht mehr wissen wollen! Weil das nicht zu ihren guten Bild des ehemaligen Arbeiter- und Bauernstaat passt! [mundzu]
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Re: Als die D-Mark die DDR überrollte

Beitragvon Rei » 2. Juli 2015, 21:43

Ein Genex-Konto gab es nicht nur bei Erbschaften.
Als ich an der Trasse war hatte ich auch ein Genex-Konto.
Eine Fahrerlaubnis für PKW kam damals 750,00 Genexmark.Die Fahrschule bekam das Geld erst,wenn die Fahrerlaubnis bestanden war.
Ich habe damals die Wohnung mit Möbel ausgestattet.Wer 3 Jahre durchgehalten hatte,konnte einen Pkw erwerben.Viele haben dann einen gekauft und für gutes Geld verkauft.
Gruß Rei [flash]
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Re: Als die D-Mark die DDR überrollte

Beitragvon Volker Zottmann » 2. Juli 2015, 21:47

Rei hat geschrieben:Ein Genex-Konto gab es nicht nur bei Erbschaften.
Als ich an der Trasse war hatte ich auch ein Genex-Konto.
Eine Fahrerlaubnis für PKW kam damals 750,00 Genexmark.Die Fahrschule bekam das Geld erst,wenn die Fahrerlaubnis bestanden war.
Ich habe damals die Wohnung mit Möbel ausgestattet.Wer 3 Jahre durchgehalten hatte,konnte einen Pkw erwerben.Viele haben dann einen gekauft und für gutes Geld verkauft.
Gruß Rei [flash]


So teuer war der Führerschein?
Ich machte den privat, also ohne GST in 1971 für PKW und Motorrad. Der kostete genau 111.- OST Mark. Gemerkt habe ich mir das wegen der Schnapszahl.

Gruß Volker
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Re: Als die D-Mark die DDR überrollte

Beitragvon Interessierter » 5. Juli 2015, 08:50

Passt auch dazu:

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Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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Re: Als die D-Mark die DDR überrollte

Beitragvon augenzeuge » 7. Juli 2015, 07:27

Ist schon irre, wie mancherorts der Umtausch vor sich ging, oder?

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