Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Welche Musik ist gut? Einen guten Film gesehen? Büchervorstellungen oder -diskussionen? Irgend ein anderes Thema welches interessiert? Der Bereich für allgemeine Themen welche nicht das Thema DDR/BRD betreffen. Interessante Artikel, aktuelle Ereignisse und Entwicklungen.

Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon augenzeuge » 12. Januar 2016, 19:35

Wow, das wird ja immer interessanter mit dir.... [grins] Ich zweifle nicht an deinen Einblicken. Nur eins, du musst ganz anders als heute gedacht haben, wenn du es 7 Jahre ausgehalten hast....
[denken] Es hat dir gefallen.
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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon Spartacus » 12. Januar 2016, 19:43

augenzeuge hat geschrieben:Wow, das wird ja immer interessanter mit dir.... [grins] Ich zweifle nicht an deinen Einblicken. Nur eins, du musst ganz anders als heute gedacht haben, wenn du es 7 Jahre ausgehalten hast....
[denken] Es hat dir gefallen.
AZ


Ja, ich habe sie sehr geliebt und nein ich habe eben nicht anders gedacht. Du kennst die Kabylen eben nicht, denn da sind Frauen der letzte Dreck und Männer die größten.
Gab oft heftige Auseinandersetzungen, zum Beispiel wenn die Frauen nur in der Küche essen durften und nur das, was die Männer übrig gelassen haben. Wenn ich bei ihrer
Familie eingeladen war, gab es immer Ärger - von meiner Seite aus - trotzdem hatten sie einen Heiden Respekt vor mir und ihre Mutter liebte mich fast so sehr, wie ihre
Tochter. War schon eine verrückte Zeit, wobei meine Nadja praktisch Französin war, vom Islam nichts mehr wissen wollte, aber da waren eben auch die starken Familienbande.

Na ja....

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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon Dille » 13. Januar 2016, 00:44

@Sparta -- kenne ich aus 'ner anderen Ecke, den USA.
Nach Israel- Urlaub auf Rhodos Amerikanerin kennengelernt, große Liebe. Dann war ich in USA (abgeordnet), sie war gerade in Harvard fertig, habe sie dort in Boston getroffen, zu ihr nach Hause gefahren nach St. Louis -- zu Hause ihr Vater nur die Frage "...is he Jewish...?" -- und damit war für ihn der Fall erledigt, ich war dann für ihn nur noch Luft. Ihre Mutter mochte mich sehr, die Margie eben auch --- aber letztlich waren diese familiären Bindungen viel stärker, diese Disziplin. (ich wäre zum Judentum übergetreten !)

Ich habe es mir später auch so erklärt, daß die jüdische Gemeinschaft über Jahrhunderte auch wohl nur so überleben konnte (als Juden), wenn man alles fremde ausgrenzte -- hat mir damals sehr weh getan, ich war ein Mensch, ein Mann -- sie war ein Mensch, eine Frau.

Hat das was mit heute zu tun ?? Ich glaube ja, diese Traditionen wirken viel stärker und über viel längere Zeit als irgendwelche links-grün-bunte-Multi-Kulti Phantasterei, und letztlich finde ich dies auch besser (auch nach meiner Margie- Erfahrung), als irgendwelchen Moden und Trends und kurzfristigen Gefühlen nachzulaufen. Bin ich konservativ ?? Aber ja, und ich bin auch stolz darauf !

Aber dies gilt eben auch für Neuankömmlinge in Deutschland -- und außer einer Minderheit werden sie sich eben nicht integrieren, dieses Erbe sitzt ganz tief drinnen, selbst eine Liebe kann das in der Regel nicht überwinden -- ich stimme @Sparta völlig zu.

Gruß, Dille
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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon Olaf Sch. » 13. Januar 2016, 10:00

ich auch!
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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon augenzeuge » 13. Januar 2016, 10:51

Wie man sieht ist es nicht einfach, bestehende Feindbilder abzubauen. Ein paar Erlebnisse reichen schon aus.
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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon Kumpel » 13. Januar 2016, 11:02

Ich hatte während meiner Lehrzeit mit einem Mädel angebandelt, der hatte ich mal blöderweise erzählt , dass mein Bruder wegen versuchter Republikflucht im Knast sitzt.
Das hat ihr Papa erfahren , der war bei der VP. Von da an hatte ich Hausverbot.
Kumpel
 

Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon Spartacus » 13. Januar 2016, 17:46

dieses Erbe sitzt ganz tief drinnen, selbst eine Liebe kann das in der Regel nicht überwinden


Ja so ungefähr Dille, nur war meine Nadja ja emanzipiert, sah noch dazu aus wie eine Schwedin ( blond und blaue Augen), aber wenn sie
im väterlichen Hause war, verfiel sie fast automatisch in die altgebotene Rolle. Das war schon erstaunlich, war sie doch sonst eine ganz
außergewöhnliche Frau, halt die große Liebe meines Lebens, die mich immer wieder überraschen konnte.

LG

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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon Spartacus » 13. Januar 2016, 19:35

augenzeuge hat geschrieben:Wie man sieht ist es nicht einfach, bestehende Feindbilder abzubauen. Ein paar Erlebnisse reichen schon aus.
AZ


Es gibt aber bei mir kein Feindbild AZ. [hallo]

Ich mag die arabische Sprache, mag die arabische Küche, mag die arabische Musik und hatte das große Glück eine schöne arabische Frau zu haben.
Das sind die schönen Seiten, aber ich habe eben auch die anderen Seiten kennengelernt und die waren weniger schön. Daraus hat sich damals eine
Hass - Liebe entwickelt. Einerseits Bewunderung, andererseits Unverständnis und Kopfschütteln.

Um diese Kultur zu akzeptieren, so damals meine Schlussfolgerung, muss man hineingeboren werden. [hallo]

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PS. Eine kleine Kabylin, erkennbar an ihrer Tracht und ihrem Stammeszeichen.

Bild


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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon augenzeuge » 13. Januar 2016, 19:55

Sparta, dann mögen wir zumindest das Gleiche. Immerhin... [blush]

AZ
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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon Olaf Sch. » 14. Januar 2016, 00:06

der Rest der Vandalen? Deshalb blond?
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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon Spartacus » 14. Januar 2016, 18:02

AkkuGK1 hat geschrieben:der Rest der Vandalen? Deshalb blond?


Könnte gut sein Akku, aber nicht die Vandalen. Ein bisschen was weiß ich ja über die Kabylen, die schon lange vor dem Islam in Algerien
ansässig waren und sich die schönste ecke ausgesucht haben. So sieht die Kabylei im Norden Algeriens aus und man glaubt es kaum, aber
es erinnert stark an Deutschland.

Bild


Nach ihrer eigenen Überlieferung kamen sie aus dem Norden übers Meer, mehr wissen sie leider nicht. Sie haben auch eine eigene Sprache, eben Kabylisch.
Fakt ist, dass vor allem die Mehrzahl der Frauen blond sind und blaue Augen haben.

Hier mal ein Bild von kabylischen Mädchen, da sieht man das sehr schön.

Bild

Ihre Trachten sind auch die schönsten in ganz Algerien und es gibt da Festivals, wo sich die jungen Damen messen. Natürlich noch alles Handarbeit.

Wo sie wirklich herkommen, würde mich auch interessieren, aber leider interessiert sich kein Ethnologe für das kleine Völkchen, dass auch noch mit den
Berbern und Tuareg irgendwie verbandelt ist.

Übrigens war der Vater von Isabelle Adjani auch Kabyle, die Mutter eine Deutsche. Was dabei rauskam ist bekannt. [hallo]

LG

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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon Olaf Sch. » 14. Januar 2016, 18:11

na das sehe ich etwas anders: https://de.wikipedia.org/wiki/Vandalen# ... ion_it.PNG

das war ja ein paar Jahrhunderte bevor der Islam da hin kam und würde sich ja auch mit deren Erzählungen decken... aber wer weissssssssssss

ich hatte mal was mit ner Marokkanerin - die war auch eine Augenweide. Aber die Schönste der Schönen kam aus Tashkent. Da wäre ich auch fast Moslem geworden [laugh]
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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon Spartacus » 14. Januar 2016, 18:27

Ich denke er das sie aus dem griechischem Raum stammen Akku, da mich ihre Sprache ans griechische erinnert und ja, diese Frauen sind schon
eine Augenweide, vor allem eben in diesem speziellen Fall, also wenn sich blond und blaue Augen mit der Exotik mischt.

Hier eine "Miss Kabylei". Sie hat zwar schwarze Harre, aber die für diese Frauen typischen Augen.

LG

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Bild


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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon pentium » 14. Januar 2016, 18:28

Nur mal so als kleiner Tipp für unsere Hobbyvolkskundler. Die Kabylei war schon vor der Zeitenwende zu phönizischer Zeit durch eine berberische Bevölkerung besiedelt. Und zu diesen Berbern gehören die Kabylen...

mfg
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PS. Was schreibt eigentlich Herr Todenhöfer dazu?
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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon Spartacus » 14. Januar 2016, 18:32

pentium hat geschrieben:Nur mal so als kleiner Tipp für unsere Hobbyvolkskundler. Die Kabylei war schon vor der Zeitenwende zu phönizischer Zeit durch eine berberische Bevölkerung besiedelt. Und zu diesen Berbern gehören die Kabylen...

mfg
pentium

PS. Was schreibt eigentlich Herr Todenhöfer dazu?


Habe ich doch geschrieben, dass sie mit den Berbern verbandelt sind.

Und Entschuldigung gestrenger Moderator, ich kam halt ins Schwärmen, in Erinnerung an alte Zeiten.

LG

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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon pentium » 14. Januar 2016, 18:37

Spartacus hat geschrieben:
pentium hat geschrieben:Nur mal so als kleiner Tipp für unsere Hobbyvolkskundler. Die Kabylei war schon vor der Zeitenwende zu phönizischer Zeit durch eine berberische Bevölkerung besiedelt. Und zu diesen Berbern gehören die Kabylen...

mfg
pentium

PS. Was schreibt eigentlich Herr Todenhöfer dazu?


Habe ich doch geschrieben, dass sie mit den Berbern verbandelt sind.

Und Entschuldigung gestrenger Moderator, ich kam halt ins Schwärmen, in Erinnerung an alte Zeiten.

LG

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Ja verbandelt, aber schon seit phönizischer Zeit! Was die alte Zeiten betrifft, verstehe ich dich ja, Sparta. Eröffne doch einfach einen Thread in deinem ganz privaten Bereich des Forums. Thema: Meine Abenteuer in der Kabylei...

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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon Spartacus » 14. Januar 2016, 18:57

Nur leider endet das Abenteuer sehr traurig, so das ich es sein lasse und wir somit zu diesem Todenhöfer zurückkehren können.

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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon pentium » 14. Januar 2016, 18:58

Spartacus hat geschrieben:Nur leider endet das Abenteuer sehr traurig, so das ich es sein lasse und wir somit zu diesem Todenhöfer zurückkehren können.

Sparta


Und wie?

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*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon HPA » 17. Januar 2016, 16:59

Der Spiegel, Sa 16.01.2016
"Der Märchenonkel" (von Gezer, Özlem)
Matthias Richter, der mit Todenhöfer im IS war, berichtet über seine Erlebnisse und stellt vieles klar, was Todenhöfer anscheinend verdreht, verschweigt oder wo er gezielt lügt.
Alles das, worüber wir seit Monaten berichten, scheint sich jetzt zu bestätigen. Aber lest bitte selber:
Der Artikel:
Kurz be­vor Mat­thi­as Rich­ter zum „Is­la­mi­schen Staat“ auf­bricht, sitzt er an ei­ner Ho­tel­bar an der tür­ki­schen Gren­ze und trinkt Whis­ky. Fre­de­ric, sein bes­ter Freund, sitzt ihm ge­gen­über, sie trin­ken ge­mein­sam, sie trin­ken auf Eis, sie mi­schen mit Cola, sie rau­chen Zi­ga­ret­te, viel­leicht die letz­te.
Sie war­ten noch auf Jür­gen, der oben auf dem Zim­mer sei­ne Ta­sche packt. Jür­gen ist Fre­de­rics Va­ter, er ist ihr Rei­se­füh­rer, er ist Deutsch­lands be­kann­tes­ter Mos­lem­ver­ste­her, er ist Jür­gen To­denhö­fer.
Es ist der Be­ginn ei­ner Rei­se, die drei Män­ner aus Mün­chen nach Sy­ri­en füh­ren wird, nach Rak­ka, in die Haupt­stadt der Ty­ran­nen, von dort wei­ter in den Irak, nach Mos­sul. Eine Rei­se, bei der sie mit den Hen­kern des „Is­la­mi­schen Staats“ spre­chen wol­len und mit de­ren Skla­ven, eine Rei­se, bei der sie hof­fen, sich frei be­we­gen zu dür­fen, in ei­nem Ge­biet, wo Eu­ro­pä­ern wie ih­nen nor­ma­ler­wei­se der Kopf ab­ge­schnit­ten wird.
Auf die­ser Rei­se wird Mat­thi­as Rich­ter Pro­to­koll füh­ren, Fre­de­ric To­den­hö­fer wird fil­men, und Jür­gen To­den­hö­fer wird sei­ne Wahr­heit fin­den. Nach ih­rer Rück­kehr wird er die­se Wahr­heit zu Geld ma­chen, er wird das tun, was er oft tut nach sei­nen Rei­sen zum Bö­sen, er wird ei­nen Best­sel­ler schrei­ben. Der Best­sel­ler, um den es hier geht, heißt „In­si­de IS – 10 Tage im ,Is­la­mi­schen Staa­t'“, er­schie­nen im April 2015, über 100 000 ver­kauf­te Ex­em­pla­re, bun­des­wei­te Le­se­rei­sen, ei­nes der er­folg­reichs­ten Sach­bü­cher des Jah­res, Do­ku­men­tar­film in Ar­beit, Thea­ter­stück dazu, bald.
Die Rei­se wird Jür­gen To­den­hö­fer zum IS-Ex­per­ten des Jah­res be­för­dern, er wird durch die Talk­shows des Lan­des zie­hen und dem deut­schen Zu­schau­er die Ter­ro­ris­ten in der Fer­ne er­klä­ren, im Früh­jahr, im Som­mer, im Herbst, nach den An­schlä­gen von Pa­ris, es gibt im­mer An­läs­se. Er wird dort sit­zen und die Zei­len sei­nes Bu­ches als die „gna­den­lo­ses­te Ab­rech­nung“ mit dem IS be­zeich­nen.
Es ist ein Buch, des­sen ge­druck­te Wahr­heit aber in Tei­len eine an­de­re ist als die, die Mat­thi­as Rich­ter, der Pro­to­kol­lant des Best­sel­lers, er­lebt hat auf die­ser Rei­se.
„Es ist mehr ein Ro­man als ein Sach­buch“, sagt er.
Im Juni hat­te Rich­ter das ers­te Mal Kon­takt zum SPIEGEL auf­ge­nom­men. Er bot ei­nen Be­richt zum Ab­druck an, mit dem Ti­tel: „Rei­se ins Ka­li­fat“, Pro­to­koll sei­ner Rei­se mit Jür­gen To­den­hö­fer zum „Is­la­mi­schen Staat“. Das Ma­nu­skript, eine Art Ta­ge­buch von 18 Sei­ten, be­schrieb vie­le De­tails des Rei­se­ver­laufs, schil­der­te Be­geg­nun­gen mit Dschi­ha­dis­ten, aber es fiel gleich auf, dass sich Rich­ters Dar­stel­lung in Tei­len nicht mit den In­hal­ten von To­den­hö­fers Best­sel­ler deck­te, der doch von der­sel­ben Rei­se er­zähl­te.
In den Mo­na­ten da­nach folg­ten des­halb vie­le Ge­sprä­che mit Mat­thi­as Rich­ter, um die Un­stim­mig­kei­ten zu klä­ren, zu­letzt ein ge­mein­sa­mer, de­tail­lier­ter Durch­gang durch das Sach­buch und der Ab­gleich mit Rich­ters ei­ge­nem Ta­ge­buch und sei­nen Er­in­ne­run­gen. So wur­de die Re­cher­che auch für ihn selbst, Rich­ter, eine Spu­ren­su­che und eine Er­fah­rung. Es ging ihm zu Be­ginn um Rich­tig­stel­lun­gen und auch um die Wahr­heit. Am Ende wur­de ihm klar, dass er von den To­den­hö­fers, von Va­ter und Sohn, auch tief ent­täuscht ist. Rich­ter war be­reit zu er­zäh­len, wie al­les be­gann und was er er­leb­te auf die­ser Rei­se.
Es war im Früh­som­mer 2014, Jür­gen To­den­hö­fers Ent­schluss, ins Ge­biet des IS rei­sen zu wol­len, stand fest. Fre­de­ric To­den­hö­fer schrieb des­halb für sei­nen Va­ter Kämp­fer des IS auf Face­book an, Mat­thi­as Rich­ter führ­te Pro­to­koll, wenn To­den­hö­fer mit die­sen Leu­ten skyp­te und über Rei­se­be­din­gun­gen ver­han­del­te, sie tra­fen Müt­ter von aus­ge­reis­ten Dschi­ha­dis­ten zum Ge­spräch. Mat­thi­as Rich­ter half To­den­hö­fer gern, schließ­lich war er auch sein Held, von sei­ner Ju­gend an.
To­den­hö­fer ist ein Mann mit vie­len Ta­len­ten. Frü­her war er Rich­ter, er saß 18 Jah­re lang für die CDU im Bun­des­tag, er war Me­di­en­ma­na­ger, Vor­stands­chef bei Bur­da, und mit dem Ren­ten­al­ter wur­de er zum Frei­heits­kämp­fer, ein Christ, der den Is­lam ver­tei­dig­te und es da­mit weit brach­te, bis hin zu ei­nem In­ter­view, das er mit dem sy­ri­schen Dik­ta­tor Baschar al-As­sad füh­ren durf­te.
Er erinnert sich nicht an einen Balkon, der zur Straße ging, nur an einen Balkon zum Hinterhof.
HPA
 

Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon HPA » 17. Januar 2016, 17:01

Mit To­den­hö­fers Sohn ist Mat­thi­as Rich­ter eng be­freun­det, seit bei­de 15 Jah­re alt sind. Da­mals woll­te Rich­ter Pro­fi­fuß­bal­ler wer­den und Fre­de­ric so wie sein Va­ter, der gro­ße Jür­gen To­den­höfer. Mat­thi­as Rich­ter und Fre­de­ric To­den­hö­fer ver­bin­det eine be­son­de­re Freund­schaft, die an­de­re nicht im­mer ver­ste­hen, eine, die bei­de mit den gro­ßen The­men der Welt­po­li­tik ver­band, in der E-Mails von As­sad eine Rol­le spiel­ten oder Gut­ach­ten über Osa­ma Bin La­den. Eine Freund­schaft, bei der man dort Ur­laub mach­te, wo an­de­re Krieg führ­ten. In Af­gha­nis­tan bei den War­lords, in Is­ra­el, im Ga­za­strei­fen, auf De­mons­tra­tio­nen mit Pa­läs­ti­nen­sern, mit Trä­nen­gas. Mat­thi­as Rich­ter und sein Freund reis­ten oft in die Ge­fahr. Rich­ter sagt, „an­de­re stei­gen auf den Mount Ever­est, wir mö­gen kei­nen nor­ma­len Ur­laub, Ba­den auf Mal­lor­ca, wir mö­gen es ex­trem“.
Die­se Rei­sen ha­ben Mat­thi­as Rich­ter oft ge­hol­fen in sei­nem Le­ben; als er, bei­spiels­wei­se, ei­nen Kreuz­band­riss hat­te und spür­te, dass es nichts mehr wer­den wür­de mit der Fuß­ball­kar­rie­re – und das Ab­itur schmiss. Fre­de­ric To­den­hö­fer nahm sei­nen Freund mit, nach Af­gha­nis­tan. Rich­ter sah das Elend der Men­schen und lern­te da­durch die Chan­cen schät­zen, die er in Deutsch­land hat­te, ein Mo­ti­va­ti­ons­trip. Die bei­den Freun­de reis­ten zu To­den­hö­fers Stif­tun­gen, hal­fen den Ar­men in der Fer­ne, so wie sie es von ih­rem Vor­bild kann­ten, sie fühl­ten sich nütz­lich. Als sie zu­rück wa­ren, hol­te Rich­ter das Ab­itur nach, be­gann ein Stu­di­um, zu­erst in Wien, dann in Mün­chen.
Heu­te ist Mat­thi­as Rich­ter Voll­ju­rist, 32 Jah­re alt, auch sein Freund Fre­de­ric To­den­hö­fer ist 32, er war Mar­ke­ting­stu­dent in New York und ist heu­te Mu­sik­pro­du­zent und Hob­by­fil­mer.
In der Ver­gan­gen­heit saß Mat­thi­as Rich­ter oft ge­mein­sam mit dem Freund in sei­nem Zim­mer und wer­te­te Ar­ti­kel aus, um des­sen Va­ter zu im­po­nie­ren. Wenn Jür­gen To­den­hö­fer den Bun­des­prä­si­den­ten Joa­chim Gauck ver­kla­gen woll­te, schrieb Mat­thi­as Rich­ter Gut­ach­ten, wenn „der Jür­gen“, wie Rich­ter To­den­hö­fer nennt, Mord­dro­hun­gen be­kam und kei­ne of­fi­zi­el­le Si­cher­heits­fir­ma be­auf­tra­gen woll­te, be­glei­te­te Rich­ter ihn zu Le­sun­gen nach Ber­lin, im­mer gern, im­mer um­sonst. Mat­thi­as Rich­ter hat brei­te Schul­tern, er macht sich gut als Bo­dy­guard.
Auch der Trip zum IS pass­te wie­der gut in die Zeit. Rich­ter war ge­ra­de durch mit sei­nem zwei­ten Staats­ex­amen, er hat­te kei­nen Job, To­den­hö­fer woll­te ihm ein Prak­ti­kum ver­mit­teln, War­te­schlei­fe, Mo­ti­va­ti­ons­loch, „Is­la­mi­scher Staat“.
Die Rück­kehr von die­ser Rei­se ist etwa ein Jahr her, Mat­thi­as Rich­ter liegt in ei­ner Hän­ge­mat­te in sei­nem Zim­mer im Sü­den von Mün­chen, auf dem Schreib­tisch das Hand­buch „Glo­bal Ter­ro­rism“, in sei­ner Hand der Best­sel­ler.
JÜR­GEN TO­DEN­HÖ­FERS LE­BEN IN FO­TOS
FO­TO­STRE­CKE Me­di­en­ma­na­ger, Pu­bli­zist, Po­li­ti­ker: die wich­tigs­ten Sta­tio­nen im Le­ben von Jür­gen To­den­hö­fer im Über­blick.
Mat­thi­as Rich­ter blät­tert durch die Sei­ten, stoppt bei Ka­pi­tel VIII, Über­schrift: Rei­se in den „Is­la­mi­schen Staat“, Gro­be Skiz­zen ei­nes Alb­traums, Sei­te 164: Es sind die Zei­len, in de­nen er das ers­te Mal auf­taucht. Mat­thi­as Rich­ter heißt in dem Buch nur „Mal­colm“, so tauf­te Jür­gen To­den­hö­fer sei­nen drit­ten Mann, der an­onym blei­ben soll­te, aus Si­cher­heits­grün­den, wie To­den­hö­fer be­haup­te­te.
In der Sze­ne, die Rich­ter jetzt liest, ist Mal­colm der alte Schul­freund von Fre­de­ric, der sich am letz­ten Tag, we­ni­ge Stun­den vor Ab­rei­se, noch auf­drängt, weil er mit­kom­men möch­te zu den Ter­ro­ris­ten. Und Jür­gen To­den­hö­fer ist der gü­ti­ge Va­ter, der ein­wil­ligt, weil sein Sohn ihn dar­um bit­tet, dass der Freund mit­kom­men darf.
Rich­ter ver­steht nicht, war­um er so ein­ge­führt wird. Am letz­ten Tag. Auf den letz­ten Drü­cker. Er, der Mo­na­te lang die Rei­se mit To­den­hö­fer vor­be­rei­te­te, der gan­ze Aben­de im Hof­bräu­haus mit den To­den­hö­fers saß, um die Rei­se­de­tails zu be­spre­chen, der mit sei­nen El­tern stritt und zwei Wo­chen auf ge­pack­ten Kof­fern saß und auf die Ab­rei­se war­te­te. Aber Mat­thi­as Rich­ter ver­steht vie­les nicht, wenn er durch die­ses Buch blät­tert, für das er Pro­to­koll führ­te.
Rich­ter sagt, erst habe er bei der Lek­tü­re des Bu­ches hier und da ge­stutzt. Spä­ter habe er nur noch dar­auf ge­ach­tet, ob er das, was er las, über­haupt er­lebt hat­te. Ir­gend­wann, sagt Rich­ter, habe er ver­stan­den, dass all die Sze­nen, die Jür­gen To­den­hö­fer schil­dert, we­ni­ger do­ku­men­ta­risch ge­meint sind, son­dern viel­mehr eine dra­ma­tur­gi­sche Funk­ti­on er­fül­len. Die ei­nen sol­len Glaub­wür­dig­keit er­zeu­gen, die an­de­ren Span­nung, sie sol­len mo­ra­li­sie­ren oder auf an­geb­li­che Be­dro­hun­gen hin­wei­sen.
Es sind Sze­nen wie die wäh­rend des Flu­ges in die tür­ki­sche Stadt Ada­na. An Bord sind auch Schul­mäd­chen, mit ih­nen will To­den­hö­fer über de­ren Stadt ge­spro­chen ha­ben. In der Sze­ne wun­dert er sich über ihre gute Lau­ne, ob­wohl sie un­weit der sy­ri­schen Gren­ze le­ben.
„Das ha­ben wir nie ge­tan“, sagt Rich­ter. „Wenn der Jür­gen fliegt, dann fliegt er und un­ter­hält sich nicht stän­dig.“ Rich­ter fragt auch: In wel­cher Spra­che hät­ten sie mit­ein­an­der re­den sol­len? Und war­um soll­ten Mäd­chen aus der Süd­tür­kei Angst vor dem IS ha­ben?
Im Ab­schnitt Drit­ter Tag, Sei­te 204, wird ein Bal­kon be­schrie­ben, die Sze­ne spielt in ih­rer Woh­nung in Rak­ka, je­ner Stadt, in der die drei Deut­schen nie al­lein auf die Stra­ße, sich nicht frei be­we­gen, nicht mit Zi­vi­lis­ten spre­chen dür­fen. Das Be­son­de­re die­ses Bal­kons war laut To­den­hö­fer, dass man von ihm aus das Stra­ßen­le­ben be­ob­ach­ten konn­te. Ein Hoch­sitz mit un­ver­stell­tem Blick auf die Schläch­ter, ge­wis­ser­ma­ßen. Die Ter­ro­ris­ten hät­ten ih­nen je­doch ver­bo­ten, die­sen Bal­kon zu be­tre­ten.
Cheeseburger ist nichts für uns. "You are, what you eat!", lege ich noch eins drauf.
Im Buch steht nun, dass sich Jür­gen To­den­hö­fer die­ser An­wei­sung im­mer wie­der wi­der­setzt habe und auf die­sen Bal­kon ge­gan­gen sei, um das Stra­ßen­le­ben zu be­ob­ach­ten, um sich mit ei­ge­nen Au­gen ein Bild zu ma­chen. So be­schreibt er sei­nen Kampf ge­gen die Ver­bo­te, sei­nen Sieg im Bal­kon­kampf.
Mat­thi­as Rich­ter er­in­nert sich nicht an ein Bal­kon­ver­bot. Er er­in­nert sich auch nicht an ei­nen Bal­kon, der zur Stra­ße raus­ging. Er er­in­nert sich nur an ei­nen Bal­kon, auf dem eine Wä­sche­lei­ne ge­spannt war. Auf die­se Lei­ne soll­ten sie ihre nas­se Klei­dung zum Trock­nen hän­gen, je­den Tag. Nach Rich­ters Er­in­ne­rung durf­ten sie auf die­sen Bal­kon, wann im­mer sie woll­ten. Sie woll­ten aber nie dar­auf, weil man, zum ei­nen, von dort nur in ei­nen ver­las­se­nen In­nen­hof bli­cken konn­te. Zum an­de­ren sei es drau­ßen auf dem Bal­kon „sau­kalt“ ge­we­sen, im De­zem­ber, in Rak­ka.
HPA
 

Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon HPA » 17. Januar 2016, 17:02

Ers­ter Tag, Sei­te 179, GPS-Sen­der: „Ein Glück, dass Fre­de­ric vor un­se­rer Ab­rei­se in Mün­chen kei­ne GPS-Ge­rä­te ge­fun­den hat­te, die klein ge­nug ge­we­sen wä­ren, um sie zu ver­ste­cken. Wir woll­ten sie für den Fall mit­neh­men, dass man uns ent­füh­ren wür­de ... Wir wä­ren jetzt in Er­klä­rungs­not“, schreibt To­den­hö­fer. Mat­thi­as Rich­ter sagt: „Wir ha­ben uns schon in Deutsch­land be­wusst da­ge­gen ent­schie­den, weil wir wuss­ten, dass wir durch­sucht wer­den bei der An­kunft, und nicht das Ver­trau­en der Dschi­ha­dis­ten ver­lie­ren woll­ten.“
Zwei­ter Tag, Sei­te 184, Ju­den: „Fre­de­ric er­zählt von sei­nen jü­di­schen Freun­den in New York.“ Mat­thi­as Rich­ter sagt, sein Freund ken­ne zwar ei­nen Rab­bi dort, habe aber sonst kei­ne jü­di­schen Freun­de in New York. Und über Ju­den hät­ten sie nicht mit den Is­la­mis­ten ge­spro­chen, es sei kein gu­tes The­ma mit ih­nen.
Ach­ter Tag, Sei­te 261, Frau­en: Die Dschi­ha­dis­ten er­zäh­len von ei­nem Freund, der sich eine je­si­di­sche Skla­vin ge­kauft habe, To­den­hö­fer schreibt: „,Scheiß­ge­schich­te!', sagt Fre­de­ric, der dem IS die Skla­ve­rei un­ge­mein übel nimmt.“
Rich­ter sagt, „wir ha­ben Pro­to­koll ge­führt und auf Er­zäh­lun­gen ge­war­tet, bei de­nen sie sag­ten, eine Je­si­din sei so teu­er wie eine Ka­lasch­ni­kow. Wir wa­ren dank­bar für sol­che Sät­ze und ha­ben die­je­ni­gen, die sie aus­spra­chen, nicht da­für kri­ti­siert“.
Sieb­ter Tag, Sei­te 255, An­ti­ame­ri­ka­nis­mus: To­den­hö­fer steht mit sei­nem Sohn und Mat­thi­as Rich­ter vor ei­nem Re­stau­rant, sie war­ten auf ihre Rei­se­füh­rer, die sich Cheese­bur­ger kau­fen, im Buch lässt Jür­gen To­den­hö­fer sich sa­gen: „Ich kann eu­ren ame­ri­ka­ni­schen Fast-Food-Fraß nicht so rich­tig mit der Le­bens­wei­se der ers­ten vier Ka­li­fen ver­ein­ba­ren ... ,You are, what you eat!', lege ich noch eins drauf ... Fre­de­ric, Mal­colm und ich war­ten vor dem La­den. Cheese­bur­ger ist nichts für uns.“
Talk­show­gast To­den­hö­fer„Die gna­den­lo­ses­te Ab­rech­nung mit dem IS“
„Wir ha­ben auch Cheese­bur­ger ge­ges­sen“, sagt Mat­thi­as Rich­ter. „Was hät­ten wir sonst es­sen sol­len, wenn wir uns ohne un­se­re Be­glei­ter nicht be­we­gen durf­ten?“
Mat­thi­as Rich­ter, der Pro­to­kol­lant, war oft frus­triert auf die­ser Rei­se; weil sie sich nicht frei be­we­gen durf­ten, son­dern von den Ter­ro­ris­ten her­um­ge­führt wur­den wie eine Tou­ris­ten­grup­pe; weil die In­ter­views, die sie führ­ten, von Ter­ro­ris­ten über­setzt wur­den, manch­mal spra­chen Men­schen mi­nu­ten­lang mit ih­nen, über­setzt wur­den aber nur we­ni­ge Wör­ter. Rich­ter hät­te sich ge­wünscht, dass die­se Zen­sur, ge­gen die sich To­den­hö­fer ver­sucht habe zu weh­ren, wie Rich­ter sagt, in dem Buch mehr zum The­ma ge­macht wor­den wäre.
Statt­des­sen ver­stopft To­den­hö­fer sein Buch mit Sze­nen, in de­nen er, To­den­hö­fer, als mu­ti­ger Mann be­schrie­ben wird. Als ei­ner, der die Re­geln der Ter­ro­ris­ten bricht. Als ei­ner so­gar, der den Dschi­ha­dis­ten Angst ge­macht ha­ben will, weil er sich, zum Bei­spiel, ei­nen Spreng­stoff­gür­tel um­leg­te und dar­an her­um­spiel­te.
Die Rede ist hier von Dschi­ha­dis­ten, die zum IS ka­men, weil sie lie­ber im Pa­ra­dies le­ben wür­den als auf der Erde. Die sich auf Selbst­mord­at­ten­tä­ter-Lis­ten set­zen las­sen und un­ge­dul­dig dar­auf war­ten, sich in die Luft spren­gen zu kön­nen. Und die­se Dschi­ha­dis­ten also be­kom­men Angst, wenn Jür­gen To­den­hö­fer an ei­nem Spreng­stoff­gür­tel her­um­spielt?
Mat­thi­as Rich­ter ist sich si­cher, dass „der Jür­gen“ gute Ab­sich­ten hat­te bei ih­rer Ab­rei­se, dass er wirk­lich sei­ner an­ge­kün­dig­ten Mis­si­on fol­gen woll­te: „die Wahr­heit zu fin­den und den Feind zu ken­nen“. Wäh­rend ih­rer Vor­be­rei­tun­gen hat­ten sie eine lan­ge Lis­te an­ge­legt, die für Rich­ter ein Be­leg da­für war, dass To­den­hö­fer wirk­lich die Wahr­heit fin­den woll­te. Auf ih­rer Wunsch­lis­te stand: Je­si­den in­ter­view­en, Ge­fan­ge­ne tref­fen, ver­schlepp­te Jour­na­lis­ten spre­chen, be­rühm­te Deut­sche wie Deso Dogg oder den bri­ti­schen Hen­ker Ji­ha­di John se­hen. Rum­lau­fen in Rak­ka, re­den mit Zi­vi­lis­ten, viel­leicht den Ka­li­fen zum Schluss, Abu Bakr al-Bagh­da­di.
Rich­ter sagt, gleich zu Be­ginn der Rei­se habe man ih­nen ei­nen di­cken deut­schen Dschi­ha­dis­ten mit ro­ten Haa­ren zur Sei­te ge­spannt, der, als er noch in So­lin­gen leb­te, auf den Na­men Chris­ti­an Emde hör­te. Nun je­doch, in sei­nem zwei­ten Le­ben in Rak­ka, sei er der deut­sche Pres­se­spre­cher des IS und hei­ße Abu Qa­t­a­dah, sag­te er. Er sag­te auch, es sei ver­bo­ten, be­kann­te Ge­sich­ter des IS zu tref­fen, weil die Füh­rung nichts mehr vom „Kult um ein­zel­ne Per­so­nen“ hal­te, zu­min­dest nicht um die, die Jür­gen To­den­hö­fer sich wünsch­te als Ge­sprächs­part­ner. Fort­an wich ih­nen der Di­cke nicht mehr von der Sei­te.
Was der Rei­se­grup­pe To­den­hö­fer in den nächs­ten Ta­gen ge­bo­ten wur­de, war eine vom „Is­la­mi­schen Staat“ durch­ge­plan­te PR-Tour, die al­ler­dings we­ni­ger ein­drucks­voll war als jene, die zu­vor ein Re­por­ter des ame­ri­ka­ni­schen Ma­ga­zins „Vice“ un­ter­nom­men hat­te. Der „Vice“-Re­por­ter hat­te kei­nen di­cken Deut­schen mit ro­ten Haa­ren an den Ha­cken, er durf­te sich, im Som­mer 2014, durch Rak­ka be­we­gen und konn­te be­ob­ach­ten, wie dort Frau­en auf of­fe­ner Stra­ße ge­maß­re­gelt wur­den.
Talk­show­gast To­den­hö­fer
To­den­hö­fer kommt nicht auf den Ge­dan­ken, die PR-Ma­schi­ne des IS, in de­ren Ge­trie­be er ge­rät, zu be­schrei­ben. Das wi­der­spricht of­fen­bar der Rol­le, die er für sich selbst vor­ge­se­hen hat. Er schreibt: „Bis­her ha­ben kein west­li­cher Jour­na­list und sein Team den ,Is­la­mi­schen Staa­t' le­bend ver­las­sen. War­um soll­te es bei uns an­ders sein?“ An an­de­rer Stel­le fragt er: „Jour­na­lis­ten wird doch sonst der Kopf ab­ge­schnit­ten. Wie­so dür­fen wir fil­men?“ Drei Sei­ten wei­ter: „Für IS-Leu­te ist das al­les neu. War­um kön­nen wir uns so frei be­we­gen? Bis­her kann­ten sie West­ler nur in Ge­fan­ge­nen­uni­form oder tot.“
Mat­thi­as Rich­ter muss la­chen, als er das Wort „frei“ vor­liest.
Klar, sagt er, habe sich To­den­hö­fer mal ge­wehrt, wenn der Ton zu hart wur­de oder ihm die Ver­bo­te nicht pass­ten. Ihre Be­glei­ter hät­ten ih­nen aber in al­ler Ruhe ge­sagt, dass dies die Tour sei, die sie ha­ben könn­ten, und ent­we­der näh­men sie die oder es gehe zu­rück in die Tür­kei, das sei ihre Ent­schei­dung. „Und der Jür­gen hat das ge­nom­men, was er be­kam“, sagt Rich­ter, und er be­kam Chris­ti­an Emde ali­as Abu Qa­t­a­dah, 24 Stun­den, acht Tage.
Emde ist der Pro­to­typ des deut­schen Durch­schnitts-Dschi­ha­dis­ten: zu Hau­se ge­schei­tert, ak­ten­kun­di­ges Mit­glied ei­ner mi­li­tan­ten Zel­le ir­gend­wo in NRW, in Deutsch­land eine Null, in Sy­ri­en im­mer­hin ein La­kai von Ter­ro­ris­ten. Fi­gu­ren wie Emde sind die­je­ni­gen, die der IS ei­gent­lich nicht braucht an der Front. Emde sagt das selbst an ei­ner Stel­le des Bu­ches, die Aus­län­der sei­en nicht be­liebt, zu­min­dest nicht zum Kämp­fen, sie sind gute PR-Ge­sich­ter.
HPA
 

Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon HPA » 17. Januar 2016, 17:04

Mat­thi­as Rich­ter ver­steht nicht, war­um To­den­hö­fer Emde grö­ßer mach­te, als er war. War­um er nicht schrieb, was Emde für eine Wurst war. Ei­ner, der den gan­zen Tag Kek­se mit flüs­si­ger Scho­ko­fül­lung aß und schlech­te Lau­ne be­kam, wenn man von sei­ner Cola trin­ken woll­te. Dass er sich in sei­nen Bun­ga­low sperr­te und sich mit sei­nem Lap­top vor­be­rei­te­te auf das In­ter­view, das To­den­hö­fer mit ihm füh­ren woll­te, „ner­vös wie ein Schul­kind“ sei er ge­we­sen, sagt Mat­thi­as Rich­ter.
Es ist das In­ter­view, das den jun­gen Deut­schen mit dem ro­ten Bart welt­weit be­kannt mach­te, fast eine Mil­li­on Klicks auf YouTube brach­te, er­folg­reich wie kaum ein an­de­res IS-Vi­deo, das auf CNN und im deut­schen Fern­se­hen mehr­fach aus­ge­strahlt wur­de, im­mer wie­der, wenn Jür­gen To­den­hö­fer dem deut­schen Zu­schau­er von sei­ner har­ten Ab­rech­nung mit den Ter­ro­ris­ten in Sy­ri­en be­rich­te­te.
In dem Vi­deo ste­hen To­den­hö­fer und Emde auf ei­nem Hü­gel, bei­de tra­gen Pa­läs­ti­nen­ser­tü­cher um den Kopf, zwei be­waff­ne­te Kämp­fer ste­hen im Hin­ter­grund. Der Schau­platz ist gut ge­wählt. Im Hin­ter­grund die er­ober­te Stadt Mos­sul.
Dass Chris­ti­an Emde auf die­sen Hü­gel von den zwei Kämp­fern ge­scho­ben wer­den muss­te, weil er zu schwer war, um al­lein hoch­zu­kom­men, wird von To­den­hö­fer nicht er­wähnt, Rich­ter er­zählt es so.
Pro­to­kol­lant Rich­ter:
„Es ist mehr ein Ro­man als ein Sach­buch“
In To­den­hö­fers Werk wird Emde von Sei­te zu Sei­te grö­ßer. Selbst schein­ba­re Be­lang­lo­sig­kei­ten, die er er­zählt, ent­fal­ten mit ih­rem Fort­gang be­droh­li­che Be­deu­tung. Emde er­zählt bei­spiels­wei­se, dass sein Bü­ro­stuhl zu schmal sei für sei­ne Lei­bes­fül­le, mit weit über hun­dert Ki­lo­gramm. Des­we­gen habe er sich ei­nen Stuhl be­stellt, aus Mos­sul, aus dem ame­ri­ka­ni­schen Kon­su­lat.
To­den­hö­fers In­ter­views wer­den zu Ab­spiel­flä­chen is­la­mis­ti­scher Pro­pa­gan­da. Es ist, als sei er vom IS gut ge­cas­tet wor­den für die­sen Job, aus Sicht der Ter­ro­ris­ten ist er ein idea­ler Mul­ti­pli­ka­tor: Sei­ne Face­book-Sei­te hat mehr als eine hal­be Mil­li­on Li­kes, er sitzt seit Jah­ren in al­len deut­schen Talk­shows, er macht Le­se­rei­sen, schreibt Best­sel­ler. Im Buch sagt Chris­ti­an Emde zu To­den­hö­fer, er sei ein­ge­la­den wor­den, weil ei­ni­ge sei­ner Bü­cher auf Ara­bisch er­schie­nen sind.
To­den­hö­fer re­det auf sei­ner Rei­se mit IS-Kämp­fern, die ihm von al­ler­lei Hel­den­ge­schich­ten be­rich­ten. Ei­ner er­zählt, wie sie mit nicht mehr als 300 Män­nern die Mil­lio­nen­stadt Mos­sul er­obert hät­ten, ge­gen 24 000 Mann der ira­ki­schen Ar­mee. To­den­hö­fer fragt ihn: „War­um sind 24 000 vor 300 Mann da­von­ge­lau­fen?“ Ganz ein­fach, „das ist die Stär­ke un­se­res Glau­bens“, sagt ihm der Kämp­fer. Es sei­en nicht die Waf­fen, es sei Al­lah, der All­mäch­ti­ge, der ih­nen im­mer wie­der zum Sieg ver­hel­fe, das ge­hört zu den klas­si­schen My­then der is­la­mi­schen Ge­schich­te.
To­den­hö­fer trifft den Po­li­zei­chef, der ihm ver­si­chert, die Lage in der Pro­vinz und in ih­rer Haupt­stadt Mos­sul sei durch die Prä­senz der IS-Kämp­fer und der IS-Po­li­zei ru­hig, si­cher und sta­bil ge­wor­den. Die Pro­vinz habe in ih­rer lan­gen Ge­schich­te noch nie so viel Frie­den er­lebt. Nach Jah­ren der An­ar­chie könn­ten die Men­schen end­lich wie­der be­ru­higt aus ih­ren Häu­sern ge­hen. Ohne Angst vor Über­fäl­len oder vor dem Tod. Manch­mal ver­ge­he eine gan­ze Wo­che ohne eine ein­zi­ge Straf­an­zei­ge. Dank Al­lah und der is­la­mi­schen Po­li­zei. Und wenn sie mal nicht prä­sent sei­en auf den Stra­ßen, dann ver­mis­se sie das Volk.
To­den­hö­fer trifft, auf ei­nem Prit­schen­wa­gen, ei­nen Kämp­fer, der das deut­sche Ma­schi­nen­ge­wehr MG3 be­dient, er po­siert da­mit für die Ka­me­ra, nach Aus­sa­gen des stol­zen Kämp­fers stammt es aus den deut­schen Waf­fen­lie­fe­run­gen an die Pe­schmer­ga. Die Kämp­fer fra­gen la­chend, ob die Deut­schen den Kur­den nicht noch mehr Waf­fen schi­cken könn­ten. Und was sie nicht er­beu­te­ten, kauf­ten sie ein­fach auf dem Schwarz­markt. So steht es dann auch in To­den­hö­fers Buch. Die Sze­ne spielt we­ni­ge Mo­na­te nach­dem die Lie­fe­rung deut­scher Waf­fen be­schlos­sen wor­den ist. Im Buch sind die­se Waf­fen al­ler­dings schon bei den Kur­den an­ge­kom­men und von Is­la­mis­ten er­beu­tet wor­den.
To­den­hö­fer wird, auf Sei­te 256, bei­na­he zum Op­fer ei­nes ame­ri­ka­ni­schen Droh­nen­an­griffs. Er schreibt: „Die Pi­lo­ten ha­ben uns längst ent­deckt. Als frü­he­rer Pi­lot von Sport­ma­schi­nen weiß ich, wie gut man selbst mit blo­ßem Auge von oben sieht. Und die da oben ha­ben mo­derns­te Fern­sicht­ge­rä­te. Uns wird mul­mig. Ich den­ke an den Satz: ,Wenn du die Ra­ke­te hörst, bist du tot.'“
We­ni­ge Ab­sät­ze spä­ter heißt es: „Wir ha­ben ein Ge­fühl gro­ßer Hilf- und Wehr­lo­sig­keit. Ir­gend so ein Feig­ling im Com­pu­ter­raum ei­nes fer­nen Lan­des hat un­ser Le­ben in der Hand.“
Au­tor To­den­hö­fer mit Is­la­mist Emde: „Wenn du die Ra­ke­te hörst, bist du tot“
To­den­hö­fer scheint den Tod zu spü­ren, aber nach ei­ner Flucht auf ei­nen nahe ge­le­ge­nen Fuß­ball­platz kehrt er bei An­bruch der Dun­kel­heit zu­rück, setzt sich in den Bun­ga­low, über dem die „To­des­ma­schi­nen“ krei­sen, schal­tet die Hei­zungs­ven­ti­la­to­ren ein, um das Ge­räusch der Droh­nen nicht hö­ren zu müs­sen, und war­tet ab, was pas­siert. Die Be­glei­ter, die Ter­ro­ris­ten, sie sei­en da­von­ge­lau­fen, schreibt er.
Mat­thi­as Rich­ter sagt: „War­um soll­ten wir uns dort ver­ste­cken, wenn dar­auf ge­zielt wird? Wir sind mit un­se­ren Be­glei­tern auf den Fuß­ball­platz und ha­ben den Zi­vi­lis­ten beim Fuß­ball­spie­len zu­ge­guckt.“
Mat­thi­as Rich­ter hat sich lan­ge ge­fragt, war­um er selbst als Mal­colm so un­sicht­bar blieb in die­sem Buch, war­um er ver­lo­ren ging auf die­ser Rei­se, als Freund, als Mit­rei­sen­der, als Pro­to­kol­lant, als Zeu­ge.
Erst im letz­ten Ka­pi­tel spiel­te Rich­ter ali­as Mal­colm dann für To­den­hö­fer wie­der eine re­le­van­te Rol­le; es ist al­ler­dings eine, die Mat­thi­as Rich­ter nie ge­spielt ha­ben will.
Im Ka­pi­tel X, Nach­wort zu Ji­ha­di John, wird Mal­colm von sei­nem Freund Fre­de­ric zu Jür­gen To­den­hö­fer nach Hau­se be­stellt, Wo­chen nach­dem sich Va­ter und Sohn in ihr Fe­ri­en­haus zu­rück­ge­zo­gen ha­ben, mit Rich­ters Pro­to­kol­len, aber ohne Rich­ter.
Sie ar­bei­ten in die­sem Fe­ri­en­haus an dem Buch, und da­bei fällt ih­nen, an­geb­lich, et­was Er­schre­cken­des auf: Der Fah­rer, der sie zehn Tage lang durch das Land des IS chauf­fier­te, soll eine ver­blüf­fen­de Ähn­lich­keit mit Ji­ha­di John ge­habt ha­ben, dem schlimms­ten Hen­ker des IS. Die­se Ähn­lich­keit sei ih­nen bei der An­sicht zwei­er Vi­de­os auf­ge­fal­len, die es von Ji­ha­di John auf YouTube gibt.
Im letz­ten Ka­pi­tel heißt es: „Fre­de­ric ruft Mal­colm an und bit­tet ihn, kurz vor­bei­zu­kom­men. Eine hal­be Stun­de spä­ter spielt er Mal­colm die zwei Vi­de­os vor. Ohne ein Wort zu sa­gen. Mal­colm reißt die Au­gen weit auf. Im­mer wie­der mur­melt er: ,Das gib­t's doch nicht.' Als es durch ist, schaut er uns völ­lig ver­wirrt an: ,Das kann doch al­les nicht wahr sein. Das ist un­ser Fah­rer.' Wort­los und auch ein we­nig rat­los tren­nen wir uns. Rat­los, weil wir un­si­cher sind, ob ich in mei­nem Buch er­wäh­nen soll, dass wir im ,Is­la­mi­schen Staa­t' wahr­schein­lich je­den Tag mit dem bru­tals­ten Hen­ker der Welt zu­sam­men wa­ren.“
HPA
 

Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon HPA » 17. Januar 2016, 17:06

Mat­thi­as Rich­ter er­in­nert sich an den Be­such bei To­den­hö­fer ganz an­ders. Er sagt, sein Freund Fre­de­ric habe ihm fünf­mal hin­ter­ein­an­der die­sel­be Fra­ge ge­stellt: „Guck doch mal, das ist doch un­ser Fah­rer, Mat­thi­as, oder?“ Er habe ihm ein Vi­deo von Ji­ha­di John ge­zeigt. Mat­thi­as Rich­ter habe sei­nem Freund ge­sagt: „Das kann sein, das kann aber auch nicht sein. Hän­gen­de Au­gen­li­der, lan­ge Haa­re, die wol­len doch alle aus­se­hen wie Mo­ham­med, was ist dar­an be­son­ders?“ Es gibt die­se Fra­ge nicht im Buch, im Best­sel­ler.
Un­um­strit­ten ist Jür­gen To­den­hö­fer nie ge­we­sen. Nicht, be­vor er in das Ge­biet des IS fuhr, schon gar nicht, als er von dort zu­rück­kehr­te und dar­über ein Buch schrieb, das sich ra­send gut ver­kauf­te. Er hat da­mit neue Be­wun­de­rer ge­fun­den, die sa­gen: Gut, dass sich ei­ner mal dort­hin ge­traut hat. Zen­sur hin oder her, we­nigs­tens habe man ech­te Bil­der, wirk­li­che Er­leb­nis­se. Und Jür­gen To­den­hö­fer hat da­mit Kri­ti­ker auf sich ge­zo­gen, die ihm vor­wer­fen, er habe sich vor den Kar­ren der Ter­ro­ris­ten span­nen las­sen, er sei die bes­te Pro­pa­gan­da­ma­schi­ne, die der IS je be­kom­men konn­te.
Ei­ner da­von, mut­maß­lich der mit der größ­ten Kom­pe­tenz, ist von nun an Mat­thi­as Rich­ter. Des­sen Schil­de­run­gen, die zu dem vor­lie­gen­den Text führ­ten, weist Jür­gen To­den­hö­fer über sei­nen Rechts­an­walt ka­te­go­risch zu­rück. Er hat an sei­nem Buch nichts zu kor­ri­gie­ren. Al­len­falls zu er­gän­zen.
So habe der Bal­kon ih­rer Woh­nung in Rak­ka ne­ben dem Blick auf zwei In­nen­hö­fe sehr wohl auch „freie Sicht auf die ge­gen­über­lie­gen­de Stra­ße“, auf Dut­zen­de von Bal­kons und zwi­schen zwei Ge­bäu­den hin­durch auch auf eine et­was wei­ter ent­fern­te Kreu­zung ge­währt. In Be­zug auf Ji­ha­di John er­gänzt To­den­hö­fer, dass sie Rich­ter zu­nächst eine Au­dio­da­tei mit des­sen Stim­me vor­ge­spielt hät­ten. Rich­ter habe dazu sinn­ge­mäß ge­äu­ßert, das sei doch der Fah­rer.
Und was Jür­gen To­den­hö­fer über Mat­thi­as Rich­ter ali­as Mal­colm in sei­nem Buch nicht so de­tail­ge­treu er­wähn­te, das reicht er dem SPIEGEL jetzt, eben­falls über sei­nen Rechts­an­walt, nach. „Zur Per­son Ih­res In­for­man­ten“ will noch ge­sagt sein: „Sei­ne op­ti­schen wie akus­ti­schen Wahr­neh­mungs­mög­lich­kei­ten wa­ren er­heb­lich ein­ge­schränkt, weil sein be­vor­zug­ter Auf­ent­halts­ort, ei­nes be­harr­li­chen Durch­falls we­gen, das Klo war.“
So steht Dar­stel­lung ge­gen Dar­stel­lung. Jür­gen To­den­hö­fer, das lässt sich fest­hal­ten, hat sei­nen ei­ge­nen, ganz be­son­de­ren Blick, auf die Din­ge und die Men­schen.
HPA
 

Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon Spartacus » 17. Januar 2016, 17:15

Danke für`s Einstellen HPA.

To­den­hö­fer kommt nicht auf den Ge­dan­ken, die PR-Ma­schi­ne des IS, in de­ren Ge­trie­be er ge­rät, zu be­schrei­ben. Das wi­der­spricht of­fen­bar der Rol­le, die er für sich selbst vor­ge­se­hen hat.


Das dürfte wohl hinkommen.

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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon augenzeuge » 17. Januar 2016, 17:26

Gute Story. Ist schon lustig. Keiner von euch hat das Buch gelesen, aber das Urteil steht. Weil u.a. ein Balkon beschrieben wird, der nicht da war. [flash]

Und einem dritten Mann muss man unbedingt glauben. Das der nun auch nur Geld machen will, ist verständlich. Ob seine Sicht wirklich der Wahrheit entspricht ist spekulativ. Hauptsache man kann Todenhöfer unglaubhaft machen. Mich interessiert das drumherum gar nicht. Es geht um die Aussagen des IS. Immerhin nimmt das Interview mit Abu Quatadah 120 Seiten ein. Schon allein deswegen lohnt sich das Buch. [wink]

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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon HPA » 17. Januar 2016, 17:36

AZ, ich hab es eingestellt um alle Seiten dieser Reise zu beleuchten. Unkommentiert . Ein Urteil muss jeder für sich selber finden.
HPA
 

Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon Spartacus » 17. Januar 2016, 17:46

Immerhin nimmt das Interview mit Abu Quatadah 120 Seiten ein.


Und du findest es gut, dass Todenhöfer diesem Hass - Prediger so viel Raum in seinem Buch gibt, wobei um welchen Abu Quatada handelt es sich in diesem Interview denn?

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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon augenzeuge » 17. Januar 2016, 17:53

HPA hat geschrieben:AZ, ich hab es eingestellt um alle Seiten dieser Reise zu beleuchten. Unkommentiert . Ein Urteil muss jeder für sich selber finden.


Das ist auch gut so. Aber ich bedaure schon, dass man der Seite des Buches so wenig Raum gibt. Und ich habe das Gefühl, es geht nicht um die neuen Infos. z.B. aus dem Interview, die wirklich keiner vorher kannte, sondern um den Schreiber, den man disqualifizieren muss. Und das finde ich schade.

@Sparta
Du weiß nicht einmal um wen es sich handelt? Das ist peinlich, Sparta.... [peinlich]

Ja, ich finde es es wichtig, wenn man mal liest, wie die ticken. Deshalb wollte ich das Buch ja haben.
Wir berichten doch über alle Irren auf dem Globus, warum nicht über jene die uns bedrohen? Das Thema ist aktuell, betrifft alle.
Grad du, der unbedingt die Veröffentlichung von "Mein Kampf" befürwortet, sollte dafür Verständnis haben.

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Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon HPA » 17. Januar 2016, 17:58

AZ es geht nicht darum, dass von den Irren dieser Welt berichtet wird, sondern wie von diesen Irren berichtet wird. Und da wandelt Todenhöfer nicht ganz unparteiisch auf ziemlich dünnem Eis.
Siehe auch seine Statements zum Gaza Konflikt

Und wer als vermeintlich unabhängiger Journalist eine dringend nötige Distanz zu Terroristen aufgibt, macht sich der Kollaboration schuldig.

Das erinnert mich an das journalistische Desaster um das Gladbecker Geiseldrama
Zuletzt geändert von HPA am 17. Januar 2016, 18:02, insgesamt 2-mal geändert.
HPA
 

Re: Jürgen Todenhöfer "10 Thesen gegen den Hass - Feindbild Islam"

Neuer Beitragvon augenzeuge » 17. Januar 2016, 17:59

HPA hat geschrieben:AZ es geht nicht darum, dass von den Irren dieser Welt berichtet wird sondern wie


Richtig. Das wollt ich ja zeigen.....aber....

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