Westberliner Grenzübergänge

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Westberliner Grenzübergänge

Beitragvon Icke46 » 21. Januar 2026, 19:05

Ich habe eben ein schönes Miniposter entdeckt, das alle innerstädtischen Grenzübergänge zeigt. Es sind ja in der Realität kaum noch Reste davon vorhanden:

IMG_1101.jpeg


Manches birgt ja aus heutiger Sicht eine gewisse Komik, speziell das Bild 3 - scheinbar wurde damals in weiser Voraussicht das reiche Haus schon gut bewacht [grins] .

Ein anderes ist das Bild von der Bornholmer Straße. Es hat zwar keine Komik, aber es ruft (zumindest mir) in Erinnerung, dass der Grenzübergang zwar so hieß, die zum Grenzübergangsbild aber immer zugehörige Brücke „Böse-Brücke“…..
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Re: Westberliner Grenzübergänge

Beitragvon Thunderhorse » 24. Januar 2026, 12:11

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Re: Westberliner Grenzübergänge

Beitragvon augenzeuge » 24. Januar 2026, 14:34

Thunderhorse hat geschrieben:Vielleicht passend zum Thema:
https://www.bundesarchiv.de/das-bundesa ... e-der-ddr/


Das war sehr gut!! [super]

Hoffe, es liest auch Karnak.

Während der Grenzkontrolle konnten komplizierte Situationen auftreten, wie bei einem "versuchten gewaltsamen Grenzdurchbruch" oder bei der "Dekonspiration" von (inoffiziellen) MfS-Mitarbeitern. Zu solchen Situationen zählten auch die Verweigerung des Vorlegens von Reisedokumenten, Provokationen verschiedenster Art, Verkehrsunfälle, Beschädigung von Kontroll- und Sperreinrichtungen sowie Erkrankungen und Todesfälle von Passanten. Letztere zwei Sachverhalte waren zum Teil dadurch bedingt, dass die zu kontrollierenden Personen während der Grenzpassage einem erheblichen psychischen Druck ausgesetzt waren.

Obwohl ein korrektes, zweckdienliches Auftreten von den Kontrollkräften des MfS und der Zollverwaltung verlangt wurde, konnte es auch zu gegenteiligen Verhaltensweisen kommen. Die an der PKE und am GZA eingesetzten Kräfte wurden im Rahmen ihrer fachlichen und politischen Ausbildung auch in "Grenzpsychologie" geschult. Die Kontrollhandlungen waren so abgestimmt (meist auf der Grundlage von speziellen Vereinbarungen), dass die Kontrollkräfte sich sofort gegenseitig informierten, wenn „Unstimmigkeiten“ während der Grenzpassage auftraten.

Gelegentlich erfolgte bei der Grenzkontrolle auch die Festnahme von Passanten, wenn diese z. B. ein allzu provokantes Auftreten an den Tag legten, wenn Auffälligkeiten an Fahrzeugen und Reisegepäck ausgemacht wurden oder wenn Personen festgestellt wurden, die zur Fahndung ausgeschrieben waren.

Bei all diesen Sachverhalten wurden das Operative Leitzentrum (OLZ) und/oder die Operativdienststelle Berlin (OPD) oder auch der Leiter der HA VI informiert. Diese Einrichtungen der HA VI trafen Entscheidungen, wie die PKE weiter zu handeln hatte. Festgenommene Personen wurden in der Regel an die Deutsche Volkspolizei übergeben.


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Re: Westberliner Grenzübergänge

Beitragvon karnak » 24. Januar 2026, 18:12

Soll ich das jetzt positiv oder negativ bewerten? Das was ich immer gesagt habe, die Leute dort waren eindringlich dazu angehalten korrekt mit den Reisenden umzugehen. Schikaniererei als von oben angeordnete Doktrin gab es nicht,zumindest solange ich dort war. Das es zu Übergriffigkeiten Einzelner kam, dann aber in Eigenregie, ist eine ganz andere Frage. Das kommt auch heute noch vor, wenn ein bundesdeutscher Polizist einer Person mehrmals in den Rücken schießt weil er von ihm bedroht und angegriffen wurde. [flash]
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Re: Westberliner Grenzübergänge

Beitragvon augenzeuge » 24. Januar 2026, 19:10

karnak hat geschrieben:Soll ich das jetzt positiv oder negativ bewerten?


Sag einfach: ".... dass die zu kontrollierenden Personen während der Grenzpassage einem erheblichen psychischen Druck ausgesetzt waren." [grins]

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Re: Westberliner Grenzübergänge

Beitragvon karnak » 24. Januar 2026, 19:58

Die haben das so empfunden, unter anderem wegen jahrzehntelange Trommelei zu menschenfressenden Grenzbütteln, tausenden Geschichten von " Zeitzeugen" wo ich einfach nur Grinsen kann wenn ich den Quatsch höre und lese. Horrorgeschichten auf die man über viele Jahre immer noch einen draufgesetzt hat, die sich aber in ihrer Substanz beeindruckend ähneln [flash] . Ganz vorne in der Verbreitung sind da die Gedenkstätten dabei. Man ist einfach nicht bereit zu realisieren, dass diese Stellen Schnittstellen des kalten Krieges waren,mit entsprechenden Konsequenzen, es soll weiter um einen verspäteten Kampf der Systeme gehen. Einfach mal nach Israel oder in die USA einreisen, da kann man solche Empfindungen auch ganz schnell bekommen. [flash]
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Re: Westberliner Grenzübergänge

Beitragvon pentium » 24. Januar 2026, 20:22

karnak hat geschrieben:Die haben das so empfunden, unter anderem wegen jahrzehntelange Trommelei zu menschenfressenden Grenzbütteln, tausenden Geschichten von " Zeitzeugen" wo ich einfach nur Grinsen kann wenn ich den Quatsch höre und lese. Horrorgeschichten auf die man über viele Jahre immer noch einen draufgesetzt hat, die sich aber in ihrer Substanz beeindruckend ähneln [flash] . Ganz vorne in der Verbreitung sind da die Gedenkstätten dabei. Man ist einfach nicht bereit zu realisieren, dass diese Stellen Schnittstellen des kalten Krieges waren,mit entsprechenden Konsequenzen, es soll weiter um einen verspäteten Kampf der Systeme gehen. Einfach mal nach Israel oder in die USA einreisen, da kann man solche Empfindungen auch ganz schnell bekommen. [flash]


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Re: Westberliner Grenzübergänge

Beitragvon karnak » 24. Januar 2026, 20:36

Mit den Empfindungen ist das nun mal so eine Sache,sie sind relativ und werden allzugerne benutzt, um nicht zu sagen missbraucht um entsprechende Stimmungen zur Wahrheit erheben zu können. Das ist mit den Grenzübertritten so ähnlich wie mit Stadtbildern die beide schweren psychischen Druck auslösen sollen. Ich weiß das weil ich aus eigenem Erleben Grenzen in die DDR, nach USA, Israel und das Stadtbild in DER Großstadt der Bundesrepublik kenne. [grin]
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