Mythos Bergbau

Welche Musik ist gut? Einen guten Film gesehen? Büchervorstellungen oder -diskussionen? Irgend ein anderes Thema welches interessiert? Der Bereich für allgemeine Themen welche nicht das Thema DDR/BRD betreffen. Interessante Artikel, aktuelle Ereignisse und Entwicklungen.

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Edelknabe » 14. Oktober 2013, 19:01

Wo wurde aus dem jungen Habenichts Jörg doch gleich der Habewas? Na genau Jörg, erst im Westen. Und nein, wir reden hier wahrscheinlich aneinander vorbei...gerade weil wir uns im Forum doch liebend gerne und hinterfotzig immer mit voller Absicht einen gegenseitig überhelfen wollen...wegen der Rechthaberei(bestes Beispiel dazu unser Verfasser).

Da fällt mir doch noch was zum Thema ein...textete ich gerade an einen User per PN;

"Nu begründe mir das mal XYZ, nur unter uns Beiden. Wenn die Bergleute Ost damals genug verdienten(dein Text) schaffe ich doch nicht aus Langeweile 500%...das ist doch vollkommen unlogisch=??????"

"Und nur wenn ich die 500% auch bezahlt bekomme(und die Anderen meinetwegen ihre 100%), nur dann macht sowas Sinn, sonst nicht. Denn dann sind mir die anderen Hauer neben mir vollkommen egal, ich schufte mehr, verdiene gerechterweise mehr und hier kommt der eigentliche Knackpunkt, denn genau sowas wäre im Bergbau West vielleicht Gang und Gäbe gewesen aber bestimmt nicht im Sozialismus?"

Rainer-Maria
Benutzeravatar
Edelknabe
Grenztruppen
Grenztruppen
 
Beiträge: 19780
Bilder: 57
Registriert: 2. Mai 2010, 09:07

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon pentium » 14. Oktober 2013, 19:28

Bei der Heiligen Barbara!
Mensch, Rainer wir schreiben das Jahr 1948! Was willst du da mit Geld?
Und von Sozialis..., kann auch noch keine Rede sein! Was soll das? Was hat der Kumpel im Westen damit zu schaffen?
Noch mal zum lesen!
"Hennecke fuhr in den Karl-Liebknecht-Schacht des Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers ein und förderte am 13. Oktober 1948 statt der üblichen 6,3 Kubikmeter (Hauer-Norm) in einer gut vorbereiteten Schicht 24,4 Kubikmeter Kohle. Die Abbaustelle hatte er sich am Tag zuvor ausgesucht. Damit erfüllte er die Arbeitsnorm mit 387 Prozent. Für diese Leistung erhielt Hennecke 1,5 Kilogramm Fettzulage, drei Schachteln Zigaretten, eine Flasche Branntwein, 50 Mark Geldprämie sowie einen Blumenstrauß des Kollektivs."

Was sagen uns diese Zeilen. In einer gut vorbereiteten Schicht! Wie schon im Thema weiter oben geschrieben, Hennecke war einer der wenigen gelernten Fachkräfte unter Tage, die anderen Fachleute waren bei der Wismut. Viele Bergleute im Revier waren Quereinsteiger! Wie schon gesagt wir sind im Jahr 1948!

Glück Auf!
pentium

PS. Ein Jahr später erhielt Hennecke 1949 als eine der ersten Personen den neu gestifteten Nationalpreis der DDR I. Klasse, der mit 100.000 Mark dotiert war.
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 57530
Bilder: 164
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon pentium » 14. Oktober 2013, 20:56

"Irrlicht und Feuer" von Max von der Grün.

"Denn der Roman "Irrlicht und Feuer", der auch eine Kritik an der modernen Leistungs- und Konsumgesellschaft war, wurde als skandalös empfunden - umso mehr, als ausgerechnet das DDR-Fernsehen den Stoff verfilmte."

Quelle:
http://www.lyrikwelt.de/rezensionen/irr ... euer-r.htm

Rainer-Maria, warum sollen wir dieses Buch lesen. Was hat eine Kritik an der modernen Leistungs- und Konsumgesellschaft, mit einem Bergmann im Jahre 1948 zu schaffen?
Da habe ich eher einen Filmtipp für dich: Sonnensucher

Sonnensucher ist ein 1958 fertiggestellter DEFA-Film von Konrad Wolf, der allerdings aufgrund seiner kritischen Darstellung des Uranbergbaus der SDAG Wismut erst 1972 in die Kinos der DDR kam. In dem Film geht es um die Konflikte zwischen der sowjetischen Betriebsleitung und den deutschen Arbeitern und Kommunisten, die teilweise unfreiwillig zum Arbeitsdienst einberufen worden sind.

Ja, geht um die Wismut, aber passt besser!

mfg
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 57530
Bilder: 164
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Edelknabe » 15. Oktober 2013, 05:54

Mann Mann Pentium das leuchtet mir doch langsam ein mit dem Jahr 1948 und den Lebensmittel-Gutscheinen statt dem Geld. Und außerdem textete ich am Anfang schon, das der "Bergmann West" die falsche Bezeichnung fürs Jahr 48 ist??? Und von Fachleuten und Ungelernten ebenfalls mensch Maier verdammt und zugenäht!!!
So langsam reden wir hier im Fred wahrscheinlich aneinander vorbei.

Was war denn dieser Hennecke eigentlich für ein Bergmann so Jörg sein Text gestern mit:

"Sie sahen in ihm den Normbrecher. Sein Auto wurde angezündet; die Fensterscheiben an seinem Wohnhaus eingeworfen."

Ein einfacher Bergmann und schon ein eigenes Auto....1948??? Ein Wohnhaus dazu? Dann kam der Mann doch erst aus dem Sauerland oder habe ich da was falsch gelesen? War der Mann irgendwie priviligiert oder was? Oder ein Malocher, ein Wühlschwein vor dem Herrn....das jetzt im positiven produktiven Sinne, denn ein Habenichts war der Adolf wohl in dieser beschissenen Nachkriegszeit bestimmt nicht?

Rainer-Maria und einen guten Tag allen ins Forum
Benutzeravatar
Edelknabe
Grenztruppen
Grenztruppen
 
Beiträge: 19780
Bilder: 57
Registriert: 2. Mai 2010, 09:07

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon SkinnyTrucky » 15. Oktober 2013, 07:43

Edelknabe hat geschrieben:Ein einfacher Bergmann und schon ein eigenes Auto....1948??? Ein Wohnhaus dazu? Dann kam der Mann doch erst aus dem Sauerland oder habe ich da was falsch gelesen?


Naklar Rainer Maria, der brachte ja richtiges Geld mit.... [wink]


groetjes

Mara
Wenn es heute noch Menschen gibt, die die DDR verklären wollen, kann das nur damit zusammenhängen, dass träumen schöner ist als denken.... (Burkhart Veigel) Bild
Benutzeravatar
SkinnyTrucky
Flucht und Ausreise
Flucht und Ausreise
 
Beiträge: 9172
Bilder: 73
Registriert: 25. April 2010, 20:07
Wohnort: at the dutch mountains

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon pentium » 15. Oktober 2013, 08:02

Ja, Reichsmark! Rainer-Maria, Hennecke kam 1926 in den sächsischen Bergbau, hat @ Icke doch schon geschrieben. Aber gut jetzt! Es wird langweilig. Deshalb lade ich den Edelknaben nach Oelsnitz ein, dort kannst dich dann im Bergbaumuseum genauer informieren!
Oelsnitz im Erzgebirge, Rainer-Maria, gleich neben Lugau. Nicht das du mir in das andere Oelsnitz fährst!

Glück Auf!
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 57530
Bilder: 164
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon vs1400 » 15. Oktober 2013, 10:11

Edelknabe hat geschrieben:Mann Mann Pentium das leuchtet mir doch langsam ein mit dem Jahr 1948 und den Lebensmittel-Gutscheinen statt dem Geld. Und außerdem textete ich am Anfang schon, das der "Bergmann West" die falsche Bezeichnung fürs Jahr 48 ist??? Und von Fachleuten und Ungelernten ebenfalls mensch Maier verdammt und zugenäht!!!
So langsam reden wir hier im Fred wahrscheinlich aneinander vorbei.

Was war denn dieser Hennecke eigentlich für ein Bergmann so Jörg sein Text gestern mit:

"Sie sahen in ihm den Normbrecher. Sein Auto wurde angezündet; die Fensterscheiben an seinem Wohnhaus eingeworfen."

Ein einfacher Bergmann und schon ein eigenes Auto....1948??? Ein Wohnhaus dazu? Dann kam der Mann doch erst aus dem Sauerland oder habe ich da was falsch gelesen? War der Mann irgendwie priviligiert oder was? Oder ein Malocher, ein Wühlschwein vor dem Herrn....das jetzt im positiven produktiven Sinne, denn ein Habenichts war der Adolf wohl in dieser beschissenen Nachkriegszeit bestimmt nicht?

Rainer-Maria und einen guten Tag allen ins Forum


"... Hennecke war der Sohn eines Bergmanns und wuchs nach dem Tod seiner Eltern bei seinem Onkel auf. Nach der Schule absolvierte er von 1919 bis 1922 eine kaufmännische Lehre. Ab 1925 arbeitete er als Bergmann und wechselte 1926 in den sächsischen Bergbau. 1931 trat er in die Revolutionäre Gewerkschaftsopposition und nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 in die SPD ein. 1948 wurde er in die Betriebsgewerkschaftsleitung gewählt und war Mitglied der Wettbewerbskommission des Karl-Liebknecht-Werkes sowie im Verwaltungsrat der VVB Kohle. 1950 wurde Hennecke zum Studium an die Bergakademie Freiberg delegiert.[1]

Im Oktober 1950 wurde er in die Volkskammer der DDR gewählt.[2]

Später wurde Hennecke leitender Mitarbeiter der Staatlichen Plankommission der DDR und war bis zu seinem Tod Mitglied des Zentralkomitees der SED. ..."
quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Hennecke

gruß vs [hallo]
vs1400
 

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon pentium » 15. Oktober 2013, 11:16

@VS, dass haben wir doch dem Edelknaben alles schon aufgeschrieben!
Sag mal Rainer-Maria, was stört dich eigentlich an dem Aktivisten der ersten Stunde? Natürlich hatte der Hennecke 1948 noch kein Auto! 1948 hat es bestimmt auch niemenden mehr gestört wo jemand herstammt und unter Tage war das schon immer wurst! Hier habe ich noch einen Link für dich Rainer-Maria.

Das Leben des Adolf Hennecke
Ich bin Bergmann, wer ist mehr?

Zitat:
Zwei Jahre nach der legendären Sonderschicht verließ der damals 45-jährige Hennecke Oelsnitz und wechselte ins Ministerium für Koh­le und Energie nach Berlin. Der Berg­mann kehrte seinem Revier den Rü­cken und wurde „Multifunktionär", beschreibt die Tochter heute. Dass der Weggang wohl auch durch den Hass initiiert wurde, der Hennecke nach der neuen Norm entgegen­schlug, bleibt in der 220-Seiten-Biografie eher eine Randnotiz.

Hennecke ist auch nach Jahr­zehnten noch immer eine Figur mit zwei Gesichtern: Der Propaganda­-Held und der Mitreißer, das wurde am Donnerstagabend deutlich. „Für mich war Adolf Hennecke ein Mann, der am Aufbau mitgewirkt hat", rief Günter Löffler (83) mit fes­ter Stimme am Donnerstagabend durch den Saal. Er musste als Lehr­ling damals bei der Sonderschicht 1948 mithelfen und ist bis heute von dem „ehrlichen Bergmann" faszi­niert.

Die Suche nach der Wahrheit ist schwierig und im Fall Hennecke vielleicht aussichtslos. Man will der Tochter glauben, dass ihr Vater nur Verbesserungen für die Bergleute er­reichen wollte. Doch spätestens, als er 1949 den Nationalpreis samt 100.000 Mark erhielt, war er nicht mehr wirklich einer von ihnen.

„Ich bin Bergmann, wer ist mehr?" - diesen Spruch wollte Hen­necke auf einen Orden für verdiente Bergleute prägen lassen. „Nicht aus Überheblichkeit, sondern aus Ach­tung für diese schwere Arbeit", versi­chert seine Tochter. Die Obersten in Berlin lehnten den Vorschlag ab. Die Tochter wählte diesen Satz trotzdem als Titel der Biografie. „Mein Vater war Bergmann, und das ist er in sei­nem Herzen immer geblieben."

http://www.oelsnitz.net/index.php/zeitz ... necke.html

Glück Auf!
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 57530
Bilder: 164
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Edelknabe » 15. Oktober 2013, 11:56

Na Pentium, da schieb ich doch gleich noch meinen Satz hinterher..."Ich war Einer vom DDR-Bau, wer bitteschön ... ..."ne ne,besser nicht, der Rainer ist ja nicht im Vorruhestandsnebenbeischaffensprozess größenwahnsinnig geworden. Denn selbst die Kloofrau bei uns im Leipziger Osten an der Markuskirche vor 1978 hatte nen wirklich ehrenwerten Beruf, ne besser ihre Tätigkeit mit viel Liebe so wie der Rainer auch ausgeübt.

Rainer-Maria ich muss in die Heia tut mir leid, sonst bin ich nicht in Form für meinen sechstäglichen Nachthärtetest...bis heute Abend, rasiert, gewaschen...einfach gut drauf denn Arbeit macht das Leben süß...und faul bin ich auch...manchmal.
Benutzeravatar
Edelknabe
Grenztruppen
Grenztruppen
 
Beiträge: 19780
Bilder: 57
Registriert: 2. Mai 2010, 09:07

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon pentium » 15. Oktober 2013, 12:04

Rainer-Maria, extra für dich eine Gute-Nacht-Geschichte!

Der Traum des Daniel Knappe
Annaberg-Buchholz, Erzgebirge

Das muß eine wilde Zeit gewesen sein, denn dicke Waldungen bedeckten noch den Pöhlberg und die anderen Berge, und die Bären und Wölfe kamen bis vor der Menschen Häuser. Im Dorfe Frohnau lebte damals ein Bergmann mit seiner kranken Frau und sieben Kindern. Er war ein fleißiger und rechtschaffender Mann und hieß Daniel Knappe. Unverschuldet war er in große Not geraten und wußte keinen Außweg.
Da schien ihm eines Tages im Traume ein Engel. Er sprach zu ihm: "Geh morgen hinaus in den Wald droben am Fuße des Schreckenberges. Dort wirst du eine Tanne finden, die alle anderen Bäume an Höhe überragt. Sie hat in den Zweigen ein Nest mit goldenen Eiern. Suche den Baum, denn die Eier sind dein! Doch wisse sie auch wohl zu gebrauchen!"
Am nächsten Morgen brach der Bergmann auf, um draußen im Walde jenen wundersamen Baum zu suchen. Und bald hatte er nahe der Wolfshöhle die Tanne entdeckt, von der er sich die goldenen Eier versprach. Das machte ihn fröhlich. Bis in des Wipfels höchste Zweige war er gestiegen, doch fand er weder Nest noch die goldenen Eier. Da kehrte seine alte Traurigkeit zurück.
Und weil ihm der Baum genarrt hatte, stieg er unmutig herab, um sich am Fuße des Baumes eine kleine Ruhe zu gönnen. Er dachte über sein Schicksal nach und auch darüber, ob er den Traum nicht falsch gedeutet haben könne. Dabei fiel ihm ein, daß unter den Zweigen wohl auch die Wurzeln des Baumes vestanden sein könnten. So eilte er heim hohlte Gezäh und begann, nahe des Baumes die Dammerde zu durchbrechen, um einzuschlagen. Er glaubte, den Augen nicht trauen zu dürfen, denn gar nicht weit von der Oberfläche blinkten ihm mächtige Silbergänge entgegen, die nach allen Seiten strichen.
Ein solcher Anbruch konnte nicht verborgen bleiben. Alsbald war die Kunde über alle Lande verbreitet. Das machte Mut zum Bergbau. Und so zogen viele herzu, um sich in der wilden Gegend niederzulassen und zu schürfen. Herzog Georg den Bärtigen veranlaßte das, eine neue bergstadt zu gründen. Am 21. September 1496 wurde der Grundstein zum ersten Haus dieser neuen Stadt am Schreckenberg gelegt, die später Sankt Anna zu Ehren Annaberg geheißen wurde. Zum Andenken an Daniel Knappe heißen noch heute die bergleute im allgemeinen die Knappen und der Fundort nach Knappes Weib Katharina Kathelstein.

(Quelle: Die Silberne Rose - Europäische Bergmannssagen von Blechschmidt, Leipzig 1984, Sagenbuch des Königreiches Sachsen von Meiche, Leipzig 1903)

Süße Träume

Pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 57530
Bilder: 164
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Edelknabe » 15. Oktober 2013, 18:02

Eine gute Geschichte Pentium, ich danke dir hiermit.Das Thema könnte also erst einmal zur Ruhe kommen.

Rainer-Maria
Benutzeravatar
Edelknabe
Grenztruppen
Grenztruppen
 
Beiträge: 19780
Bilder: 57
Registriert: 2. Mai 2010, 09:07

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon pentium » 15. Oktober 2013, 18:21

Der Traum des Daniel Knappe
Der Maler Hans Hesse hat um 1515 die Sage als Bild im Mittelteil des Annaberger Bergaltars festgehalten. Knappe wird hier von Daniel geführt, den in der Bibel genannten Traumdeuter.

hesse-bergaltar-knappe.jpg


mfg
pentium
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 57530
Bilder: 164
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Edelknabe » 16. Oktober 2013, 17:55

Was mich abschließend zum Thema eigentlich noch interessiert siehe Pentiums Textauszug:

"Dass Henneckes Leistung nur relativ gut war, beweisen Bergmänner, die im November 1948 die Norm mit über 500 Prozent erfüllten."

Wurde dann Henneckes Normerfüllung oder die oben geschafften 500 Prozent gleich 100 Prozent siehe die tägliche Tages/Schichtvorgabe? Oder baggerte Jeder Hauer für sich, bekam also auch seine persönliche Untertageleistung vergütet? Der Eine halt mehr, der andere weniger?

Denn letzteres kann ich mir ehrlichgesagt schlecht vorstellen, weil eben das Kollektiv, die Brigade eine wichtige gemeinsame, auch eigenverantwortliche Größe im Sozialismus verkörperte. Sollte eigentlich nur soviel heißen, der Einzelne war mit Sicherheit nicht angehalten, seine Kollegen von der Normerfüllung her zu übertrumpfen, ...nennen wir es um das einmal auf die heutige Zeit zu übertragen "die Leute gegenseitig auszuspielen"

Rainer-Maria
Benutzeravatar
Edelknabe
Grenztruppen
Grenztruppen
 
Beiträge: 19780
Bilder: 57
Registriert: 2. Mai 2010, 09:07

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Icke46 » 16. Oktober 2013, 18:22

Ein Gutes hat dieser Thread für mich:

Es scheint, als wäre der Karl-Liebknecht-Schacht in Oelsnitz(Erzg.) heute Bergbau-Museum Oeslnitz ( http://www.bergbaumuseum-oelsnitz.de/ ) auch einen Besuch wert.

Ist auf alle Fälle auf meine Todo-Liste gekommen.

Gruss

icke
Benutzeravatar
Icke46
 
Beiträge: 8646
Bilder: 0
Registriert: 25. April 2010, 18:16
Wohnort: Hannover-Peine

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Edelknabe » 16. Oktober 2013, 18:25

Da bin ich dabei icke, lass mich also rechtzeitig wissen, wann es losgeht?

Rainer-Maria
Benutzeravatar
Edelknabe
Grenztruppen
Grenztruppen
 
Beiträge: 19780
Bilder: 57
Registriert: 2. Mai 2010, 09:07

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Spartacus » 16. Oktober 2013, 18:27

icke46 hat geschrieben:Ein Gutes hat dieser Thread für mich:

Es scheint, als wäre der Karl-Liebknecht-Schacht in Oelsnitz(Erzg.) heute Bergbau-Museum Oeslnitz ( http://www.bergbaumuseum-oelsnitz.de/ ) auch einen Besuch wert.

Ist auf alle Fälle auf meine Todo-Liste gekommen.

Gruss

icke


Gabs das nicht schon zu DDR - Zeiten und in das Schaubergwerk fuhr man noch mit dem "Arschleder" ein. [grins]

LG

Sparta


Ich bin stolz darauf, kein Smartdingsbums zu besitzen.
Nicht Deutschland schafft sich ab, sondern Deutschland schaltet sich ab.
Habeck und Baerbock in die Produktion. Die Grünen sind eine fortschrittsfeindliche Sekte.



Benutzeravatar
Spartacus
 
Beiträge: 28840
Bilder: 0
Registriert: 28. März 2013, 19:01
Wohnort: Bayern

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon pentium » 16. Oktober 2013, 18:29

Ja, kann ich nur empfehlen! Vor allem wegen der großen Überraschung zum Schluß!
Aber ich will nicht zu viel verraten.

mfg
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 57530
Bilder: 164
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Icke46 » 16. Oktober 2013, 18:31

Sicher gabs das schon - seit 1986, wenn ich nicht irre [wink] - nichtsdestotrotz ist es interessant -
übrigens genau wie das Kali-Schaubergwerk in Sondershausen, wo man 800 m unter der Erde eine Kahnpartie
machen kann - oder eben die Rutsche mit dem Arschleder [grins] .

Gruss

icke
Benutzeravatar
Icke46
 
Beiträge: 8646
Bilder: 0
Registriert: 25. April 2010, 18:16
Wohnort: Hannover-Peine

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon pentium » 16. Oktober 2013, 19:36

»Stolz, ein Bergmann zu sein!«

Zitat:
„Platzangst! Da bin ich gleich wieder ausgefahren“

Ein Büro-Mensch war ich gewesen, bevor ich aus der damaligen DDR nach West-Berlin floh. Was kannte ich vom Bergbau? Nichts. Bergbau, das sei was für ganze Kerle, gutes Geld könne man verdienen und nach der Schicht im Grünen leben ... Das und mehr versprachen die Herren vom EBV, die zu uns ins Flüchtlingslager gekommen waren und Arbeitskräfte anwarben. Auch ich landete auf EMIL MAYRISCH. Mit 22 Mann machten wir uns damals auf in den Westen. Zwei davon sind geblieben; den meisten sagte die Arbeit vor Kohle nicht zu. Mancher hat nicht durchgehalten. Ja, das war schon ein gewaltiger Unterschied zwischen Werbung und Wirklichkeit.

Hier die ganze Geschichte
http://www.spurensuche-aldenhoven.de/st ... gmann.html

mfg
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 57530
Bilder: 164
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon vs1400 » 16. Oktober 2013, 21:15

dann möchte ich auch mal etwas aus meiner heimat beitragen.
insidern wird er nicht er nicht unbekannt sein, der Röhrigschacht bei Wettelrode,
noch nen kleines video dazu ...
und noch etwas über den bergbau im mansfelder land ... .

gruß vs [hallo]
vs1400
 

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon pentium » 16. Oktober 2013, 21:21

Hallo VS,
ich füge mal noch einen Link zu deinem Beitrag hinzu, über den Bergbau im Mansfelder Land

http://www.harzlife.de/harzrand/bergbau ... _land.html

mfg
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 57530
Bilder: 164
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon vs1400 » 16. Oktober 2013, 22:01

pentium hat geschrieben:Hallo VS,
ich füge mal noch einen Link zu deinem Beitrag hinzu, über den Bergbau im Mansfelder Land

http://www.harzlife.de/harzrand/bergbau ... _land.html

mfg
pentium


ich bin diesbezüglich recht gut sortiert pentium,
falls bedarf besteht, geb ich dir gern nen nen paar tipps zu aussagekräftiger lektüre.
in netz gibt es jedoch noch ne interessante HP zum thema. [wink]

gruß vs [hallo]
vs1400
 

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon pentium » 5. November 2013, 16:34

Sehr Interessant @VS

Aber mal zurück zum hier und heute. Heute in der Freien Presse.

"Niederschlag. Drei Jahre nach Beginn der Erschließung nimmt am Freitag zum ersten Mal nach rund vier Jahrzehnten in Deutschland ein neues Bergwerk den Betrieb auf: die Grube Niederschlag zwischen Bärenstein und Oberwiesenthal. Seit wenigen Wochen läuft der Probetrieb der Anlagen, mit denen Fluss- und Schwerspat gefördert und aufbereitet werden soll - ein wichtiger Rohstoff für die chemische Industrie und die Baustoffbranche."

Na dann: Glück Auf!

mfg
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 57530
Bilder: 164
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon pentium » 16. November 2013, 13:48

Wer sich dafür interessiert!

Wismut-Bergbau in und um Annaberg-Buchholz (1946-1959)

http://www.untertage.com/publikationen/ ... -1959.html

mfg
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 57530
Bilder: 164
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon pentium » 23. Dezember 2013, 15:20

Bergparade zur Mettenschicht am 03.12.2011 in Freiberg



Noch immer ist das Erzgebirge vom Bergbau geprägt. Ein alter bergmännischer Brauch ist die Mettenschicht. Sie war die letzte unter Tage gefahrene Schicht vor Weihnachten und wird auch heute noch in vielen erzgebirgischen Städten und Dörfern feierlich begangen.
Der Steiger beendete diese Schicht vorzeitig mit einem Klopfzeichen, mit dem er die Bergleute herausklopfte. Anschließend hielt er im Huthaus, welches reichlich geschmückt war, eine Art Predigt. Durch das Singen von Bergmannsliedern (z. B. Der Steiger) dankten die Bergleute für den Bergsegen. Ein einfaches, typisches Essen beendete die Schicht. Das Essen bestand meist aus Bratwurst mit Kartoffelbrei und Sauerkraut sowie einem Kräuterschnaps

Glück Auf!
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 57530
Bilder: 164
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon pentium » 25. Februar 2014, 16:29

In der "Volksstimme" gab es am 13.02.1014 einen Artikel zum Wismutbergbau im Harz:

Uran, Wismut, Wernigerode und Nationalpark Harz

http://www.volksstimme.de/nachrichten/l ... -Harz.html

War mir völlig neu! Die Wismut im Harz!

mfg
pentium
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

Freundeskreis Schloss Hubertusburg e. V.
http://www.freundeskreis-hubertusburg.de
https://www.schloesserland-sachsen.de/de/startseite/
Benutzeravatar
pentium
 
Beiträge: 57530
Bilder: 164
Registriert: 9. Juli 2012, 16:12
Wohnort: Sachsen/Erzgebirge

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Interessierter » 15. März 2014, 09:54

Als Völkershausen vor 25 Jahren zwölf Sekunden bebte

Vor 25 Jahren ereilte ein Gebirgsschlag das Dorf Völkershausen bei Merkers und beschädigte große Teile des Ortes. Ursache war eine Sprengung in der nahegelegenen Kaligrube.

"Vor 25 Jahren sah es hier aus wie nach dem Krieg." Der Mann trägt einen dicken Ordner unterm Arm. Er ist der Bürgermeister Jochen Meyer und der Ordner ist voller Schwarz-Weiß-Fotos aus den Tagen nach dem "Danach". Heruntergerissene Leitungen, Fassaden mit tiefen Rissen, der geborstene schiefe Kirchtum, Dächer mit klaffenden Löchern zwischen den Ziegeln, Häuser, von denen nur das Fachwerk wie ein Skelett in den Himmel ragt.

Der Mann hat recht. So stellt man sich ein Dorf in den letzten Kriegstagen vor. Ich frage eine junge Mutter, die den Nachwuchs im Kinderwagen spazieren fährt. Acht Jahre war sie damals. Sie erzählt von der Angst, als sich plötzlich die Wände des Zimmers bewegten, in dem sie gerade Hausaufgaben machte, wie sie mit ihrem Bruder auf die Straße lief.

Weiter hier:
http://www.thueringer-allgemeine.de/web ... -925519644
Interessierter
 

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 15. März 2014, 10:14

Ich habe dazu keine Zeitungen mehr, aber meine Erinnerungen....
In der Region war man sich schnell der auslösenden Ursachen bewusst. Nicht so im Rest der Republik. Der wurde erstmal darauf eingestimmt, dass der Westen die Ursachen setzte. So dicht am Grenzrand konnte nur der Imperialismus die Schuld tragen.

Wer rühmte sich Letztens erst seines höhere Wissens und begleitender Fachliteratur?
Vielleicht kann ja Thoth mal ein paar alte alte Propagandaschnipsel beisteuern? [ich auch]

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Nostalgiker » 15. März 2014, 10:32

Außer einer ***** Anmache in meine Richtung fällt Dir zum Thema auch nichts weiter ein.

Es gab im Frühjahr '89 für mich wichtigeres als mich mit 'nem Gebirgsschlag oder wie das fachlich richtig heißt zu befassen .....

Thoth
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts zu verlieren hat. Janis Joplin

Psychologen haben herausgefunden, dass Menschen, die immer bei anderen auf die Rechtschreibfehler hinweisen, eine Persönlichkeitsstörung haben und unzufrieden mit ihrem Leben sind. Netzfund
Benutzeravatar
Nostalgiker
 
Beiträge: 14084
Registriert: 28. August 2012, 12:36

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 15. März 2014, 11:37

Ich bin bemüht eine Diskussion anzukurbeln.
Was lag da näher, als Dich zu befragen. Nicht Alles und Jedes ist negativ Thoth! Was Du empfindest, hat schon etwas von Verfolgungswahn.
Sieh meine Fragen doch einfach wertneutral, dann klappts auch mit Herrn Zottmann. [wink]

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

VorherigeNächste

Zurück zu Offtopic / Tagespolitik

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste