Grünes Band wird Nationales Naturmonument

Die innerdeutsche Grenze. Alles was in das Thema Grenze, Grenztruppen, BGS, Zoll, Fluchten, Teilung, Leben im Sperrgebiet, usw.

Grünes Band wird Nationales Naturmonument

Beitragvon pentium » 25. September 2020, 18:28

Wo früher der Todesstreifen war, ist heute ein wahres Paradies für Pflanzen und Tiere. Das Grüne Band an der ehemaligen innerdeutschen Grenze wird nun Nationales Naturmonument. Das hat das Bundesumweltministerium bekanntgegeben. Erste Schritte sollen noch in diesem Jahr eingeleitet werden. Als Naturmonument wird das Grüne Band dauerhaft geschützt. Das kommt u.a. 1200 Tier- und Pflanzenarten zugute, die dort vorkommen.

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Re: Grünes Band wird Nationales Naturmonument

Beitragvon Edelknabe » 25. September 2020, 18:45

Dem Rainer fiele dazu noch ein. Warum gibt es eigentlich heute nicht die "Alte Herren Exgrenzer-Greta Stiftung?" Ja genau, die ganzen jungen Kerle damals trugen zum heutigen Naturschutz doch eigentlich erst bei. Unbewusst zwar so damals, aber heute dafür recht positiv entlohnt, und zwar mit dem Resultat siehe die Überschrift vom Fred.

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Re: Grünes Band wird Nationales Naturmonument

Beitragvon OaZ » 25. September 2020, 21:06

Edelknabe hat geschrieben:Dem Rainer fiele dazu noch ein. Warum gibt es eigentlich heute nicht die "Alte Herren Exgrenzer-Greta Stiftung?" Ja genau, die ganzen jungen Kerle damals trugen zum heutigen Naturschutz doch eigentlich erst bei. Unbewusst zwar so damals, aber heute dafür recht positiv entlohnt, und zwar mit dem Resultat siehe die Überschrift vom Fred.

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Re: Grünes Band wird Nationales Naturmonument

Beitragvon pentium » 26. September 2020, 10:31

Edelknabe hat geschrieben:Dem Rainer fiele dazu noch ein. Warum gibt es eigentlich heute nicht die "Alte Herren Exgrenzer-Greta Stiftung?" Ja genau, die ganzen jungen Kerle damals trugen zum heutigen Naturschutz doch eigentlich erst bei. Unbewusst zwar so damals, aber heute dafür recht positiv entlohnt, und zwar mit dem Resultat siehe die Überschrift vom Fred.

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Mir hat mal jemand erzählt man hätte mit Unkraut-Ex den Pflanzenwuchs auf dem Grenzstreifen verhindert...in dem Zusammenhang solltest du mal auf den Thread: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl....zurückgreifen, also wegen dem Naturschutz.
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Re: Grünes Band wird Nationales Naturmonument

Beitragvon Werner Thal » 26. September 2020, 11:07

Edelknabe hat geschrieben:Dem Rainer fiele dazu noch ein. Warum gibt es eigentlich heute nicht die "Alte Herren Exgrenzer-Greta Stiftung?" Ja genau, die ganzen jungen Kerle damals trugen zum heutigen Naturschutz doch eigentlich erst bei. Unbewusst zwar so damals, aber heute dafür recht positiv entlohnt, und zwar mit dem Resultat siehe die Überschrift vom Fred.

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Re: Grünes Band wird Nationales Naturmonument

Beitragvon OaZ » 26. September 2020, 12:08

pentium hat geschrieben: Mir hat mal jemand erzählt man hätte mit Unkraut-Ex den Pflanzenwuchs auf dem Grenzstreifen verhindert...in dem Zusammenhang solltest du mal auf den Thread: Gift hielt den Boden des Grenzstreifens in der DDR kahl....zurückgreifen, also wegen dem Naturschutz.


Das war tatsächlich so. Da kamen richtig starke Gifte zum Einsatz. Etwa 1x in 1-2 Monaten, im Frühjahr & Sommer besonders. Man kann es auch daran erkennen, dass noch viele Monate nach Ende der Teilung auf diesen Streifen (mindestens 6 Meter, oft auch breiter) kaum etwas wuchs.
Und die beiden Soldaten, die auf dem Traktor saßen und das Gift verteilen mussten, trugen manchmal auch Masken zum Selbstschutz.
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Re: Grünes Band wird Nationales Naturmonument

Beitragvon augenzeuge » 26. September 2020, 12:44

trugen manchmal auch Masken zum Selbstschutz.


Das hört sich aber nicht unbedingt nach Arbeitsschutz an. Man muss doch gewusst haben, welche Stoffe da versprüht werden. Und dann muss es ne Unterweisung gegeben haben, welche Art von Maske zu tragen ist. Theoretisch auch in der DDR. [flash]

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Re: Grünes Band wird Nationales Naturmonument

Beitragvon karnak » 26. September 2020, 13:00

OaZ hat geschrieben:
Das war tatsächlich so. Da kamen richtig starke Gifte zum Einsatz. Etwa 1x in 1-2 Monaten, im Frühjahr & Sommer besonders. Man kann es auch daran erkennen, dass noch viele Monate nach Ende der Teilung auf diesen Streifen (mindestens 6 Meter, oft auch breiter) kaum etwas wuchs.
Und die beiden Soldaten, die auf dem Traktor saßen und das Gift verteilen mussten, trugen manchmal auch Masken zum Selbstschutz.

[grin] Na ja, mit den "starken Giften" das ist so eine These. Um ein Stück Land völlig frei von irgendwas Grünen zu halten braucht man nur ein Totalherbizit. Unkraut Ex , also Kaliumchlorat, ein Salz, billig und in Wasser gelöst macht alles klein und niemand braucht dafür eine Maske. Die größte Gefahr geht von dem Zeug aus weil man damit Bomben bauen kann [flash] , was die Giftigkeit angeht, da gibt es heute bei den systemischen Giften ganz andere Nummern.
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Re: Grünes Band wird Nationales Naturmonument

Beitragvon OaZ » 26. September 2020, 13:04

Mag sein ... aber ich habe sie ja mit "Schnuffi" an der Füst vorbeifahren sehen.
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Re: Grünes Band wird Nationales Naturmonument

Beitragvon augenzeuge » 26. September 2020, 13:06

Naja, Karnak.....

Bestätigt ist der Einsatz von Pflanzengiften und auch von Diesel. Die Studentin Andrea Lückert hat bereits 1999 an der Universität Göttingen, Institut für Forstbotanik, eine Diplomarbeit vorgelegt, die auch dieses empfindliche Thema berührt....:

"Zur Freihaltung des Grenzstreifens wurden Total-Herbizide eingesetzt. Etwa 15 Jahre lang wurde das Präparat Azaplant Combi eingesetzt, mit den Wirkstoffen Amitrol und Simazin (8 - 10 Kilogramm je Hektar und Jahr). Später wurde aus Kostengründen auch Dieseltreibstoff gespritzt. Die Spritzung erfolgte einmal jährlich, und zwar in der Zeit von Mitte Mai bis Anfang Juli. Letztmalig wurde der Herbizideinsatz 1989 durchgeführt."


Als chemische Mittel zu teuer wurden, spritzten die Grenztruppen mit Diesel auch das letzte Unkraut weg.

https://www.thueringer-allgemeine.de/le ... 45945.html

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Re: Grünes Band wird Nationales Naturmonument

Beitragvon OaZ » 26. September 2020, 13:13

1x jährlich kann ich nicht bestätigen. Das war viel öfters.
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Re: Grünes Band wird Nationales Naturmonument

Beitragvon HPA » 26. September 2020, 13:21

augenzeuge hat geschrieben:Naja, Karnak.....

Bestätigt ist der Einsatz von Pflanzengiften und auch von Diesel. Die Studentin Andrea Lückert hat bereits 1999 an der Universität Göttingen, Institut für Forstbotanik, eine Diplomarbeit vorgelegt, die auch dieses empfindliche Thema berührt....:

"Zur Freihaltung des Grenzstreifens wurden Total-Herbizide eingesetzt. Etwa 15 Jahre lang wurde das Präparat Azaplant Combi eingesetzt, mit den Wirkstoffen Amitrol und Simazin (8 - 10 Kilogramm je Hektar und Jahr). Später wurde aus Kostengründen auch Dieseltreibstoff gespritzt. Die Spritzung erfolgte einmal jährlich, und zwar in der Zeit von Mitte Mai bis Anfang Juli. Letztmalig wurde der Herbizideinsatz 1989 durchgeführt."


Als chemische Mittel zu teuer wurden, spritzten die Grenztruppen mit Diesel auch das letzte Unkraut weg.

https://www.thueringer-allgemeine.de/le ... 45945.html

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Re: Grünes Band wird Nationales Naturmonument

Beitragvon Ari@D187 » 26. September 2020, 14:03

Mir sind da insbesondere die Abschnitte in welchen Weinhold und Rauschenbach „rübermachten“ in Erinnerung. Dort wuchs selbst vor einigen Jahren noch nicht wirklich etwas. Das Betraf jedoch eher weniger den ehem. „K6“, sondern mehr den Bereich „feindwärts“ des KFZ-Sperrgrabens bzw. ggf. im Bereich ehem. Minensperren.

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Re: Grünes Band wird Nationales Naturmonument

Beitragvon karnak » 26. September 2020, 14:15

Hatten wir zwar schon, aber ich hätte schon gerne von denen die sowas erzählen mal gewusst was die Pflanze umbringen soll wenn sie mit Diesel in Kontakt kommt.
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Re: Grünes Band wird Nationales Naturmonument

Beitragvon OaZ » 26. September 2020, 14:20

Innerhalb der ehem. MS-66 (allgemein als "Tret"minen bekannt) wurde zu keiner Zeit Gift eingesetzt (während meiner Dienstzeit definitiv nicht). Wie hätte das auch möglich gewesen sein sollen?
Im Gegenteil. Dort wuchsen z.T. Bäume und Sträucher sowieso. Man konnte diese Sperren teilweise nicht einsehen, weil sie so verwuchert waren. Ich hatte mehrmals die Aufgabe, Minendetonationen in der MS-66 aufzuklären. Vom Kolonnenweg aus. Es gelang eher selten. Oft waren es Vermutungen, die sich aus dem Umfeld dort ableiteten. Ich schreibe demnächst mal was dazu in meinem Thread.
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