Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Welche Musik ist gut? Einen guten Film gesehen? Büchervorstellungen oder -diskussionen? Irgend ein anderes Thema welches interessiert? Der Bereich für allgemeine Themen welche nicht das Thema DDR/BRD betreffen. Interessante Artikel, aktuelle Ereignisse und Entwicklungen.

Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon karl143 » 15. November 2011, 08:55

Vor einigen Wochen schrieb ich hier http://neues-forum.info/forum/viewtopic.php?f=13&t=2684 meine Meinung zu den Nazis und den Umgang der Mitmenschen mit ihnen auf Usedom. Unter anderem ging es darum, das ganze Gegenden von rechten sehr stark geprägt sind. Das dies Phänomen überwiegend oder fast nur in Ostdeutschland auftritt, ist auch allgemein bekannt. Das sogar ganze Dörfer von Rechten terrorisiert und beherrscht werden, davon konnte man sich Sonntagabend bei Jauch überzeugen. Es ging um das Dorf Jamel http://www.stern.de/tv/sterntv/allein-unter-nazis-ein-ehepaar-kaempft-gegen-rechtsradikale-1654170.html.

Wohin das Wegsehen führt, wohin die Meinung, ach so schlimm ist das schon nicht, da kann man ruhig in den Urlaub mal hinfahren, zeigt, das es eben so nicht geht. Das Morden der 3 aus Thüringen, die Unfähigkeit des Verfassungsschutzes und der Behörden dort, kann man allein aus den Skandalen der letzten 20 Jahre in diesem Bundesland sehen.

In der Hannoverschen Allegemeinen Zeitung steht heute dieser Kommentar. Er ist u. a. bezeichnend für den Umgang mit den Rechten, und im speziellen mit den Rechten im Osten. Vor ein paar Wochen war übrigens der 20 Jahrestag von Hoyerswerda. Dieser "denkwürdige" Tag wird übrigens im Artikel auch erwähnt.

Auszug aus dem Kommentar von Monika Kormbaki:

Zum Beispiel Thüringen, Herkunftsland der Neonazis Uwe M, Uwe B. und Beate Z.
Vor wenigen Monaten hat die Universität Jena ermittelt, dass bis zu 23 Prozent der Thüringer Wähler rechtsextreme Einstellungen haben ¬in einem Bundesland, dessen Ausländeranteil nicht einmal zwei Prozent beträgt. Dennoch: Bei keiner Wahl im Freistaat ist rechtsextremen Parteien der Sprung in den Erfurter Landtag geglückt. Doch das ist kein Grund zum Aufatmen, sondern Ausdruck von Abneigung und Lethargie, mit der die Menschen dem parlamentarischen System und seinen Vertretern begegnen. Rechte Gesinnung hat derweil längst Einzug in ihren Alltag gehalten: Die rechte Szene Thüringens zählt zu den stabilsten der Bundesrepublik. Das Netz der sogenannten Freien Kameradschaften ist straff und durchorganisiert. Mit neofaschistischem Gedankengut dringen sie in das ideologische Vakuum vor, das der Untergang eines totalitären Systems vor 20 Jahren hinterlassen hat.
Diesen braun-biederen Alltag gibt es sicherlich auch in den alten Bundesländern. In der ostdeutschen Provinz aber ist er prägend für ganze Landstriche. Uwe M., Uwe B. und Beate Z. haben mit ihren Taten sämtliche Vorstellungen von rechtem Terror gesprengt und große Ratlosigkeit hinterlassen. Jedes neue Detail zu ihrem Vorgehen liefert ein weiteres Stück in diesem düsteren Puzzle. Ein Randstück aber findet sich noch nirgends.

Und ehe jetzt wieder die Antworten kommen, dies sei mal wieder typisch, dieses Vorurteil gegen Ostdeutschland. Nein es ist nicht typisch. Die Tatsachen und Daten sind nur traurig.
karl143
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Nostalgiker » 15. November 2011, 09:22

Wie formulierte es der Verbal Terrorist Wiglaf Droste in seinem Beitrag im Sammelband "It's a Zoni" so treffend? Man hätte nach dem Beitritt der Einfachheit halber alle Bürger der Neuen Länder erschießen sollen, zumindest aber die Thüringer und Sachsen.

Jetzt haben wir den Salat weil wir nicht auf Komiker hören.

Gruß
Nostalgiker

PS: Falls es jemand nicht richtig lesen kann, der Untertitel vom Buch lautet: Der Ossi als Belastung und Belästigung
Nostalgiker
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon nightfire64 » 15. November 2011, 12:37

Ich habe da letztens eine Diskussionsrunde auf Phoenix gesehen, da ging es genau um diesen Fall.
Dort kamen aber sehr gruselige Details zum Vorschein!
Riesige Pannen beim Verfassungsschutz, sie haben zwar zig IM's, heute heißt es ja V- Männer, da drinnen, aber sie haben diese Leute nicht im Griff.
Da die meisten aus diesen Reihen kommen, sind sie schwer steuerbar und schlecht zu kontrollieren.
Deren Führungsleute haben keinen richtigen Draht zu ihren V- Leuten und so kommt es dazu, dass Razzien u.s.w verraten werden und die Führungsleute von ihrem IM nur das erfahren, was eben genehm ist und nicht was wirklich geplant ist. Auf deutsch, sie werden nach Strich und Faden verklappst!!
Auch soll das Augenmerk des Verfassungsschutzes, mehr auf der linken Szene liegen, als auf der rechten Szene.
Gerade der Osten mit seinen „Pimpfen ohne Perspektive“, ist doch da wie geschaffen für die Rattenfänger und eben diese Mitläufer suchen ihren „Erlöser“!!

Kerstin

p.s. Kurzeitig musste ich aber mal überlegen, schau ich jetzt was aus dem Osten..., oder doch aus dem Westen. Wie sich manche Worte dort ähnelten (Führungs... u.s.w)
aber nein es waren keine Ossis!!
nightfire64
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Zicke » 15. November 2011, 17:20

da passt doch der Bericht vom 28.09.2011

http://www.taz.de/!79013/

kamen die auch aus dem Osten?
z

Doch wenn ich all jene, die mir nicht in den Kram passen, deren Ansichten vielleicht irgendwie rechts sind, weiterhin Nazis nenne, dann ist das nicht nur faktisch falsch. Ich schmälere damit letztendlich auch das Andenken an die Opfer des NS-Regimes.

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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Edelknabe » 15. November 2011, 17:59

Ich schrieb das schonmal über Osama und seine Jünger.Man könnte da eventuell Vergleiche ziehen. Nimm also willfährige junge Kerle mit rechter Gesinnung und impfe sie für deine Zwecke,impfe sie gut und dann schicke sie in die Spur um das sie ihre vorgegebene Aufgabe vollstrecken,dies kann ruhig über einen längeren Zeitraum vonstatten gehen, dann lass sie sterben mit Erfüllung ihrer Aufgabe.
Jetzt überlege ob Zeugen dich noch gefährden könnten, erinnere dich deines Ziel und dann schreite zur Tat...dem Verbot der NPD...weil...du es sonst auf legalem Weg in dieser Demokratie nie geschafft hättest.

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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Merkur » 15. November 2011, 20:29

nightfire64 hat geschrieben:Riesige Pannen beim Verfassungsschutz, sie haben zwar zig IM's, heute heißt es ja V- Männer, da drinnen,


Darauf lege ich wert !
Zu Zeiten der IMs hätte es eine solche Tat nicht gegeben.
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon augenzeuge » 15. November 2011, 20:39

Merkur hat geschrieben:
nightfire64 hat geschrieben:Riesige Pannen beim Verfassungsschutz, sie haben zwar zig IM's, heute heißt es ja V- Männer, da drinnen,


Darauf lege ich wert !
Zu Zeiten der IMs hätte es eine solche Tat nicht gegeben.


Lag das aber nicht auch daran, dass man sich nur schwer Waffen beschaffen konnte?
AZ
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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon S51 » 15. November 2011, 21:50

"Waffen" in dem Sinne schon. Wenn ihnen nicht gerade der BND mit der einen oder anderen 7,65 -er ausgeholfen hat. "Star" sollen da recht beliebt gewesen sein. Messer, Mollys und ähnliches jedoch wären kein Problem gewesen. Anders als anscheinend heutzutage haben die IMS oder IMK dabei nicht etwa Schmiere gestanden... oder gar...
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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Interessierter » 15. November 2011, 23:53

Merkur hat geschrieben:
nightfire64 hat geschrieben:Riesige Pannen beim Verfassungsschutz, sie haben zwar zig IM's, heute heißt es ja V- Männer, da drinnen,


Darauf lege ich wert !
Zu Zeiten der IMs hätte es eine solche Tat nicht gegeben.


Das will ich Dir gerne glauben. Aber dafür hat die DDR Terroristen eine neue Identität verschafft und ihnen Unterschlupf gewährt.
Aber das hast Du sicher vergessen zu erwähnen bzw. legts Du darauf keinen Wert.

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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon S51 » 16. November 2011, 01:12

Interessierter hat geschrieben:...hat die DDR Terroristen eine neue Identität verschafft und ihnen Unterschlupf gewährt.
...


Nun ja, wie die Bundesrepublik seinerzeit den iranischen Mudjaheddin oder den Leuten von der ETA auch. Das war (und ist?) wohl eher eine globale Erscheinung. Allerdings wurde den Aussteigern der RAF anders als bei vergleichbaren Handlungen andernorts die weitere Tätigkeit nahezu unmöglich gemacht.
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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Merkur » 16. November 2011, 06:57

Interessierter hat geschrieben:
Merkur hat geschrieben:
nightfire64 hat geschrieben:Riesige Pannen beim Verfassungsschutz, sie haben zwar zig IM's, heute heißt es ja V- Männer, da drinnen,


Darauf lege ich wert !
Zu Zeiten der IMs hätte es eine solche Tat nicht gegeben.


Das will ich Dir gerne glauben. Aber dafür hat die DDR Terroristen eine neue Identität verschafft und ihnen Unterschlupf gewährt.
Aber das hast Du sicher vergessen zu erwähnen bzw. legts Du darauf keinen Wert.

[hallo]


Ja, ihnen wurde Unterschlupf und eine neue Identität gewährt. Der wesentliche im Unterschied zum aktuellen Fall ist aber, dass sie ab dahin keine Straftaten mehr begingen. Sie waren Aussteiger, was man von den Braunen nicht behaupten kann. Ganz im Gegenteil, der VS war wohl fast hautnah dabei. Und das alles bei einem rechtsstaatlichen, demokratischen und parlamentarisch kontrollierten Dienst. Ich muss mich sehr wundern.
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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon SCORN » 16. November 2011, 07:10

augenzeuge hat geschrieben:
Lag das aber nicht auch daran, dass man sich nur schwer Waffen beschaffen konnte?
AZ


du behauptetest allen ernstes daß das regide Waffenverbot in der DDR einer der Gründe sei warum damals nicht ähnliches passierte? ich kann nicht fassen dass ein eigendlich intelligenter mensch wie du ein solch haarstreubende behauptung aufstellen kann. (dann würde ein "total waffenverbot" das problem ja lösen....wäre so einfach?!)
zumindest liegt sie in deiner weltsicht, alles böse, alles teuflische kommt per se aus dem osten. es ist genau diese ignorante einstellung welche diese unsägliche entwicklung erst möglich macht, das las dir gesagt sein @AZ. da brauchst du mich auch nicht zu warnen ich solle mir überlegen was ich sage,es ist so!

ist es nicht so das die braunen rattenfänger aus dem westen erst nach dem mauerfall gen ossiland zogen um dort das desorientierte volk um sich zu scharen. könnt das nicht auch ein grund sein?
latenten rechtsradikalismus mag es immer in der DDR gegeben haben, aber die behörden hatten sie im großen und ganzen im blick und auch im griff. erst mit dem herüberschwappen von rechten führungsstrukturen aus der bundesrepublik wurde diese szene quasi in profesionelle hände genommen, geformt und entwickelt.
ohne zweifel kam die deindustriealisierung und der werte verlust im osten der ganzen entwicklung entgegen.

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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Edelknabe » 16. November 2011, 07:53

Das wird schon so sinngemäß sein, wie ich gestern schrieb. Der Staat brauchte einen Vorwand, um die NPD aus dem Verkehr zu ziehen. So baute man auf, unterwanderte, unterstütze, zog sie(die Vollstrecker) auch schon Mal aus dem Verkehr ähnlich RAF(man beurlaubte sie sozusagen irgendwo am Ende der Welt) wenn andere Ermittlungseinrichtungen ihnen zu nahe auf den Fersen waren und dann sah man zu(Wohnwagen) das sie nicht mehr quatschen konnten.
Und jetzt hat man eigentlich sein Ziel erreicht, man kann die NPD ganz legal verbieten lassen, ganz parlamentarisch, ganz demokratisch.
Dies wäre vorher nie möglich gewesen....in diesem Rechtsstaat.

Rainer-Maria und einen guten Tag allen ins Forum. Also wir in Sachsen haben frei, einen Feiertag sozusagen, wir büßen und beten, na wenn das nichts ist als eingefleischte Heiden mit DDR-Erfahrung im Blut.
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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon augenzeuge » 16. November 2011, 08:34

SCORN hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
Lag das aber nicht auch daran, dass man sich nur schwer Waffen beschaffen konnte?
AZ


du behauptetest allen ernstes daß das regide Waffenverbot in der DDR einer der Gründe sei warum damals nicht ähnliches passierte? ich kann nicht fassen dass ein eigendlich intelligenter mensch wie du ein solch haarstreubende behauptung aufstellen kann. (dann würde ein "total waffenverbot" das problem ja lösen....wäre so einfach?!)
zumindest liegt sie in deiner weltsicht, alles böse, alles teuflische kommt per se aus dem osten. es ist genau diese ignorante einstellung welche diese unsägliche entwicklung erst möglich macht, das las dir gesagt sein @AZ. da brauchst du mich auch nicht zu warnen ich solle mir überlegen was ich sage,es ist so!

ist es nicht so das die braunen rattenfänger aus dem westen erst nach dem mauerfall gen ossiland zogen um dort das desorientierte volk um sich zu scharen. könnt das nicht auch ein grund sein?
latenten rechtsradikalismus mag es immer in der DDR gegeben haben, aber die behörden hatten sie im großen und ganzen im blick und auch im griff. erst mit dem herüberschwappen von rechten führungsstrukturen aus der bundesrepublik wurde diese szene quasi in profesionelle hände genommen, geformt und entwickelt.
ohne zweifel kam die deindustriealisierung und der werte verlust im osten der ganzen entwicklung entgegen.

SCORN


Hallo Scorn,

ich bin mal wieder gezwungen deine Aussagen mir gegenüber zu rezensieren. [grins]

Erstens: Bitte unterscheide zukünftig, ob ich eine Frage stelle, oder eine Behauptung aufstelle!!! Am besten alles zweimal lesen. Und das Wort auch beachten. Du siehst jetzt sicher das Fragezeichen.....ja, es war nur eine Frage und die muss erlaubt sein, oder? Letztlich ist es ein Fakt, dass es in der DDR weniger frei zugängliche Waffen gab und auch weniger diesbezügliche Straftaten. Ob es hier einen Zusammenhang gibt.....kann man doch diskutieren, denke ich. Und sollte das jemand vermuten, so würde ich ihn deshalb nicht als weniger intelligent einschätzen.

Zweitens: Wieso kommt alles böse aus dem Osten? Keineswegs, nochmal, ich sehe das nicht so, hab ich nirgends behauptet!! Ja, die Freiheit aus dem Westen hat nicht nur alles Positive in den Osten gebracht, auch dem "Bösen" musste man sich stellen.

Drittens: Es ist ein Fakt, dass große Teile des Volkes in Ostdeutschland Probleme mit Ausländern haben. Das liegt meiner Meinung nach nicht nur an hohen Arbeitslosenquoten und auch nicht nur an braunen Rattenfängern aus dem Westen, eher am Unverständnis demokratischer Strukturen, am Unverständnis der Zusammenhänge von nationalen Problemen und nicht zuletzt an der Unfähigkeit des Erkennens der wahren Gründe der globalen Wirtschaftsprobleme.

Viertens: Wollte ich mich für den "intelligenten Menschen" noch bedanken....aber da gibt es hier sicher noch andere, die das eher verdient haben.
AZ
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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Edelknabe » 16. November 2011, 08:50

Der Dritte Absatz von dir ist gut Jörg, der mit den Ausländern und den Ostdeutschen. Den werde ich heute ausgliedern und in einen anderen Fred zur Diskussion stellen.Leider mir fehlt etwas die Zeit aber das klappt noch....versprochen.
Denn ich bin ja auch so Einer...na du weißt schon Jörg, kein Nazi nein, ich bin Ostdeutscher.

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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Interessierter » 16. November 2011, 13:04

Ich füge einmal einen Link ein, den ich persönlich äusserst interessant finde. Es war die erste Analyse über den Rechtsradikalismus in der DDR und wurde von Konrad Weiss 1988 geschrieben und im März 1989 in der Untergrundzeitschrift " Kontext " veröffentlich.
So ist dort zum Beispiel dieses zu lesen:

Daß es auch Kontakte zu den Skinheads in der Bundesrepublik und in anderen westlichen Ländern gibt, ist bekannt; Verbindungen zum politischen Neofaschismus in Westdeutschland sind zu vermuten. Ich meine aber, daß die Intensität dieser Kontakte, wohl infolge der offiziellen SED-Argumentation, eher überschätzt wird. Die Drahtzieher und führenden Köpfe des neuen Faschismus in der DDR, das ist meine feste Überzeugung, sind jedenfalls nicht im Westen zu suchen, sondern haben hier "überwintert" oder sind hier großgeworden.

Die kompletten Ausführungen findet man hier:
http://www.bln.de/k.weiss/tx_gefahr.html
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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Interessierter » 16. November 2011, 13:24

Zitat S51:
Allerdings wurde den Aussteigern der RAF anders als bei vergleichbaren Handlungen andernorts die weitere Tätigkeit nahezu unmöglich gemacht.


Hallo S51,
wenn die Terroristen Aussteiger waren hatten sie sich aus eigener Erkenntnis geschworen, keine Straftaten mehr zu begehen und man muss es nicht lobenswert betonen als wäre es der DDR zu verdanken, daß sie keine Morde begangen haben.
Beim Anschlag auf die Disco " La Belle " hätte die DDR die Toten und Verletzten verhindern können, aber man behielt sein Wissen über den bevorstehenden Anschlag schön für sich.
Wie war das noch mit den " Steinen " und dem " Glashaus " ?

[rose]
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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon nightfire64 » 16. November 2011, 13:44

So wie ja gerne beliebt, wird bei leidigen Themen, immer gerne abgelenkt und auf die DDR verwiesen.
Aber wir haben 2011 und das Thema ist dieses hier:

Der als mutmaßlicher Komplize des Neonazi-Trios bei Hannover festgenommene Holger G. sei bereits 1999 in Niedersachsen auf Bitten aus Thüringen observiert worden, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans Wargel in Hannover. Der Verdacht sei damals gewesen, dass der heute 37-Jährige dem untergetauchten Terror-Trio ein Quartier im Ausland vermitteln wollte.
Diese Erkenntnisse seien in Niedersachsen nicht gespeichert und Holger G. später lediglich als Mitläufer eingestuft worden, so Wargel.

http://www.tagesschau.de/inland/terrorpannen100.html

Wenn man sich ihre Aufmärsche ansieht, dann kann man auch mit getrübtem Blick feststellen, dass es sich nicht bloß um Ostdeutschland handelt.
Man braucht nur mal einen Blick auf ihre Plakate zu werfen und ihre Kameradschaften lesen, wo sie herkommen.
Das Leipzig ein beliebtes Ziel dieser Konsorten ist, liegt am Völkerschlachtdenkmal und jeder halbwegs Wissende weiß warum!
Trotzdem hoffe ich, dass es wegen denen nicht auch noch irgendwann abgerissen wird, denn dies ist das wahre Zeichen und Denkmal für Leipzig, jedenfalls für mich!

Kerstin
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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Edelknabe » 16. November 2011, 16:01

Scorn brachte diesen wirklich sehr interessanten Ansatz:

latenten rechtsradikalismus mag es immer in der DDR gegeben haben, aber die behörden hatten sie im großen und ganzen im blick und auch im griff. erst mit dem herüberschwappen von rechten führungsstrukturen aus der bundesrepublik wurde diese szene quasi in profesionelle hände genommen, geformt und entwickelt.

Das ist genau der Punkt, "die rechten Führungsstrukturen", die immer schon, seit 1949 in der Bundesrepublik überlebt haben. Mit Duldung des Staates ihren braunen Sumpf unter die Masse mischten. Und kaum war die Grenze auf kamen sie in den Osten und in diesem Osten von Deutschland fanden sie neue willfährige Anhänger, neues Blut sozusagen.
Wie geschrieben, MfS und Co. hatten es vor 1989 im Griff. Was war denn der Einzelne kleine Schreihals in der DDR der im Suff vielleicht irgendwelche Naziparolen brüllte, mensch der war Nichts hoch Drei, der oder die paar Hanseln wurden einkassiert, so schnell konnte der oder sie noch nicht mal Pip sagen und weg waren sie zur Läuterung in der Braunkohle und das im schönsten Winter.

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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon SkinnyTrucky » 16. November 2011, 16:10

Hatten wa schon....aber aus aktuellem Anlass....







groetjes

Mara
Wenn es heute noch Menschen gibt, die die DDR verklären wollen, kann das nur damit zusammenhängen, dass träumen schöner ist als denken.... (Burkhart Veigel) Bild
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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon karl143 » 16. November 2011, 16:16

@ Kerstin,
mittlerweile hat der nieders. VfS ja auch seine Fehler schon eingeräumt. So richtig lassen sich doch die Schlapphüte alle nicht. Aber Fakt ist auch, der aus Lauenau kommt aus Zwickau, und ein weiterer den sie wohl gestern in Hannover gegriffen haben, kommt auch aus Sachsen. Wie schon geschrieben, es sind zum Teil ganze Landstriche braun. Du hättest dir gestern mal zu dem Thema "Fakt"ansehen sollen, übrigens vom MDR. Das sind nicht nur einzelne Täter, das ist wirklich ein ganzes Netzwerk. Ganz Thüringen ist damit überzogen. Dieses Bundesland wird intern sogar als rechte Hochburg in Deutschland betrachtet. Ich bin immer von Meck-Pomm oder Sachsen ausgegangen. Aber wie jetzt rauskommt, hat dort der VfS des Landes die Rechten mit 200 000 Euro sogar noch unterstützt. Und wie es in Fakt kam, gab es wohl dort schon viele Skandale in dieser Hinsicht. Das es im Westen Nazis gibt streite ich garnicht ab. Im Nachbarkreis Schaumburg (wo übrigens auch Lauenau liegt) ist es zum B. auch schlimm. Und dieser Schutzverein von denen hat oft genug in Nienburg versucht, Fuß zu fassen. Aber da waren die Bürger nicht so gleichgültig wie z. B. auf Usedom oder in Pirna. Dieses flächendeckende fehlt hier zum Glück. Das macht den Unterschied. Für mich zum Glück. [hallo]
karl143
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Zicke » 16. November 2011, 16:17

Edelknabe hat geschrieben:Was war denn der Einzelne kleine Schreihals in der DDR der im Suff vielleicht irgendwelche Naziparolen brüllte, mensch der war Nichts hoch Drei, der oder die paar Hanseln wurden einkassiert, so schnell konnte der oder sie noch nicht mal Pip sagen und weg waren sie zur Läuterung in der Braunkohle und das im schönsten Winter.

Na Rainer , lies mal den Link, den Interessierter eingestellt hat, der ist sehr aufschlussreich.
http://www.bln.de/k.weiss/tx_gefahr.html

leider ist es aber auch so, das dem ganzen Nazigesindel hier alle Möglichkeiten zum Auftritt eingeräumt werden.
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Doch wenn ich all jene, die mir nicht in den Kram passen, deren Ansichten vielleicht irgendwie rechts sind, weiterhin Nazis nenne, dann ist das nicht nur faktisch falsch. Ich schmälere damit letztendlich auch das Andenken an die Opfer des NS-Regimes.

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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon nightfire64 » 16. November 2011, 16:36

@karl, mich nervt es nur, dass dieser Thread, wieder in uralt Thesen a'la DDR enden wird und es nicht mehr um das aktuelle Thema 2011 geht und DAS betrifft nun mal uns ALLE, so traurig wie es ist.
Auch wenn da 100 Videos über die DDR kommen, dass hat nichts mit dem Jetzt zu tun, denn die Braunen werden immer Stärker und nicht schwächer, dass sind doch die Ursachen um welche es gehen sollte.
Die Frage..., "Warum" dies geschieht, wäre doch eine Diskussion wert, für alles andere gibt es ja schon diverse Threads, oder liege ich da falsch??

Kerstin
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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon karl143 » 16. November 2011, 16:39

Kerstin,
dann frage doch mal bei den Kommunal- oder Landespolitikern. Wenn das Problem eben nicht flächendeckend in ganz Deutschland besteht, muß man sich doch fragen, warum gerade dort ?Wie willst du den den Thread behandeln, wenn du gleichzeitig den Ort aus der Diskussion herausnimmst. Wir können uns ja auch über die schöne Landschaft dort unterhalten. Da stehe ich dann voll bei dir.
karl143
 

Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon nightfire64 » 16. November 2011, 16:53

Karl-Heinz, ich nehme doch nicht den Ort raus!
Ich nehme die DDR raus.
Auf den ihren Kampfplakaten, stehen nun nicht mal nur Orte aus Ostdeutschland, nicht gerade ohne finde ich Bayern, die stellen es nur geschickter an.
Ich habe so das Gefühl, bei uns schicken sie die Möchtegerns auf die Piste, aber die wahren Drahtzieher...!
Aber so ist ja schon immer in der Geschichte, die Schläger und Mörder sind immer die kleinen Unterbelichteten, aber der Herr Saubermann..., der spielt dann in einer ganz anderen Liga.
Wie konnten sie so hoch wieder aufsteigen, gerade die NPD, dass kann nicht nur der Osten bei den Wahlen geschafft haben, die hingen zu der Zeit, doch noch an der CDU??

Kerstin
Zuletzt geändert von nightfire64 am 16. November 2011, 16:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Edelknabe » 16. November 2011, 16:54

Tut mir leid Zicke, also nicht, das ich da was nicht sehen möchte aber ich bin in den 80zigern und nicht erst seit da mit offenen Augen und Ohren durchs DDR-Leben gegangen und bescheinige dem Konrad Weiß da eine enorme Phantasie. Nicht verwechseln, es mag schon hier und da..."aber straff organisiert und so" ne Landsmann, da gehe ich nicht ganz mit.
Das durchs DDR-Leben gegangen heißt sinngemäß:Ich habe mich nicht nur in der guten Stube aufgehalten mit meiner Frau" und ich müsste ja blind gewesen sein und dann quatsche ich so gerne mit Allem und Jeden, mit alt und jung und weiß auch innerhalb kurzer Zeit meinen Gegenüber einzuschätzen...also ne mein Freund," der junge Faschismus in dieser DDR und dann organisiert und ne weiß was nicht noch alles?"
Ich denke fast, der Weiß verwechselt das mit dem Körperkult der da getrieben wurde und da gehe ich mit, gerade weil ich selber ein Fan des Arno Breker bin und der hatte ja schon bei den Nazis diese Modellathleten modelliert die dann die DHFK im schönen Leipzig in Echtform im Echtleben hervorgebracht hatte.Mein Sportlehrer in der Berufsschule war so einer, also ich Spargeltarzan habe trainiert wie ein Bessener um nur annähernd den sein V-Kreuz zu bekommen und der Typ war voll deutsch aber bestimmt kein Nazi.
Aber sei es wie sei, Papier war schon immer geduldig."Und ich habe bestimmt im falschen Land gelebt".

Rainer-Maria nicht besonders überzeugt von dem Text in dem Link von Interessierter aber trotzdem vielen Dank
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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Zicke » 16. November 2011, 17:33

z

Doch wenn ich all jene, die mir nicht in den Kram passen, deren Ansichten vielleicht irgendwie rechts sind, weiterhin Nazis nenne, dann ist das nicht nur faktisch falsch. Ich schmälere damit letztendlich auch das Andenken an die Opfer des NS-Regimes.

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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Edelknabe » 16. November 2011, 18:10

Schau dir mal den Maik Hübner aus Cottbus in dem Link an. Und sowas kaufte der Westen als Politischen frei??? Verurteilt wegen der Gründung einer Wehrsportgruppe alla Hofmann in der DDR, das spricht schon Bände.
Auch wenn ich die Jahreszahlen sehe, mensch, da lag die DDR in den letzten Zügen. Vergesst bloß solche Links, um solche Sachen zu benutzen, um der DDR heute ans Bein zu pinkeln. Zumal Die sich sowieso nicht mehr wehren kann.

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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon Zicke » 16. November 2011, 18:23

Hier geht es doch gar nicht um die DDR allgemein, sondern darum ,wieso gerade in den NL die rechte Szene so stark vertreten ist.
Ich wehre mich dagegen das unterstellt wird , wir können nicht mit der Zuwanderung umgehen. Wir hätten keinen Sinn und kein Gespühr für Globale Wirtschaftsentwicklung und was weis ich.
Ausschlaggebend ist doch das die arbeits-und sozialpolitische Entwicklung in den NL stark hinterher hinkt, und das liegt bestimmt nicht an der ehemaligen DDR.
Zuletzt geändert von Zicke am 16. November 2011, 18:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Doch wenn ich all jene, die mir nicht in den Kram passen, deren Ansichten vielleicht irgendwie rechts sind, weiterhin Nazis nenne, dann ist das nicht nur faktisch falsch. Ich schmälere damit letztendlich auch das Andenken an die Opfer des NS-Regimes.

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Re: Der braune Sumpf in (Ost)Deutschland

Beitragvon nightfire64 » 16. November 2011, 18:27

Ende der 80er Jahre wurde mit den ersten Wahlerfolgen von DVU und Republikanern erneut offensichtlich, dass solche politischen Tendenzen in Deutschland (vergleichbares galt und gilt allerdings auch für das Aufkommen "rechtspopulistischer" Parteien in anderen europäischen Ländern) vorhanden sind. Mit der Wiedervereinigung, die das Thema "Nation" veränderte, schwächte sich die Bedeutung dieser Parteien aber wieder ab.

Stattdessen bekam der Rechtsextremismus seit Beginn der 90er Jahre ein neues und besonders böses Gesicht. Eine Welle fremdenfeindlicher Gewalt forderte viele Menschenleben und erzeugte ein Klima von Angst und Schrecken. Zwar konnte die Zahl der Gewalttaten nach 1993 wieder zurückgedrängt werden, die Potenziale der Gewalt sind jedoch nach wie vor ungebrochen.

Wesentliche Ursache hierfür ist die erschreckende Tatsache, dass fremdenfeindliches und rechtsextremistisches Denken stärker als früher Resonanz bei jungen Menschen gefunden hat. Dies belegen sowohl sozialwissenschaftliche Untersuchungen über politische Einstellungen in der Bevölkerung als auch repräsentative Wahlstatistiken. Es gibt erstmals wieder eine identifizierbare rechte "Jugendkultur", die zudem besonders gewaltbereit ist.

Die Ursachen hierfür sind vielfältig und nicht in einfachen Erklärungsmustern zu fassen. In der Forschung ist jedoch unstrittig, dass insbesondere Jugendliche aus den unteren Mittelschichten und mit einfacheren Bildungsabschlüssen gefährdet sind. Ihre sozialen Bindungen sind oft brüchig geworden und viele von ihnen finden im Alltag nicht die Zugehörigkeit und Anerkennung, die sie sich wünschen. Hier bieten rechtsextremistisches Denken und schließlich die entsprechenden Gruppen und Freizeitaktivitäten ein Kompensationsangebot. Vor dem Hintergrund einer Welt, die im Zuge der wirtschaftlichen "Globalisierung" immer undurchsichtiger wird, haben nationale Machtphantasien und Ressentiments gegen Fremde Konjunktur.


Hier der ganze Link: http://www.verfassungsschutzgegenrechts ... hland.html

Kerstin
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