Mythos Bergbau

Welche Musik ist gut? Einen guten Film gesehen? Büchervorstellungen oder -diskussionen? Irgend ein anderes Thema welches interessiert? Der Bereich für allgemeine Themen welche nicht das Thema DDR/BRD betreffen. Interessante Artikel, aktuelle Ereignisse und Entwicklungen.

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Hausfreund » 3. September 2013, 18:58

Spartacus hat geschrieben:Als ich dann als junger Bursch, meine erste Altbauwohnung hatte, hatte ich auch meine geliebten Öfen
wieder und wollte schon deshalb nicht in die Platte.

So unterschiedlich ist das Leben, Spartacus.
Für mich waren Fernheizung und warmes Wasser "aus der Wand" eine wahre Erlösung nach 40 stinkenden Jahren mit Kohlendreck usw.
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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Spartacus » 4. September 2013, 17:17

Hausfreund hat geschrieben:
Spartacus hat geschrieben:Als ich dann als junger Bursch, meine erste Altbauwohnung hatte, hatte ich auch meine geliebten Öfen
wieder und wollte schon deshalb nicht in die Platte.

So unterschiedlich ist das Leben, Spartacus.
Für mich waren Fernheizung und warmes Wasser "aus der Wand" eine wahre Erlösung nach 40 stinkenden Jahren mit Kohlendreck usw.


Da hast Du wohl Recht, Hausfreund.

Muttern war ansonsten ja von der Platte begeistert, wie ich ja schon schrieb.

Ansonsten feiert der gute alte Kachelofen hier in Bayern ja gerade wieder fröhliche Auferstehung und wird
praktisch in allen neuen Einfamilienhäusern wieder mit eingebaut.

Hat was mit der Tradition zu tun, was mit Heizungskosten sparen und natürlich sieht so was auch sehr schick
aus, macht halt was her.

LG

Sparta


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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Hausfreund » 4. September 2013, 18:39

Spartacus hat geschrieben:Ansonsten feiert der gute alte Kachelofen hier in Bayern ja gerade wieder fröhliche Auferstehung und wird
praktisch in allen neuen Einfamilienhäusern wieder mit eingebaut

Keine Frage, lieber Spartacus,

wenn ich demnächst mit meinen Millionen und Volkers Hilfe ein schnuckliges Häuschen baue, dann gibt es neben dem Kernreaktor im Keller (zur Grundversorgung) auch einen lauschigen Kamin, junge Weiber, alte Single Malts so weiter.
Alle sind eingeladen - im nächsten Leben! [grins]
Hausfreund
 

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 4. September 2013, 21:10

Danke für die Einladung lieber Hausfreund...
Im Kamin kannst Du dann die Reste Deiner Brennstäbe verfeuern, sparst so das Holz hacken...

Wie es im Jenseits wirklich aussieht weiß keiner so recht. Doch falls wir uns treffen würden, auf die "Jungen Weiber" und den Malt Whisky würde ich gern zurückkommen, aber lass mich bitte mit jeglicher körperlicher Arbeit in Ruhe, zumindest im nächsten Leben. [flash]

Gruß, und träum schön weiter. Volker
Volker Zottmann
 

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Spartacus » 6. September 2013, 18:55

Wenn wir gerade beim Whisky sind, den kann ich wärmstens empfehlen:

http://www.schottischerwhisky.com/old-p ... ears.html#

LG

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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Zicke » 6. September 2013, 19:24

da ist mir ein Bruichladdich lieber
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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Karl_Stülpner » 6. September 2013, 23:14

Glück Auf Männers.
Das mit dem Schwerspat lohnt sich nur weil der Weltmarktpreis momentan recht gut ist und weil an der neuen Auffahrung scheinbar die Fördermöglichkeiten optimal sind, ich wünsche den Leuten jedenfalls Erfolg, so viele sind es ja nicht, glaub 25.
Karl_Stülpner
 

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon vs1400 » 7. September 2013, 22:36

Karl_Stülpner hat geschrieben:Glück Auf Männers.
Das mit dem Schwerspat lohnt sich nur weil der Weltmarktpreis momentan recht gut ist und weil an der neuen Auffahrung scheinbar die Fördermöglichkeiten optimal sind, ich wünsche den Leuten jedenfalls Erfolg, so viele sind es ja nicht, glaub 25.


die bergwerke mit großen belegschaften wird es wohl auch nicht mehr geben Karl,
doch auch im mansfeldischem kupferbergbau hat man bestände neu erfasst und wenn der rohstoffpreis es zulässt,
wird man die alten lagerstätten reanimieren.

gruß vs [hallo]
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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon pentium » 9. September 2013, 15:09

40.000 Tonnen Zinn möglich/Vorbereitungen für Abbau in Gottesberg gehen voran

Heidelberg/Chemnitz. Die in Chemnitz ansässige Sachsenzinn GmbH, eine Tochterfirma der Deutsche Rohstoff AG, hat vom renommierten australischen Ingenieurbüro CSA Global (www.csaglobal.com) eine positive Einschätzung des Zinnvorkommens in Sadisdorf im Osterzgebirge erhalten. CSA geht nach Sichtung der historischen Daten davon aus, dass es möglich ist, in den bisher erkundeten Teilen der Erzkörper rund 10 Millionen Tonnen Erz mit wirtschaftlichen Gehalten nachzuweisen. Das entspräche einer Metallmenge von bis zu 40.000 Tonnen Zinn. Die Vererzung befindet sich hauptsächlich im Bereich bis 200 Meter unterhalb der Oberfläche und ist entlang der Streichrichtung als auch zur Tiefe hin noch erweiterbar. In dem erkundeten Teil der Lagerstätte gibt es Stollen aus früheren Abbauperioden, die teilweise noch begehbar sind.

http://www.rohstoff.de/2013/09/03/deuts ... potential/

Zinn wurde von der EU auf die Liste der 14 kritischen Metalle gesetzt, was für knapp werdente Vorkommen steht.

Glück Auf!
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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Hausfreund » 9. September 2013, 17:04

Und wie sieht es mit Uran aus?
Hausfreund
 

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon pentium » 9. September 2013, 17:15

Was den ehemaligen Uran-Bergbau betrifft @ Hausfreund, gibt es hier einige Beiträge.
Wirtschaftliche Unterschiede
Thema: Die letzten Wismut-Geheimnisse gelüftet

Oder was meinst du mit Uran?

mfg
pentium
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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Hausfreund » 9. September 2013, 19:42

n'Abend!

Hier wurden mögliche künftige Bergbauprojekte genannt, wozu ich als Laie nichts sagen kann. Ich finde es nur generell richtig, wenn solche Dinge vorzugsweise unter wirtschaftlicher Vernunft beurteilt werden. Möglicherweise rentiert sich ein deutscher Uranabbau künftig wieder?? mfG
Hausfreund
 

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon pentium » 10. September 2013, 16:17

Deutscher Uran-Bergbau?
Wo soll den im heutigen Deutschland noch Uran-Bergbau betrieben werden? Ich gehe mal kurz darauf ein.

Zitat:
24.800 Mal wurde in Westdeutschland seit 1958 nach Uran gebohrt. Überall suchte man nach dem Lebenselexier der Atomindustrie, im Schwarzwald, dem rheinischen Schiefergebirge, in Franken und an der Saar – und entdeckte drei rentable Lagerstättten: Menzenschwand und Müllenbach in Baden-Württemberg, Großschloppen in Bayern. Doch die Aussicht auf wenig Gewinn und Bedenken von Ökoaktivisten machten die Pläne der Schatzsucher vorerst zunichte: 1988 wurde die Exploration eingestellt. Eine Massenproduktion fand lediglich in der DDR statt, seinerzeit drittgrößtes Förderland. Seit der Wiedervereinigung und der Stilllegung der ostdeutschen Minen ist Deutschland komplett auf Importe angewiesen.

Zitat:
Doch BGR-Fachmann Schwarz-Schampera glaubt nicht an ein Revival: „Wenn man sich die Hinterlassenschaften des Uranbergbaus in Ostdeutschland anschaut, verbietet es sich geradezu, ein neues Fass aufzumachen.“

Einfach mal dem Link folgen und lesen.
http://energlobe.de/archiv/ressourcen/k ... us-sachsen

Wie gesagt, ich kann es mir nicht vorstellen, da stimme ich dem Herrn Schwarz- Schampera voll und ganz zu. Ich glaube auch kaum das ein erneuter Uran-Abbau im großen Stiel in Deutschland politisch durchsetzbar ist. Siehe Fukushima, in Japan hat ein AKW große Probleme und in Deutschland werden die Geigerzähler und Jodtabletten knapp!

Glück Auf!

Ach ja ist auch interessant:

http://www.wise-uranium.org/umwd.html
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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon pentium » 13. Oktober 2013, 18:19

Neue Erkenntnisse über Adolf Hennecke

Zitat:
Die legendäre Rekord-Frühschicht Adolf Henneckes vom 13. Oktober 1948 wird wissenschaftlich neu aufgearbeitet. Erste Ergebnisse machte das Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge am Sonntag bei Sonderführungen bekannt.

So war der legendäre Normbruch entgegen bisheriger Darstellung keine Aktion der Partei. Nach Angaben der Museumssprecherin Dagmar Borchert hat Hennecke selbst eine außergewöhnliche Leistung vorgeschlagen, weil es einen Förderrückstand von 13.000 Tonnen gab.

http://www.mdr.de/sachsen/hennecke-forschung100.html

mfg
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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Edelknabe » 14. Oktober 2013, 06:01

Kam A. Hennecke nicht aus dem Westen Deutschlands, hatte da schon als Bergmann gearbeitet war somit gewohnt nach "kapitaler Ausbeuter-Norm" zu schuften? Ich weiß..."Westen" klingt komisch 1948, ich meinte auch eher das vor 1945 eben die Normen genauso straff und für den Menschen ungesund festgelegt waren wie Heutzutage im System des Kapital.

Rainer-Maria und einen guten Tag allen ins Forum...."der Textnormbrecher"
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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon augenzeuge » 14. Oktober 2013, 07:30

Edelknabe hat geschrieben:Kam A. Hennecke nicht aus dem Westen Deutschlands, hatte da schon als Bergmann gearbeitet war somit gewohnt nach "kapitaler Ausbeuter-Norm" zu schuften?


Hennecke kam aus dem Sauerland, Nähe Attendorn. Noch heute leben Familienangehörige dort. Er hatte noch kein Jahr im Westen gearbeitet, bevor er nach Sachsen ging.

Übrigens, schon gewusst was nach seinem DDR-Rekord passierte? "Nach der Schicht wurde er nicht mehr angeschaut, nicht mehr gegrüßt von den Kumpel. Sie sahen in ihm den Normbrecher. Sein Auto wurde angezündet; die Fensterscheiben an seinem Wohnhaus eingeworfen."
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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Edelknabe » 14. Oktober 2013, 11:24

Richtig erkannt Jörg, ja so geht das Einem, "der doch die Norm mit Absicht versaut." Ob das nun in der DDR so gehandhabt wurde oder auch im Westen, ich nehme mal an, da gabs keine großen Unterschiede. Ich meinte sinngemäß in meinem Anfangstext aber eigentlich etwas anderes....und begründe das mal folgendermaßen:

"Wenn man neu anfängt, neue Gesellschaftsordnung, Ziel neuer Staat DDR, Bereich Bergbau dann nehme ich entweder von Beginn an Ungelernte oder Fachleute, gelernte Bergleute. Oder Beides...wenn vorhanden? Nun waren viele junge Männer 1948 noch in Kriegsgefangenschaft, eventuell im Westen nicht mehr in der Masse weil Ami, Franzmänner und Engländer das nicht so streng wie der Russe handhabten."

Vielleicht kam auch der Hennecke aus dem Grund rüber, vielleicht meinte der Mann im Osten eher Arbeit im Bergbau zu finden als im Westen? Obwohl, so richtig leuchtet mir das auch nicht ein...weil, dann hat er sich ja später selber beschissen, mit seiner vorgelegten Norm? "

Verstehst du was ich damit ausdrücken möchte "Jörg Büromensch mit den feinen Händen(he war nur Arbeiterhumor mein Freund)", ich möchte damit sagen, wer legt denn nun ne ordentliche Norm fest? Das also am Monatsende ein Lohn steht für den ich mich noch "Totschuften"muss. Also der Kumpel, der schon Erfahrungwerte aus früherer Tätigkeit hatte....denn da wäre er in dem Moment ja schön blöd, die Norm auch noch ...sich selber zu versauen.

Oder der Ungelernte der nun gleich gar keine Ahnung hatte? Und denke dran, das Gesellschaftsmodell Sozialismus kannte nicht den sinngemäßen "Aufseher", da war der Meister so hoch angesiedelt wie der Normalo in der Produktion.

Rainer-Maria war der Hennecke nun ein Dummkopf oder was...den anderen die Norm zu versauen?
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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Edelknabe » 14. Oktober 2013, 11:30

Kleine Berichtigung zum Vortext. So muss es richtig heißen:

"Das also am Monatsende ein Lohn steht für den ich mich ....nicht....noch "Totschuften"muss."

Rainer-Maria

Und ja, das Modell hieß Sozialismus, nicht "menschliche Zitronenpresse des Kapital"...so wie immer schon, früher und heute auch...in schönster Fortsetzung.
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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon SkinnyTrucky » 14. Oktober 2013, 12:03

Edelknabe hat geschrieben:Kleine Berichtigung zum Vortext. So muss es richtig heißen:

"Das also am Monatsende ein Lohn steht für den ich mich ....nicht....noch "Totschuften"muss."

Rainer-Maria

Und ja, das Modell hieß Sozialismus, nicht "menschliche Zitronenpresse des Kapital"...so wie immer schon, früher und heute auch...in schönster Fortsetzung.


Nur eine klitzekleine Frage Rainer Maria, warum hast du denn nach dem Feierabend noch weiter gearbeitet und musstest dafür auch noch Material klauen....hat's vielleicht doch nicht so gereicht in deiner sozialistischen Lohntüte.... [ich auch]


groetjes uit Biban Di Carbonera

Mara
Wenn es heute noch Menschen gibt, die die DDR verklären wollen, kann das nur damit zusammenhängen, dass träumen schöner ist als denken.... (Burkhart Veigel) Bild
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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon pentium » 14. Oktober 2013, 13:00

Rainer-Maria, schon lange vor dem 13. Oktober 1948 schaffte Hennecke ohne Aufsehen immer wieder Normerfüllungen von 160 Prozent. Der Steinkohlenbergbau im Revier Zwickau-Oelsnitz litt damals vor allem an Unerfahrenheit der Bergleute. Lang gediente Hauer und Steiger waren von der Sowjetisch- Deutschen Aktiengesellschaft Wismut mit Zulagen und Deputaten längst in die nahen Uranschächte um Schlema und Johanngeorgenstadt gelockt worden. In den Steinkohlengruben wurde mit maroder Technik mehr schlecht als recht geschuftet.

«Vor allem die Fördertechnik zum Abtransport der Kohle fiel permanent aus, so dass die Bergleute immer wieder Zwangspausen einlegen mussten», weiß Rolf Vogel, der sich seit der Wende der sächsischen Bergbautradition widmet. Zu Henneckes legendärer Schicht war freilich alles bestens vorbereitet: Der Bergmann suchte sich ein geeignetes Flöz aus, die Technik funktionierte einwandfrei. «Die Behauptung, dass andere Bergleute für Hennecke die Kohle vorher gelockert hatten, damit er sie nur noch wegschaufeln musste, ist aber nur eine Legende.»

Erst Tage nach seiner Meisterleistung ermächtigte sich die SED in Berlin der Leistung Henneckes und stellte sie unter die umstrittene Losung: «Erst besser arbeiten, dann besser leben.» Die von Krieg und Nachkriegszeit gezeichneten Arbeiter wollten natürlich «erst besser leben und dann besser arbeiten.» Dass Henneckes Leistung nur relativ gut war, beweisen Bergmänner, die im November 1948 die Norm mit über 500 Prozent erfüllten.

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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon karnak » 14. Oktober 2013, 16:16

Wenn man in der Lage ist eine Norm um 150 oder gar um 500% über zu erfüllen ,ist die Norm schlichtweg blödsinnig,augenauswischerei,ist ein typisches Beispiel für DDR-Alltag.Man hat einfach nur "Volkseigentum" über"Umwege"geklaut,eben über die Lohntüte,zumindest geduldet durch die,die für die Normfestlegung verantwortlich waren.Die DDR-typische Formulierung"die Norm versauen"hatte doch letztlich nur einen Hintergrund,man wollte mit möglichst wenig Arbeit möglichst viel Geld verdienen.Die eigentlich Verantwortlichen an dieser"Betrügerei"waren allerdings die agierenden Leiter,die sollten eigentlich die Aufgabe haben diesen Unsinn zu unterbinden,auch in der DDR sollte das eigentlich so sein, von den Arbeitern kann man das nicht ernsthaft erwarten,wenn ich heute mein Geld mit 3 Stunden Arbeit am Tag verdiene,werde ich mich auch nicht unbedingt beschweren. [flash] Wenn ich ehrlich bin,ich konnte mir nie erklären, was Hennecke und Co.dazu getrieben haben,man hat uns immer erklärt, eine bewuste Überzeugung,mag ja sein,allerdings hatte ich immer meine Zweifel deswegen,hatte immer den Verdacht,es handelte sich um eine riesen Propagandaaktion.Und man hat damit eigentlich das Pferd am Schwanze aufgezäumt,hat damit das Unvermögen der Leitungsebene kaschiert und revidiert und Leute wie Hennecke waren dafür nützliche Gehilfen,warum auch immer.
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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Icke46 » 14. Oktober 2013, 16:27

Damit aber keine Verwirrungen aufkommen:

Adolf Hennecke kam aus dem Westen Deutschlands nach Sachsen - aber zu dem Zeitpunkt sicher nicht, um aus dem westdeutschen Kapitalismus in den ostdeutschen Sozialismus zu wechseln. Laut wikipedia hat er 1926 im sächsischen Bergbau angefangen - ich glaube, da gab es die DDR noch nicht mal im Hinterkopf von Walter Ulbricht [wink] .

Gruss

icke
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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon pentium » 14. Oktober 2013, 16:43

Auch bei Tante Wiki gefunden

Zitat:
"Hennecke wurde nicht von der SED ausgewählt, die Sonderschicht zu fahren. Die SED hatte ihre Finger an dieser Stelle nicht mit im Spiel. Steinkohle-Revierdirektor August Wellershaus lud erst Franz Franik, einen anderen Bergmann zu sich, um mit ihm die Möglichkeit einer Sonderschicht zu besprechen. Dieser lehnte ab. Erst da kam Adolf Hennecke ins Spiel. Er war die zweite Wahl des Revierdirektors. Quelle: Hannelore Graff-Hennecke, Helma Nehrlich: Ich bin Bergmann, wer ist mehr? Das Leben des Adolf Hennecke. Edition Ost, Berlin, 2011. ISBN 978-3-360-01824-3"

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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon karnak » 14. Oktober 2013, 16:47

icke46 hat geschrieben:Damit aber keine Verwirrungen aufkommen:

Adolf Hennecke kam aus dem Westen Deutschlands nach Sachsen - aber zu dem Zeitpunkt sicher nicht, um aus dem westdeutschen Kapitalismus in den ostdeutschen Sozialismus zu wechseln. Laut wikipedia hat er 1926 im sächsischen Bergbau angefangen - ich glaube, da gab es die DDR noch nicht mal im Hinterkopf von Walter Ulbricht [wink] .

Gruss

icke

Mag ja sein,dass es das Land als solches noch nicht offiziell gab,das System als solches allerdings schon.Und wie immer die Situation auch war,es bleibt in jedem Fall dabei,dass derartige Normerfüllungen ökonomisch völlig widersinnig sind.Damit keine Missverständnisse aufkommen,dass ganze hat auch absolut nichts mit "typisch Sozialismus" zu tun,auch dort sollte das Leistungsprinzip gelten,war auch dringend erforderlich,umgesetzt wurde es all zu oft nur halbherzig,wenn überhaupt.Eine der vielen"Probleme" der DDR.
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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon karnak » 14. Oktober 2013, 16:54

pentium hat geschrieben:Auch bei Tante Wiki gefunden

Zitat:
"Hennecke wurde nicht von der SED ausgewählt, die Sonderschicht zu fahren. Die SED hatte ihre Finger an dieser Stelle nicht mit im Spiel. Steinkohle-Revierdirektor August Wellershaus lud erst Franz Franik, einen anderen Bergmann zu sich, um mit ihm die Möglichkeit einer Sonderschicht zu besprechen. Dieser lehnte ab. Erst da kam Adolf Hennecke ins Spiel. Er war die zweite Wahl des Revierdirektors. Quelle: Hannelore Graff-Hennecke, Helma Nehrlich: Ich bin Bergmann, wer ist mehr? Das Leben des Adolf Hennecke. Edition Ost, Berlin, 2011. ISBN 978-3-360-01824-3"

Glück Auf!
pentium

Auch das mag sein.Keine Ahnung was man Ihm dafür versprochen hat,wie die Zusammenhänge waren,wird sich wahrscheinlich auch nur schwer aufklären lassen.Für mich war das jedenfalls der typische Propagandamist.Wahrscheinlich hatte der Revierdirektor die Idee,die völlig blödsinnige Norm durch die"kalte Küche"zu revidieren,hat sich ausgerechnet,dass er damit den wenigsten Trödel mit dem Personal hat,wie andere am 17.Juni 53.Den Trödel hatte dann mit Sicherheit Adolf Hennecke,als Normversauer. [flash]
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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon pentium » 14. Oktober 2013, 17:27

Neben Hennecke hat es auch bei der Wismut fleißige Aktivisten gegeben.
Josef (Sepp) Wenig (* 17. Juli 1896 in Leiter; † 16. April 1981 in Karl-Marx-Stadt) war einer der ersten Initiatoren der Neuerer- und Aktivistenbewegung im Bergbau der DDR.
Aber eben den falschen Familiennamen. Weniger-Bewegung klingt nicht so gut!

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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 14. Oktober 2013, 17:37

[super] "Weniger ist mehr" war noch nicht erfunden...

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon Edelknabe » 14. Oktober 2013, 18:08

Mir fällt gerade ein, am besten, wir lesen einmal alle gemeinsam "Irrlicht und Feuer" von Max von der Grün. Damit wir auch einmal die Gegenseite kennenlernen,und zwar den damaligen Bergbau West. Und ja icke, ich hatte es anfangs schon im Frage gestellt, den "Bergmann West".

Und Mara mach besser Hamm, hättest du mal nen richtig ordentlichen Beruf zu DDR-Zeiten gelernt und nicht so ne exotische Größe von Geologie dann wäre dir doch nie in den Sinn gekommen nach dem Westen zu schielen. Und weißte auch warum? Weil du dann den Westen garnicht gebraucht hättest. Aber du konntest wahrscheinlich mit dem Zauberwort Beziehungen nichts weiter anfangen als die ganz normale sexuelle B. zu ner Freundin oder eben zu nem Freund.

Rainer-Maria und zum Fred fällt mir eigentlich nur noch eines ein:

"Der Rainer gehörte mit Millionen anderen Bauleuten zu denen vom Bau, die zu DDR-Zeiten mit Staub, Hitze,Gasen, Schmutz und Scheiße aller Coleur in Berührung kamen und das jeden Arbeitstag. Es wurde gearbeitet, eigenverantwortlich und nach Normkatalog und das nicht zu knapp so das zweimal im Monat(Abschlag/Spitze wurde damals noch gelöhnt) das Geld in der Lohntüte ordentlich stimmte."

Von Sacklangziehen und auf der Matte liegen kann also auch zu DDR-Zeiten einfach nicht die Rede sein nur Eines haben wir nicht...."uns Totgeschuftet" Ich versau mir doch nicht die eigene Norm entschuldigt...außer, die 200Prozent werden dann auch bezahlt...und nicht gleich 100Prozent wieder genommen.So blöd kann Keiner sein.
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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon SkinnyTrucky » 14. Oktober 2013, 18:26

Edelknabe hat geschrieben:Und Mara mach besser Hamm, hättest du mal nen richtig ordentlichen Beruf zu DDR-Zeiten gelernt und nicht so ne exotische Größe von Geologie dann wäre dir doch nie in den Sinn gekommen nach dem Westen zu schielen. Und weißte auch warum? Weil du dann den Westen garnicht gebraucht hättest. Aber du konntest wahrscheinlich mit dem Zauberwort Beziehungen nichts weiter anfangen als die ganz normale sexuelle B. zu ner Freundin oder eben zu nem Freund.


Du hast soein Rad ab....aber echt....

....mein Beruf den ich in der Zone gelernt hatte, war anständig und im Westen sehr gefragt, ich konnte mir den Job aussuchen als ich in's Sauerland kam und musste einige Angebote ausschlagen....

....ich hatte direkt eine Stelle, wo ich nach zwei Jahren zur Meisterschule delegiert werden sollte....wo hatte man das im Osten mit 22 Meister einer Firma zu werden....

Aber Rainer Maria, ich hab das nicht gemacht, ich wollte frei sein und hab sehr frei gelebt die ersten Jahre, ja auch frei von Arbeit, Geld bekam man genug zum Freisein....in der Zone hätt mich dieser Lebenswandel Knast bedeutet (Assiparagraph) aber ich hab erstmal lekker nichts getan und erst später wollte ich durch meinen damaligen Freund, einem Transportunternehmer, die Welt auf Rädern kennenlernen....

....und nein, ich habe nichts bereut....warum auch....

Heut kann ch mitreden, wenn man über die europäischen Nachbarn redet, ich hab da meine ganz eigenen Erfahrungen gemacht und mache sie noch....halt da wo du noch immer voller Vorurteile bist und wahrscheinlich auch ewig bleibst....


groetjes uit San Giorgio Di Nogara

Mara
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Re: Mythos Bergbau

Neuer Beitragvon augenzeuge » 14. Oktober 2013, 18:42

Edelknabe hat geschrieben: Und Mara mach besser Hamm, hättest du mal nen richtig ordentlichen Beruf zu DDR-Zeiten gelernt und nicht so ne exotische Größe von Geologie dann wäre dir doch nie in den Sinn gekommen nach dem Westen zu schielen. Und weißte auch warum? Weil du dann den Westen garnicht gebraucht hättest.


Ok, die Provokation lass ich mal weg, hast eh schon von Mara die richtige Antwort bekommen. [grins]

Rainer, kann ich deine Aussage verallgemeinern? Dann haben alle, die nach Westen "schielten"....keinen ordentlichen Beruf gelernt. Und Beziehungen hatten sie auch nicht??? [flash]

Stand das so im ND oder in der Freiheit...oder bis du da selbst drauf gekommen?

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