Die Gottfried...

Themen rund um den evtl. Aufenthaltsort des Bernsteinzimmers oder anderen Schätzen

Die Gottfried...

Beitragvon pentium » 31. Oktober 2015, 22:58

Die Gottfried war eine unter dänischer Flagge fahrende Galeasse, die im März 1822 zwischen Cuxhaven und Helgoland in schwerer See sank. Mit dem Schiff gingen kostbare antike ägyptische Fundstücke, die für den preußischen König Friedrich Wilhelm III. bestimmt waren, verloren.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gottfried_%28Schiff%29

2003 gab es auf der Suche nach dem Wrack eine heiße Spur. Die Ägyptologin Renate Germer entdeckte in der ägyptischen Abteilung des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg die Haarlocke einer Mumie, die aus dem Schiff stammte und auf die sie über die Erwähnung in einem historischen Brief aufmerksam wurde. Locken von Mumien waren damals beliebte Geschenke.[3] Sie stellte daraufhin Kontakt zu ihrem Kollegen Joachim Karig vom Ägyptischen Museum in Berlin her, für das die Ladung damals bestimmt war. Karig und Leive suchten schon 1992 auf dem Schiff Atair mit Sediment-Echografen nach dem Wrack und veröffentlichten auch 1993 über den damaligen Stand der Suche. Karig war bis zu seiner Pensionierung stellvertretender Leiter und Oberkustos am Ägyptischen Museum in Berlin.

Teile der Ladung waren nach dem Unglück ans linke Elbufer zwischen Cuxhaven, Otterndorf und Balje gespült worden (darunter sieben von acht Mumien und ein arabisches Zelt, das Minutoli von dem damaligen Herrscher von Ägypten, Mehemed Ali, erhielt). Die Lage des Wracks war dem Cuxhavener Lotsencommandeur Christopher Jansen bekannt. Aus dessen Schriftverkehr konnte die spätere Suche aufgebaut werden. Die Fundstücke wurden im Auftrag der Herren Assecuradeure am 4. September 1822 von dem Makler Johannes Noodt auf einer Auktion in Hamburg versteigert. Bei einer Nachsuche im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) fand Leive zusammen mit der Museumsleitung des MKG im Juli 1991 einen männlichen Mumienschädel mit Goldüberzug, von dem vermutet werden kann, dass es sich um den vergoldeten Mumienschädel handelt, den Minutoli der Stufenpyramide aus Sakkara, zusammen mit zwei vergoldeten Fußsohlen und dem Kopf eines kleinen Geiers, entnommen hat.

Diese Stücke waren nachweislich Teil der Ladung. Über den Verbleib der auktionierten Stücke ist bis auf den Fund von Renate Germer und den Fund von Leive bisher nichts bekannt, sieht man davon ab, dass Johann Wolfgang von Goethe am 1. Februar 1823 von dem damaligen Göttinger Anthropologen Blumenbach eine geflochtene Locke vom Haupthaar einer weiblichen ägyptischen Mumie erhielt. Blumenbach selbst behielt eine weitere für seine Schädel-Sammlung. Nach dem Stand der Forschung stammen diese Locken und die Locke aus dem MKG von der Mumie der Senchonsis (auch genannt Saupaulis), die am 12. Mai 101 n. Chr. als Tochter des Piket geboren wurde und am 11. März 145 n. Chr. starb. Zusammen mit zwölf weiteren Mumien wurde Senchonsis dem Familiengrab des thebanischen Archonten Soter durch Antonio Lebolo entnommen.

Das Museum in Berlin besitzt einen Teil von Minutolis Sammlerstücken, die damals in 20 Kisten nicht den Seeweg nahmen, sondern über Land transportiert wurden. Nach langen Recherchen in Zusammenarbeit mit dem Geschichts- und Küstenforscher Rainer Leive glauben beide, Karig und Leive, die Fundstelle inmitten des weiten Mündungstrichters der Elbe bei den Norder Gründen gefunden zu haben. Das Fundgebiet liegt nahe der viel befahrenen Schifffahrtsrinne, ist wegen seiner Untiefen gefürchtet und ständigen Änderungen unterworfen. Dort befinden sich auch noch zahlreiche weitere Wracks. Da die Elbe in den kommenden Jahren vertieft und ausgebaut werden soll, drängte die Zeit. Im Sommer 2010 suchten Unterwasserarchäologen unter der Führung von Martin Segschneider vom Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein an einer durch Seitensichtsonar eingegrenzten Stelle, die durch mehrere größere Objekte verdächtig war, die wie bei einem Schiffsuntergang verstreut lagen. Segschneider erkundete 2011 mit Mitarbeitern die bei Niedrigwasser zugänglichen Stellen. Das Wrack oder Objekte aus der Ladung wurden jedoch nicht gefunden. Zu betonen ist an dieser Stelle, dass nicht das Wrack der Gottfried gesucht wurde, sondern nach verlorener Ladung.

Zur Ladung (die Ladungsliste ist erhalten) gehörten unter anderem ein schwerer Sarkophag aus rotem Granit, die Spitze einer Pyramide aus Syenit, eine Türeinfassung, Tiermumien, Mineralien, Stelen aus unterschiedlichen Materialien sowie Vasen aus Ton und Alabaster. Der Sarkophag war innen und außen mit Bildnissen und Hieroglyphen ausgestattet. Zu seiner Bergung, aus einem 90 Fuß tiefen Schacht, hatte Minutoli 200 Arbeiter drei Monate lang beschäftigt. Allein dieser ungewöhnlich große Arbeitsaufwand deutet bereits darauf hin, dass es sich hierbei kaum um einen normal großen Steinsarkophag handeln kann.

http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/web/ZDF ... nmeer.html

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