Betriebsunfälle bei der Bahn

Welche Musik ist gut? Einen guten Film gesehen? Büchervorstellungen oder -diskussionen? Irgend ein anderes Thema welches interessiert? Der Bereich für allgemeine Themen welche nicht das Thema DDR/BRD betreffen. Interessante Artikel, aktuelle Ereignisse und Entwicklungen.

Re: Betriebsunfälle bei der Bahn

Neuer Beitragvon Werner Thal » 23. November 2022, 12:09

Güterzug-Unfall: Einschränkungen für Bahn-Reisende bis Mitte Dezember

Auf der Bahn-Strecke zwischen Hannover und Berlin müssen Reisende noch bis Mitte Dezember Geduld haben.
Nach dem Güterzug-Unfall bei Gifhorn können die Probleme auf der Strecke nicht wie geplant bis zum
27. November 2022 behoben werden.

https://www.rnd.de/reise/gueterzug-unfa ... GVS2A.html


Eine Mitarbeiterin der Deutschen Bahn war wohl etwas dösig und gab für einen folgenden Güterzug
grünes Licht. Und der hatte mit Propangas gefüllte Kesselwagen an Bord.....

W. T.
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Re: Betriebsunfälle bei der Bahn

Neuer Beitragvon Spartacus » 23. November 2022, 19:13

Werner Thal hat geschrieben:

Eine Mitarbeiterin der Deutschen Bahn war wohl etwas dösig und gab für einen folgenden Güterzug
grünes Licht. Und der hatte mit Propangas gefüllte Kesselwagen an Bord.....

W. T.


Ja, schöne neue digitalisiert Welt bei der Deutschen Bahn. Eine Mitarbeiterin? Die Japaner würden sich vor Lachen am Boden krümmen. [flash]

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Re: Betriebsunfälle bei der Bahn

Neuer Beitragvon pentium » 23. November 2022, 19:25

Spartacus hat geschrieben:
Werner Thal hat geschrieben:

Eine Mitarbeiterin der Deutschen Bahn war wohl etwas dösig und gab für einen folgenden Güterzug
grünes Licht. Und der hatte mit Propangas gefüllte Kesselwagen an Bord.....

W. T.


Ja, schöne neue digitalisiert Welt bei der Deutschen Bahn. Eine Mitarbeiterin? Die Japaner würden sich vor Lachen am Boden krümmen. [flash]

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Irgendwie verstehe ich es nicht ganz - wie kann ein(e) Fahrdienstleiter/in einfach ein Zugsicherungssystem überlisten und verordnen: "Du kannst weiterfahren mit Geschwindigkeit XYZ, ich hab das schon im Blick"?

Stehe ich jetzt auf der Leitung oder heißt dass tatsächlich dass es bei der LZB überhaupt und gar keinen Schutz gibt gegen solche menschlichen Fehler?
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Re: Betriebsunfälle bei der Bahn

Neuer Beitragvon Spartacus » 24. November 2022, 11:02

pentium hat geschrieben:
Spartacus hat geschrieben:
Werner Thal hat geschrieben:

Eine Mitarbeiterin der Deutschen Bahn war wohl etwas dösig und gab für einen folgenden Güterzug
grünes Licht. Und der hatte mit Propangas gefüllte Kesselwagen an Bord.....

W. T.


Ja, schöne neue digitalisiert Welt bei der Deutschen Bahn. Eine Mitarbeiterin? Die Japaner würden sich vor Lachen am Boden krümmen. [flash]

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Irgendwie verstehe ich es nicht ganz - wie kann ein(e) Fahrdienstleiter/in einfach ein Zugsicherungssystem überlisten und verordnen: "Du kannst weiterfahren mit Geschwindigkeit XYZ, ich hab das schon im Blick"?

Stehe ich jetzt auf der Leitung oder heißt dass tatsächlich dass es bei der LZB überhaupt und gar keinen Schutz gibt gegen solche menschlichen Fehler?


Es ist wahrscheinlich so geregelt, dass ein Mensch im Notfall eingreifen kann und somit Zugang zum System hat. Kann ich mir jedenfalls vorstellen. [hallo]

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Re: Betriebsunfälle bei der Bahn

Neuer Beitragvon Gerd Böhmer » 24. November 2022, 12:36

pentium hat geschrieben:
Spartacus hat geschrieben:
Werner Thal hat geschrieben:
Eine Mitarbeiterin der Deutschen Bahn war wohl etwas dösig und gab für einen folgenden Güterzug
grünes Licht. Und der hatte mit Propangas gefüllte Kesselwagen an Bord.....

W. T.


Ja, schöne neue digitalisiert Welt bei der Deutschen Bahn. Eine Mitarbeiterin? Die Japaner würden sich vor Lachen am Boden krümmen. [flash]

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Irgendwie verstehe ich es nicht ganz - wie kann ein(e) Fahrdienstleiter/in einfach ein Zugsicherungssystem überlisten und verordnen: "Du kannst weiterfahren mit Geschwindigkeit XYZ, ich hab das schon im Blick"?
Stehe ich jetzt auf der Leitung oder heißt dass tatsächlich dass es bei der LZB überhaupt und gar keinen Schutz gibt gegen solche menschlichen Fehler?


Mahlzeit,

@ Spartacus - auch die Japaner würden sich nicht vor Lachen krümmen, da es im Laufe der Jahre dann auch im hochgelobten Japan doch schon einige Unfälle auf Grund menschlichen Versagens gab.
@ pentium - richtig, das ist im Rahmen der Fahrdienstvorschrift 408 so geregelt, dafür gibt es entsprechende Vorschriften, das eben im Falle eines Falles auf schriftlichen Befehl gefahren werden kann. Das hat an der Stelle erst einmal nichts mit den Zugsicherungssystemen, wie der LZB zu tun und auch das hochgelobte ETCS ist nicht gegen menschliches Versagen gefeit ...

... auch die beste (digitale) Technik nimmt den Menschen nicht das eigenständige Denken und Handeln, sowie die Eigenverantwortung ab.
MfG Gerd Böhmer,
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Re: Betriebsunfälle bei der Bahn

Neuer Beitragvon pentium » 1. März 2023, 16:53

Schweres Zugunglück in Griechenland

In Griechenland ereignet sich ein schweres Unglück. Zwei Züge kollidieren miteinander. Es gibt viele Tote und Verletzte.
+++ 14.15 Uhr: Bei dem Zugunglück in Griechenland mit mindestens 36 Toten sind einem Bericht des Staatssenders ERT zufolge 72 Menschen zum Teil schwer verletzt und in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Insgesamt seien 354 Menschen in den Unfall verwickelt gewesen: 342 Passagiere und zehn Bahnmitarbeiter im Personenzug von Athen nach Thessaloniki sowie zwei Lokführer im Güterzug. Die Identifikation der vielen Opfer ist demnach nur noch durch eine DNA-Analyse möglich, weil die ersten Waggons der Züge ausbrannten.
https://www.fr.de/panorama/griechenland ... 15854.html
Ein weiterer Bericht vom Guardian mit neuen Zahlen und Augenzeugenberichten.
https://www.theguardian.com/world/2023/ ... derailment

Im Radio war zu hören, dass einer der Züge auf der zweigleisigen Strecke auf dem falschen Gleis unterwegs war, was auf einen erneuten Ausfall oder Fehlfunktion des neuen elektronischen Stellwerks zu suchen sei, ein Bahnmitarbeiter soll lt. Radiobericht (mdr) verhaftet worden sein.
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Re: Betriebsunfälle bei der Bahn

Neuer Beitragvon Gerd Böhmer » 1. März 2023, 17:46

pentium hat geschrieben:Schweres Zugunglück in Griechenland

In Griechenland ereignet sich ein schweres Unglück. Zwei Züge kollidieren miteinander. Es gibt viele Tote und Verletzte.
-----
Im Radio war zu hören, dass einer der Züge auf der zweigleisigen Strecke auf dem falschen Gleis unterwegs war, was auf einen erneuten Ausfall oder Fehlfunktion des neuen elektronischen Stellwerks zu suchen sei, ein Bahnmitarbeiter soll lt. Radiobericht (mdr) verhaftet worden sein.


Hallo,

Die ersten Berichte hatte ich heute beim Morgenkaffee vernommen. Kleine Berichtigung zu dem was im Rundfunk zu hören war - das neue elektronische Stellwerk (ESTW) mit ETCS ist noch im Bauzustand und es wurde zum Unfallzeitpunkt im eingleisigen Behelfsbetrieb mit funkgesteuertem Zugleitbetrieb gefahren (sozusagen auf Zuruf ...).
Schon Heute Vormittag kam dann die Meldung, das die griechische Eisenbahn ab 12:00 Uhr den Betrieb auf Grund des Unfalles komplett einstellen wird.

edit - im Auslandsforum bei Drehscheibe-Online geht es zur Sache ... https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?030,10365480,page=all
MfG Gerd Böhmer,
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Re: Betriebsunfälle bei der Bahn

Neuer Beitragvon Werner Thal » 1. März 2023, 18:40

Werner Thal
 

Re: Betriebsunfälle bei der Bahn

Neuer Beitragvon Gerd Böhmer » 4. April 2023, 09:23

Hallo,

Gerade im ersten Nachrichtenüberblick gesehen - schweres Zugunglück in den Niederlanden - bei Den Haag ist ein InterCity mit einem Bauzug frontal zusammengestossen. Die Bilder von der Unglücksstelle sehen nicht gut aus ...
MfG Gerd Böhmer,
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Re: Betriebsunfälle bei der Bahn

Neuer Beitragvon pentium » 19. August 2024, 18:32

Heute Mittag kam es in Dippoldiswalde zu einem Unfall zwischen einem Zug der Weißeritztalbahn und einem Sattelzug. Die Lok ist entgleist. Es gibt mehrere Verletzte:
https://www.blick.de/sachsen/bahnunfall ... el13491408
https://www.dnn.de/lokales/umland/weiss ... 4SUH4.html

Die Zugmaschine ist über das Gleis drüber, den Auflieger hat es dann erwischt. Da wollte wohl jemand im letzten Moment rüber.
https://www.bild.de/regional/sachsen/zu ... line.de%2F
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Re: Betriebsunfälle bei der Bahn

Neuer Beitragvon augenzeuge » 16. Mai 2026, 16:54

Der Eisenbahnunfall von Hohenthurm, 1984

Der Schnellzug D 354 war ein sogenannter Transitzug von Berlin-Friedrichstraße nach Saarbrücken, der das Gebiet der DDR zwischen Berlin (West) und der innerdeutschen Grenze ohne Halt durchfuhr. Kontrollen durch DDR-Behörden beschränkten sich daher auf Prüfungen der Ausweispapiere.

Um Aufspringen während der Fahrt zu verhindern, sollte der Zug auf DDR-Territorium eine Mindestgeschwindigkeit von 40 km/h einhalten und möglichst keinen außerplanmäßigen Halt einlegen. Kam es aufgrund der betrieblichen Situation oder wegen einer Störung doch einmal zu einem außerplanmäßigen Halt, wurden die Züge von einem auf dem Gebiet der DDR mitreisenden Begleit-Kommando aus Transportpolizei und Staatssicherheit gegen unbefugtes Ein- und Aussteigen gesichert. Notwendige Betriebshalte, z. B. zum Lokomotivwechsel, fanden auf kleinen, unbedeutenden Bahnhöfen statt und wurden von der Transportpolizei streng bewacht.

Da die Höchstfahrzeiten auf Grund des schlechten Streckenzustandes kaum einzuhalten waren, trug der Zug unter den Eisenbahnern den Spitznamen „Angst“. Am Tag des Unfalls wurde der Zug von der Lokomotive 250 207 gezogen. Er war mit 108 Reisenden besetzt. Wegen starken Nebels und unter dem Druck, den Fahrplan einzuhalten, hatte der Lokomotivführer zwischen Berlin und Hohenthurm insgesamt drei haltzeigende Signale überfahren.

Der P 7523 war ein Personenzug von Bitterfeld nach Halle (Saale) Hbf, der von vielen Arbeitern zur Heimfahrt benutzt wurde und daher als „Schichterzug“ bekannt war. Er führte an diesem Tag außerplanmäßig die Lokomotive 250 017 als Schlusslokomotive mit.

Der P 7523 hielt fahrplanmäßig gegen 15:00 Uhr in Hohenthurm und wartete auf die planmäßige Überholung des D 354, als der D 354 mit 40 km/h auf die Schlusslok auffuhr. Diese schob sich unter den letzten Wagen, dessen hinterer Teil dabei völlig zerstört wurde. Der Lokführer auf der Schlusslokomotive des Personenzuges sowie zehn Reisende kamen ums Leben, mindestens 30 weitere wurden verletzt. Der Lokführer des Schnellzuges wurde schwer, 16 Reisende leicht verletzt. Sie konnten nach ambulanter Behandlung ihre Reise fortsetzen.

Die MfS-Abteilungen für Spionageabwehr und Sicherung des Verkehrswesens gingen zunächst von einem Anschlag oder Sabotageakt aus und nahmen Ermittlungen auf. Helfern wurde verboten, über Einzelheiten des Unfalls zu sprechen. Die Schuldfrage wurde nie eindeutig geklärt. Der Lokomotivführer des Transitzuges hatte die Anweisung, möglichst nur an den im Fahrplan vorgesehenen Bahnhöfen zu halten. Möglicherweise war er davon ausgegangen, wie für Transitzüge üblich, überall freie Fahrt zu haben. Er wurde dennoch fünf Monate später zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Bilder:
https://commons.wikimedia.org/wiki/Cate ... uselang=de

https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q ... i=89978449
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Re: Betriebsunfälle bei der Bahn

Neuer Beitragvon Gerd Böhmer » 16. Mai 2026, 19:28

@ augenzeuge,

Unfälle mit Transitzügen waren nicht gerade selten, da gab es im Laufe der Jahre doch einige Ereignisse.
Siehe auch auf meiner Internetseite unter "ein trauriges Kapitel Eisenbahngeschichte", Link https://www.gerdboehmer-berlinereisenbahnarchiv.de/Statistiken/BBU-DR-DB.html.

Es gibt auch einen Sinnspruch "die Geschichte der Eisenbahn ist mit Blut geschrieben" ...
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Re: Betriebsunfälle bei der Bahn

Neuer Beitragvon augenzeuge » 16. Mai 2026, 20:54

Warum wurde die Schuldfrage nie geklärt?

Es ist doch relativ eindeutig.

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Re: Betriebsunfälle bei der Bahn

Neuer Beitragvon Icke46 » 16. Mai 2026, 21:07

augenzeuge hat geschrieben:Der Eisenbahnunfall von Hohenthurm, 1984

(….)

Kam es aufgrund der betrieblichen Situation oder wegen einer Störung doch einmal zu einem außerplanmäßigen Halt, wurden die Züge von einem auf dem Gebiet der DDR mitreisenden Begleit-Kommando aus Transportpolizei und Staatssicherheit gegen unbefugtes Ein- und Aussteigen gesichert. Notwendige Betriebshalte, z. B. zum Lokomotivwechsel, fanden auf kleinen, unbedeutenden Bahnhöfen statt und wurden von der Transportpolizei streng bewacht.

AZ


Ich will ja nicht auf den Bericht über den beschriebenen Unfall eingehen, das mag sich durchaus so abgespielt haben. Was mich aber wieder mal ärgert, ist das „Begleitkommando“ aus Trapo und Stasi. Ich kam nun ins grübeln, was mir auf meinen Transitfahrten mit der Bahn zwischen Marienborn und Griebnitzsee entgangen ist [grins] .

Als neugieriger Passagier guckte man natürlich beim jeweiligen Einreise-Halt aus dem Fenster, von daher war die Trapo geläufig, das waren die Jungs, die wohl öfter an einer Bindehautentzündung laborierten [grins]. Nur das Stasikommando konnte ich nie entdecken, das war vermutlich sehr geheim.

Bei längerem Nachdenken kam ich dann darauf, dass damit wohl die PKE gemeint war. Ob man nun die PKE mit der GSG9 im Westen gleichsetzen kann - ich weiß nicht….
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Re: Betriebsunfälle bei der Bahn

Neuer Beitragvon augenzeuge » 16. Mai 2026, 22:11

Icke46 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Der Eisenbahnunfall von Hohenthurm, 1984

(….)

Kam es aufgrund der betrieblichen Situation oder wegen einer Störung doch einmal zu einem außerplanmäßigen Halt, wurden die Züge von einem auf dem Gebiet der DDR mitreisenden Begleit-Kommando aus Transportpolizei und Staatssicherheit gegen unbefugtes Ein- und Aussteigen gesichert. Notwendige Betriebshalte, z. B. zum Lokomotivwechsel, fanden auf kleinen, unbedeutenden Bahnhöfen statt und wurden von der Transportpolizei streng bewacht.

AZ


Ich will ja nicht auf den Bericht über den beschriebenen Unfall eingehen, das mag sich durchaus so abgespielt haben. Was mich aber wieder mal ärgert, ist das „Begleitkommando“ aus Trapo und Stasi. Ich kam nun ins grübeln, was mir auf meinen Transitfahrten mit der Bahn zwischen Marienborn und Griebnitzsee entgangen ist [grins] .

Als neugieriger Passagier guckte man natürlich beim jeweiligen Einreise-Halt aus dem Fenster, von daher war die Trapo geläufig, das waren die Jungs, die wohl öfter an einer Bindehautentzündung laborierten [grins]. Nur das Stasikommando konnte ich nie entdecken, das war vermutlich sehr geheim.

Bei längerem Nachdenken kam ich dann darauf, dass damit wohl die PKE gemeint war. Ob man nun die PKE mit der GSG9 im Westen gleichsetzen kann - ich weiß nicht….


Nun, ich bin damals nie Bahn nach Berlin gefahren. Von daher kenn ich es nur aus Berichten. Und da würde ich mal behaupten, du irrst.
Was aber wirklich stimmt, sollten wir herausfinden. Ich bin mir sicher, dass die Trapo hier regelmäßig dabei war. [wink]

Aus Gerds Forum:
Die Züge im Verkehr zwischen der DDR und der BRD waren ab dem Ende der siebziger Jahre auch wieder für DDR-Bürger nutzbar, die Transitzüge zwischen der BRD und Berlin-West nicht. Hatte ein Transitzug einen planmässigen Betriebshalt in der DDR wurde der Bereich vorher durch die Transportpolizei gesichert.

Der Zug wurde in allen Fällen von Transportpolizei gesichert, das keiner ein- oder ausstieg. Um es zu unplanmäßigen Halten erst gar nicht kommen zu lassen, waren alle Kreuzungen, Überholungen usw. so vorzusehen, das es immer klappte. Die für das Ziehen der Berlinzüge vorgesehenen Ludmillas wurden besonders gewartet und mussten mit Verplombungen ausgerüstet sein, damit man vor der Fahrt in den Westen nicht alle möglichen Klappen usw. öffnen musste um nach "Republikflüchtlingen" zu suchen. Damit sich die Kontrollorgane gegenseitig sichern (d. h. Aufpassen das keiner abhaut) waren Zoll, Transportpolizei und Stasi vor Ort, letztere in Uniform der Grenztruppen.

Lies mal:
https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q ... i=89978449
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Re: Betriebsunfälle bei der Bahn

Neuer Beitragvon Icke46 » 16. Mai 2026, 22:36

Ich weiß nicht, in welcher Hinsicht ich mich irren sollte [grins] . Das die Trapo an Bord war und ein einnehmendes Wesen hatte, schrieb ich ja schon - 1975 hat mich ein Sherif an Bord um 10 Mark der deutschen Bundesrepublik erleichtert - ach nee, da waren es wohl schon Mark der BRD [flash] . Ich finde die Komik seinerzeit immer noch unbeschreiblich - da kommt der Kassierer durch den Gang gewackelt und ärgert sich, dass er nicht beidseitige Colt-Halfter tragen durfte [flash] ,

Ist zwar seltsam, aber ich fand das auf der Fahrt unterhaltsam, auch wenn es mich seinerzeit eine (für mich) Stange Geld gekostet hat.....
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Re: Betriebsunfälle bei der Bahn

Neuer Beitragvon augenzeuge » 17. Mai 2026, 06:49

Wenn alle schreiben, die Stasi war dabei, dann halte ich das für mehr als wahrscheinlich.

Für mich ist die Frage wichtiger, da werden mehrere Signale überfahren und am Ende ist die Schuldfrage unklar?


AZ
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