Hungeraufstand von Usedom

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Hungeraufstand von Usedom

Beitragvon Interessierter » 11. Februar 2018, 14:03

Mitten in den 1950er-Jahren gab es eine Phase, in der einige NVA-Standorte schlichtweg von der Regierungszentrale in Ostberlin vernachlässigt wurden. Auf Usedom stationierte Soldaten berieten über die Versorgungsmängel und beschlossen, sie beim Verteidigungsministerium in der Hauptstadt der DDR ganz sachlich vorzutragen.

Als Dank für den Besuch in Berlin wurden die Soldaten als Verräter, als Aufständische eingestuft, degradiert, angeklagt, und soweit nicht direkt schärfer bestraft so doch in den Folgejahren von der Stasi "zersetzt": Maßnahmen waren z.B. Berufsverbote derart, dass a) der Berufsausbildungsabschluss aberkannt und b) keine Arbeitsstelle länger als ein halbes Jahr mehr ausgeübt werden durfte von Betroffenen.
Das war der Dank der DDR für aufmerksame engagierte Soldaten, die lediglich für eine Normalisierung der Lebensverhältnisse von sich und ihren Kameraden am Standort Usedom sorgen wollten und damit letztlich die Verteidigungsbereitschaft verbessern wollten. Aber selbstständiges konstruktives Mitdenken war in der Planwirtschaft der NVA offenbar unerwünscht.

Hat vielleicht ein User Kenntnisse über diesen Vorgang aus den 50ziger Jahren?
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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Re: Hungeraufstand von Usedom

Beitragvon AkkuGK1 » 11. Februar 2018, 14:46

das war nicht als Widerstand gegen die Planwirtschaft - das wurde als Angriff direkt auf den Staat gewertet. Da gab es nur Rot oder
Ich bin zu schön, als das man auf mich wütend sein könnte!*

*aus Mr. Sunshine
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