Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Wie lief der Alltag in beiden deutschen Staaten zur Zeit der Teilung ab? Wie wurde gearbeitet? Was waren typische Berufe? Was wurde nach Feierabend gemacht? Wohin gings in den Urlaub?
Dies ist der Bereich zum Thema "Alltag"

Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon Interessierter » 2. April 2016, 13:29

Die Transformation einer moralischen Kategorie zur Strafrechtsnorm in der DDR

Ein direkter Vergleich der DDR mit dem Dritten Reich verbietet sich von selbst. Dass die DDR jedoch ein repressives und autoritäres System war, wird niemand ernsthaft in Zweifel ziehen, mit Ausnahme jener, die dieses System getragen haben und für die das Jahr 1989 nicht allein das Ende ihrer Karriere bedeutete, sondern den Untergang eines Konstruktes von Gesellschaft, das sich am Ende nur noch selbst genügte. In diesem System DDR gab es ein schnelles Wiederaufleben des Begriffes »asozial«. Anders als im Dritten Reich schaffte er es aber, bis in das schriftlich verfasste Recht vorzudringen und wurde justiziabel, nachdem er 1968 im § 249 StGB der DDR fest verankert worden war.

Die »kriminell asoziale Lebensweise« als Ausdruck einer »nicht den sozialistischen Normen des Lebens« entsprechenden Art, sein Leben zu gestalten oder eben, wie in vielen Fällen nachweisbar, gar nicht gestalten zu können,10 wurde bis in die 70er Jahre hinein mit »Arbeitserziehung«, später mit Haftstrafen verfolgt.

Nach seiner Einführung mit der »Strafrechtsreform« von 1968 erfuhr der § 249 – der sogenannte »Assi«-Paragraph – mehrere Verschärfungen, wurde in seinen Formulierungen immer verwaschener, bot immer mehr Möglichkeiten des Zugriffs auf das »asoziale Element«. Dass es dabei nicht nur um die ging, die es nicht schafften, sich den sozialistischen Idealen anzupassen, weil sie dazu gar nicht in der Lage waren, und die damit »erzogen« werden sollten, ist inzwischen mit Händen zu greifen. Es ließen sich eben auch die Personen »belangen«, die ein anderes Leben führten als das »sozialistische«. Auch Jugendliche, Künstler, politisch anders Denkende sowie Angehörige subkultureller Milieus konnten über diesen Paragraphen kriminalisiert werden, ohne dass ihnen eine andere Straftat nachgewiesen werden musste.

Dieser entwürdigende und dehnbare Paragraph, der den »Behörden« eine Menge Möglichkeiten ließ, bis dahin, Eltern ihre Kinder weg zu nehmen, diese der »staatlichen Erziehung zuzuführen«, um aus ihnen doch noch »sozialistische Menschen« zu formen, galt bis zum Ende der DDR.

http://www.horch-und-guck.info/hug/arch ... 5203-zeng/

So handhabte eben ein Staat, der vorgab demokratisch zu sein, diesen § 249 und seine ehemaligen Diener behaupten selbst heute noch, diese Diktatur wäre ein Rechtsstaat gewesen.. [denken]
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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon Spartacus » 2. April 2016, 20:37

Na ja doch. ich war schon immer der Meinung das Millionäre in den Knast gehören, das sie nix für die Gesellschaft tun, einfach nix leisten. [hallo]

Übrigens kannte ich einen Lotto - Millionär in der DDR, der genau wegen dieses aberwitzigen § 249 ( und nur deswegen) weiter hin arbeiten ging.

Mit knirschenden Zähnen und geballten Fäusten, aber es blieb ihm nichts anderes übrig.

LG

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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon HPA » 2. April 2016, 20:56

Lotto Millionär in der DDR?

wann und wie sollte das gegangen sein?
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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon augenzeuge » 2. April 2016, 21:08

HPA hat geschrieben:Lotto Millionär in der DDR?

wann und wie sollte das gegangen sein?


Das ging definitiv nicht.

AZ
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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon Volker Zottmann » 2. April 2016, 21:36

Selbst Lottogewinne waren in der DDR gedeckelt! Mehr als 500000.-Mark konnte man nicht gewinnen.
War bei Ausschüttung mehr Geld im Topf wurde der stehengelassen bzw. zur Aufstockung unterer Ränge benutzt.
So im Telelotto geschehen. 1,4 Millionen in der höchsten Klasse und nur 2 Gewinner. Da gingen 400000.- Mark zu allen Gewinnern mit den Dreiern.

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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon karnak » 3. April 2016, 08:09

Nun müste man natürlich 500 000 DDR Mark ins Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten in der DDR setzen und das nicht mit heute vergleichen. Dieser Betrag wäre sicher einem Millionengewinn in heutiger Zeit gleichgekommen.
Auch heute werden Lottogewinne im nationalen System irgendwann gedeckelt. Dieser Deckelung in der DDR nun mit einem ideologischen Hintergrund zu erklären ist zumindest nur schwer zu belegen.
Was die Gefahr angeht mit einem Lottogewinn,oder anderem Reichtum in der DDR in die"Falle"dieses "Assi-Paragraphen"zu laufen.Also wenn man nicht völlig mit dem Klammerbeutel gepudert war,man konnte dem schon ausweichen ohne wirklich und ernsthaft einer Arbeit nachzugehen die Schweißperlen auf der Stirn verursachte.Ich hätte das jedenfalls gekonnt. [grin]
Bei den ehemaligen" Reichen"der DDR die sich heute auf Grund dessen in die Rolle einem Opfers des Sytemes stellen kommt mir wieder mal das [denken]
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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon augenzeuge » 3. April 2016, 09:43

karnak hat geschrieben:Nun müste man natürlich 500 000 DDR Mark ins Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten in der DDR setzen und das nicht mit heute vergleichen. Dieser Betrag wäre sicher einem Millionengewinn in heutiger Zeit gleichgekommen.


Umgekehrt wird ein Schuh draus. Diese Summe entspricht deutlich weniger als heute 500 000 EUR. Die Lebenshaltungskosten hoben die anderen überteuerten Preise für Deli-Waren , Auto, oder TV nicht auf.

Außerdem, 500 000 DDR Mark gab es doch nie. 250 000 war der mir bekannte Höchstgewinn, kann aber anders gewesen sein.

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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon pentium » 3. April 2016, 09:52

Kleiner Hinweis. Mehr zum Thema Lotto damals in der DDR unter "Glücksspiel in der DDR" hier im Forum.

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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon karnak » 3. April 2016, 09:55

augenzeuge hat geschrieben:
Umgekehrt wird ein Schuh draus. Diese Summe entspricht deutlich weniger als heute 500 000 EUR. Die Lebenshaltungskosten hoben die anderen überteuerten Preise für Deli-Waren , Auto, oder TV nicht auf.

Außerdem, 500 000 DDR Mark gab es doch nie. 250 000 war der mir bekannte Höchstgewinn, kann aber anders gewesen sein.

AZ

Ob dieser Gewinn irgendwann mal ausgezahlt wurde weiß ich nicht,jedenfalls war er als Höchstgewinn ausgeschrieben und möglich.Ich weiß nicht wie man die Auszahlung hätte verhindern sollen wenn man die entsprechenden Zahlen gehabt hätte und es keine weiteren Mitgewinner gegeben hätte,es bliebe dann nur der Betrug durch die Lottogesellschaft.Hätte man jedenfalls diesen Betrag gewonnen und man hätte nicht ohne Sinn und Verstand die Sau rausgelassen,man wäre damit ziemlich lange über die Runden gekommen, wenn nicht sogar bis zum Ende des Lebens, auch mit einem Schwarzmarktpreis von 60 oder 80 000 DDR Markt für einen Lada auf dem Schwarzmarkt und den Preisen im Delikat und Exquisit in denen man nun nicht zwingend jeden Tag einkaufen musste.Es soll auch heute Millionengewinner geben die nach wenigen Jahren die Kohle unter die Leute gebracht haben.
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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon Nostalgiker » 3. April 2016, 10:00

Unter den sogenannten Asiparagraphen fielen diejeneigen welche nachgewiesenermaßen ihren Lebensunterhalt nicht aus "regelmäßigem" Einkommen finanzierten ......, um es stark verkürzt zu sagen.
Der Nachweis einer Erbschaft oder auch einen Lottogewinns (Hauptgewinn) reichte in der Regel aus um nachzuweisen das ich meinen Lebensunterhalt aus lauteren Mitteln selbst bestreiten kann.
Ich kenne selber solch einen Fall persönlich wo er mit Mitte 30, also in den Achtzigern, in der DDR aufhörte mit Arbeiten da er für damalige Zeiten ziemlich gut geerbt hatte. Er war Alleinstehend und wurde nie behelligt.

Was den Fall angeht den Spartacus schilderte; ist dir, Spartacus, je in den Sinn gekommen das der Mann nach seinem Lottogewinn nicht aus Angst vor dem §249 weiter arbeiten ging, sondern einfach weil er Spass und Freude an seiner Arbeit hatte?
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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon Volker Zottmann » 3. April 2016, 12:31

augenzeuge hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:Nun müste man natürlich 500 000 DDR Mark ins Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten in der DDR setzen und das nicht mit heute vergleichen. Dieser Betrag wäre sicher einem Millionengewinn in heutiger Zeit gleichgekommen.


Umgekehrt wird ein Schuh draus. Diese Summe entspricht deutlich weniger als heute 500 000 EUR. Die Lebenshaltungskosten hoben die anderen überteuerten Preise für Deli-Waren , Auto, oder TV nicht auf.

Außerdem, 500 000 DDR Mark gab es doch nie. 250 000 war der mir bekannte Höchstgewinn, kann aber anders gewesen sein.

AZ


Und es war anders AZ!
Es waren tatsächlich 500000 Mark der DDR die Höchstsumme. (Ich rede für die Zeit 170 bis zum Ende.) Davor muss es mal mehr gegeben haben. Denn mein Vater hörte irgendwann auf zu tippen und meinte mit einem Augenzwinkern, dass bei seinen Wünschen nun die 500000 nicht mehr ausreichten.
Jörg, dann rede ich vom Zahlenlotto 6 aus 49 und Telelotto 5 aus 35.

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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon Spartacus » 3. April 2016, 17:50

augenzeuge hat geschrieben:
HPA hat geschrieben:Lotto Millionär in der DDR?

wann und wie sollte das gegangen sein?


Das ging definitiv nicht.

AZ


Wußte ich gar nicht, nur das halt erzählt wurde, das der gute Mann in 6 aus 49 den Hauptgewinn abgeräumt hat. Man sprach dann halt nur noch vom Millionär. [grins]

Er fuhr dann auch ganz schnell ein ganz neuen Wolga und führte plötzlich eine Zeitschriftenbude, in der er mehr ab als anwesend war und ein schönes Haus hat er sich
auch noch gebaut.

Was nach der Wende aus ihm wurde, muss ich mal recherchieren, denn das wäe in diesem Zusammenhang ganz interessant. Ich bin ja im September wieder mal drüben, mal
sehen was ich da rausbekomme.

Der Nachweis einer Erbschaft oder auch einen Lottogewinns (Hauptgewinn) reichte in der Regel aus um nachzuweisen das ich meinen Lebensunterhalt aus lauteren Mitteln selbst bestreiten kann.
Ich kenne selber solch einen Fall persönlich wo er mit Mitte 30, also in den Achtzigern, in der DDR aufhörte mit Arbeiten da er für damalige Zeiten ziemlich gut geerbt hatte. Er war Alleinstehend und wurde nie behelligt.


Das kann ich nicht so richtig glauben Thot, denn der § 249 STGB besagte:

"
§ 249. Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit durch asoziales Verhalten.

(1) Wer das gesellschaftliche Zusammenleben der Bürger oder die öffentliche Ordnung und
Sicherheit beeinträchtigt, indem er sich aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit entzieht, obwohl er
arbeitsfähig ist, wird mit Verurteilung auf Bewährung, Haftstrafe oder mit Freiheitsstrafe bis zu
zwei Jahren bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer der Prostitution nachgeht oder in sonstiger Weise die öffentliche
Ordnung und Sicherheit durch eine asoziale Lebensweise beeinträchtigt.
(3) In leichten Fällen kann von Maßnahmen der strafrechtlichen Verantwortlichkeit abgesehen und
auf staatliche Kontroll- und Erziehungsaufsicht erkannt werden.
(4) Ist der Täter nach Absatz 1 oder 2 oder wegen eines Verbrechens bereits bestraft, kann auf
Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren erkannt werden.
(5) Zusätzlich kann auf Aufenthaltsbeschränkung und auf staatliche Kontroll- und
Erziehungsaufsicht erkannt werden."


So nun zeig mir da mal den Passus, dass wer aus lauteren Mitteln selbst für sich sorgen kann, nicht bestraft wird. [hallo]

Letztendlich ist ja auch der Lottogewinner, oder vermögende Erbe arbeitsfähig, oder etwa nicht?

LG

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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon Nostalgiker » 3. April 2016, 18:04

Gegenfrage Sparta, zeig mir doch im Paragrafen den Unterabschnitt indem steht das jemand der Nachweislich seinen Lebensunterhalt durch geerbtes Vermögen oder legal durch einen Lottogewinn bestreitet wegen " Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit durch asoziales Verhalten." bestraft wird.
Danke
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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon augenzeuge » 3. April 2016, 18:23

Sparta, das Thema hatten wir schon hier. Und Thoth muss erneut belehrt werden..... [wink]

Er hatte mehrere hunderttausend Mark geerbt, gekündigt und wollte sich ein schönes
Leben machen. Wahrscheinlich hatten sie ihn schon nach der Kündigung auf dem Radar, 3 Wochen später fand er sich in
der U-Haft wieder. Anklage § 249. Sein Rechtsanwalt plädierte auf Freispruch, da er dem Staat ja nicht zur Last falle.
Abgelehnt, laut Richter muss er arbeiten, selbst wenn er Millionär wäre. Urteil 4 Monate Zeithain.


http://www.neues-forum.info/forum/viewt ... 26#p117702

AZ
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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon Nostalgiker » 3. April 2016, 18:51

Augenzeuge, auch du mußt langsam mal begreifen das es nicht immer nach deinem Gusto und nur nach deinem Erleben geht und wenn es nicht dein Erleben ist dann muß es aber deinen bei dir tief eingebrannten Vorurteilen entsprechen.

Ich kenne diesen Mann von dem ich schrieb persönlich, wir waren und sind sozusagen befreundet.
Also spar dir deine weltfremden "Belehrungen" meiner Person.
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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon augenzeuge » 3. April 2016, 18:54

Thoth, ich weiß ja mittlerweile, dass bei dir vieles besser war. Bist zu beneiden. Mein Leben wäre anders verlaufen, wenn ich alles ebenso erlebt hätte.
Ich wollte lediglich daraufhinweisen, dass andere in den Knast kamen....auch ich kenne jemanden, der deshalb von Abtlg. Inneres bedroht wurde. Darüber hinaus kenne ich eine Buchdoku, in der dies so wie von Sparta geschrieben, praktiziert wurde. Aber das zählt nicht, vermute ich mal.

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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon Nostalgiker » 3. April 2016, 19:00

Nein.
Kann es sein das dein Leben besser verlaufen wäre wenn du nicht wie ein trotziges Kind auf deinem Ausreisebegehren beharrt hättest.
Manchmal kommst du mir vor das du es der DDR persönlich übel nimmst das sie dich so klanglos und ohne weitere Probleme zu machen hat ziehen lassen .......
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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon Spartacus » 3. April 2016, 19:04

augenzeuge hat geschrieben:Sparta, das Thema hatten wir schon hier. Und Thoth muss erneut belehrt werden..... [wink]

Er hatte mehrere hunderttausend Mark geerbt, gekündigt und wollte sich ein schönes
Leben machen. Wahrscheinlich hatten sie ihn schon nach der Kündigung auf dem Radar, 3 Wochen später fand er sich in
der U-Haft wieder. Anklage § 249. Sein Rechtsanwalt plädierte auf Freispruch, da er dem Staat ja nicht zur Last falle.
Abgelehnt, laut Richter muss er arbeiten, selbst wenn er Millionär wäre. Urteil 4 Monate Zeithain.


http://www.neues-forum.info/forum/viewt ... 26#p117702

AZ


Genau AZ, diese Fälle habe ich so ähnlich ja selber in der Haft erlebt, oder gehört, wußte aber nicht mehr, wo das niedergeschrieben war. [hallo]

Aber ich halte Thot mal zu gute, das es Sachen in der DDR gab, die man gar nicht glaubt. Siehe meine definitiv Verweigerung zur NVA zu gehen und
wie aus meinen Akten hervorgeht, passierte nichts, da sie die ganze Sache - aus welchen Gründen auch immer - schlicht auf sich beruhen liesen.

Kann also auch sein, dass sein Bekannter da durch´s Netz schlüpfte, warum auch immer.

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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon Merkur » 3. April 2016, 19:06

Interessierter hat geschrieben:So handhabte eben ein Staat, der vorgab demokratisch zu sein, diesen § 249 und seine ehemaligen Diener behaupten selbst heute noch, diese Diktatur wäre ein Rechtsstaat gewesen.. [denken]


Vielleicht sollte erst einmal geklärt werden, was die DDR unter Asozialiät verstand, nämlich eine die gesellschaftlichen Regeln des Zusammenlebens oder die öffentliche Ordnung beeinträchtigende Verhaltensweise einzelner Bürger, die sich trotz Arbeitsfähigkeit aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit entzogen, der Prostitution nachgingen oder in sonstiger Weise die öffentliche Ordnung gefährdeten. Das Verhalten asozialer Personen war durch eine parasitäre Lebenführung gekennzeichnet und häufig auch mit Alkoholmissbrauch sowie der Vernachlässigung der körperlichen Sauberkeit und der Wohnhygiene verbunden.
So weit dazu, was man in der DDR unter Asozialiät verstand.
Asozialiät war in der Praxis häufig auch mit Kriminalität verbunden, denn von irgend etwas mussten die Asozialen ja leben. Es handelte sich dabei oft um debile, willensschwache, haltlose Täter, die Häufigkeitsstraftaten begingen, um elementare Lebensbedürfnisse zu befriedigen. Es ging also oft um Menschen, die nicht arbeiten wollten und sich auf Kosten der Mitbürger durchs Leben gaunerten. Daher waren die Maßnahme der staatlichen Organe in vielen Fällen sicher nicht ungerechtfertigt.
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon Volker Zottmann » 3. April 2016, 19:08

Merkur hat geschrieben:
Interessierter hat geschrieben:So handhabte eben ein Staat, der vorgab demokratisch zu sein, diesen § 249 und seine ehemaligen Diener behaupten selbst heute noch, diese Diktatur wäre ein Rechtsstaat gewesen.. [denken]


Vielleicht sollte erst einmal geklärt werden, was die DDR unter Asozialiät verstand, nämlich eine die gesellschaftlichen Regeln des Zusammenlebens oder die öffentliche Ordnung beeinträchtigende Verhaltensweise einzelner Bürger, die sich trotz Arbeitsfähigkeit aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit entzogen, der Prostitution nachgingen oder in sonstiger Weise die öffentliche Ordnung gefährdeten. Das Verhalten asozialer Personen war durch eine parasitäre Lebenführung gekennzeichnet und häufig auch mit Alkoholmissbrauch sowie der Vernachlässigung der körperlichen Sauberkeit und der Wohnhygiene verbunden.
So weit dazu, was man in der DDR unter Asozialiät verstand.
Asozialiät war in der Praxis häufig auch mit Kriminalität verbunden, denn von irgend etwas mussten die Asozialen ja leben. Es handelte sich dabei oft um debile, willensschwache, haltlose Täter, die Häufigkeitsstraftaten begingen, um elementare Lebensbedürfnisse zu befriedigen. Es ging also oft um Menschen, die nicht arbeiten wollten und sich auf Kosten der Mitbürger durchs Leben gaunerten. Daher waren die Maßnahme der staatlichen Organe in vielen Fällen sicher nicht ungerechtfertigt.



Und nicht selten wurden Missliebigen all die angeführten Attribute nur angedichtet,

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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon Spartacus » 3. April 2016, 19:11

Merkur hat geschrieben:
Interessierter hat geschrieben:So handhabte eben ein Staat, der vorgab demokratisch zu sein, diesen § 249 und seine ehemaligen Diener behaupten selbst heute noch, diese Diktatur wäre ein Rechtsstaat gewesen.. [denken]


Vielleicht sollte erst einmal geklärt werden, was die DDR unter Asozialiät verstand, nämlich eine die gesellschaftlichen Regeln des Zusammenlebens oder die öffentliche Ordnung beeinträchtigende Verhaltensweise einzelner Bürger, die sich trotz Arbeitsfähigkeit aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit entzogen, der Prostitution nachgingen oder in sonstiger Weise die öffentliche Ordnung gefährdeten. Das Verhalten asozialer Personen war durch eine parasitäre Lebenführung gekennzeichnet und häufig auch mit Alkoholmissbrauch sowie der Vernachlässigung der körperlichen Sauberkeit und der Wohnhygiene verbunden.
So weit dazu, was man in der DDR unter Asozialiät verstand.
Asozialiät war in der Praxis häufig auch mit Kriminalität verbunden, denn von irgend etwas mussten die Asozialen ja leben. Es handelte sich dabei oft um debile, willensschwache, haltlose Täter, die Häufigkeitsstraftaten begingen, um elementare Lebensbedürfnisse zu befriedigen. Es ging also oft um Menschen, die nicht arbeiten wollten und sich auf Kosten der Mitbürger durchs Leben gaunerten. Daher waren die Maßnahme der staatlichen Organe in vielen Fällen sicher nicht ungerechtfertigt.


Stimmt sicherlich.

Auf der anderen Seite gab es nicht wenige Menschen - mir auch aus der Haft persönlich bekannt - die mit voller Absicht ihre Arbeitskraft dem Staat entzogen, um damit den Staat
absichtlich zu schädigen und somit ihren politischen Willen zum Ausdruck zu bringen. Alle mit denen ich damals sprach, brachten das bei ihrer Verurteilung auch deutlich zur Sprache,
so nach dem Motto: Mit mir nicht mehr, ich arbeite für so einen Staat nicht mehr.

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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon HPA » 3. April 2016, 19:16

Merkur hat geschrieben:
Interessierter hat geschrieben:So handhabte eben ein Staat, der vorgab demokratisch zu sein, diesen § 249 und seine ehemaligen Diener behaupten selbst heute noch, diese Diktatur wäre ein Rechtsstaat gewesen.. [denken]


Vielleicht sollte erst einmal geklärt werden, was die DDR unter Asozialiät verstand, nämlich eine die gesellschaftlichen Regeln des Zusammenlebens oder die öffentliche Ordnung beeinträchtigende Verhaltensweise einzelner Bürger, die sich trotz Arbeitsfähigkeit aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit entzogen, der Prostitution nachgingen oder in sonstiger Weise die öffentliche Ordnung gefährdeten. Das Verhalten asozialer Personen war durch eine parasitäre Lebenführung gekennzeichnet und häufig auch mit Alkoholmissbrauch sowie der Vernachlässigung der körperlichen Sauberkeit und der Wohnhygiene verbunden.
So weit dazu, was man in der DDR unter Asozialiät verstand.
Asozialiät war in der Praxis häufig auch mit Kriminalität verbunden, denn von irgend etwas mussten die Asozialen ja leben. Es handelte sich dabei oft um debile, willensschwache, haltlose Täter, die Häufigkeitsstraftaten begingen, um elementare Lebensbedürfnisse zu befriedigen. Es ging also oft um Menschen, die nicht arbeiten wollten und sich auf Kosten der Mitbürger durchs Leben gaunerten. Daher waren die Maßnahme der staatlichen Organe in vielen Fällen sicher nicht ungerechtfertigt.


Und damit stand man mit diesem Gummipragrafen par excellence in bester Tradition zu den Nationalsozialisten. Aktion Arbeitsscheu Reich lässt grüßen
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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon Nostalgiker » 3. April 2016, 19:18

Genau Zottmann, Volker denn die von Merkur unter anderen genannten Merkmale wie; " Alkoholmissbrauch sowie der Vernachlässigung der körperlichen Sauberkeit und der Wohnhygiene konnten die Organe den mißliebigen Personen wunderbar andichten .......

In meinem Haus in Berlin wohnte solche "Pärchen" im ersten Stock. Hatten sie zufälligerweise kurz vor meinem betreten des Treppenhauses ihre Wohnungstür geöffnet dann half nur noch ohne Luft zu holen die Etage schnellstens zu überwinden, der Gestank war unbeschreiblich.

Aber natürlich waren die dann getroffenen Maßnahmen nur ein sichtbarer Ausdruck des; wie schreibt Interessierter in solchen Fällen immer?, menschenverachtenden System welche die nach Freiheit dürstenden Menschen brutal unterdrückte ....

Von der ständig betrunkenen und pepissten Alten ein Stockwerk höher will ich nicht auch noch anfangen .......

Gestern in der recht vollen S-Bahn war mal wieder so eine in der Gegenwart nicht vorhandene arme Alte, wie einige User hier glauben das die nicht mehr gibt, die extrem streng roch und völlig verwahrlost aussah. Da wo sie sich aufhielt war es im Umkreis von 2 bis 3 Metern Menschenleer in der Bahn ......

Aber streng riechende alte Menschen gab es angeblich nur in der DDR wenn ich einigen Usern hier glauben würde.
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon Merkur » 3. April 2016, 19:23

HPA hat geschrieben:Und damit stand man in bester Tradition zu den Nationalsozialisten. Aktion Arbeitsscheu Reich lässt grüßen


Das ist doch dummes Geschwätz. Es gibt sicher tausende von Dingen in beiden deutschen Staaten, die sich als "in bester Tradition zu den Nationalsozialisten" auslegen lassen.
Fakt ist, dass der Staat DDR die Menschen und deren Eigentum vor denjenigen zu schützen hatte, die aus Arbeitsscheu keiner Tätigkeit nachgingen und sich auf Kosten anderer durchs Leben schlugen.
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon Wosch » 3. April 2016, 20:21

Merkur hat geschrieben:
HPA hat geschrieben:Und damit stand man in bester Tradition zu den Nationalsozialisten. Aktion Arbeitsscheu Reich lässt grüßen


Das ist doch dummes Geschwätz. Es gibt sicher tausende von Dingen in beiden deutschen Staaten, die sich als "in bester Tradition zu den Nationalsozialisten" auslegen lassen.
Fakt ist, dass der Staat DDR die Menschen und deren Eigentum vor denjenigen zu schützen hatte, die aus Arbeitsscheu keiner Tätigkeit nachgingen und sich auf Kosten anderer durchs Leben schlugen.




Zu der von mir rot hervorgehobenen Passage Deines Beitrages mal etwas ironisch angemerkt:
Wenn "Dein" sozialistischer Staat es mit dem Schutze seiner Bevölkerung ernst gemeint hätte, so hätte er auf Grund dieser Aussage doch als erstes mal die "asozialen" Elemente unter unter den Haupt-und nebenberuflichen Mitarbeitern von "Horch und Guck" wegsperren müssen, um glaubwürdig zu bleiben.
Nebenbei: "Prostitution" wurde doch im Sinne der "Firma" geduldet (ja sogar gefördert) wenn es der "Schweinebande" zu Gute kam, ich erinnere in diesem Zusammenhang an die "netten" Damen in den Inter-Hotels (z.B.: Palast-Hotel und Metropol in Berlin, oder im Merkur-Leipzig-ganz besonders zur Messe).
Und der überhöhte Alkoholgenuss spielte bei diesen "Brüdern" und "Schwestern" im Kampf gegen den "Klassenfeind" auch nur eine untergeordnete Rolle."
Was das "arbeitsscheue" Gesindel in Deinem Statement betrifft: Von Denjenigen die sich mit Herz und Hand für die Zusammenarbeit mit der Stasi entschieden hatten, waren zudem auch genug Die sich auf Kosten der Allgemeinheit und aus Scheu vor einer "ordentlichen" Arbeit gut bezahlt auf die faule Haut legen wollten.
Weißt Du was ich als asozial bezeichne?
Wenn in meinem Falle ein Schwager nicht zur Beerdigung seiner Schwiegermutter und seines Schwiegervaters (2Jahre später) kommen durfte nur weil ich der Sohn aus dem Westen zugegen war. Und nun rate mal wer bei Dem die Zügel in der Hand hatte?!

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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon Volker Zottmann » 3. April 2016, 22:23

Thoth hat geschrieben:Genau Zottmann, Volker denn die von Merkur unter anderen genannten Merkmale wie; " Alkoholmissbrauch sowie der Vernachlässigung der körperlichen Sauberkeit und der Wohnhygiene konnten die Organe den mißliebigen Personen wunderbar andichten .......

In meinem Haus in Berlin wohnte solche "Pärchen" im ersten Stock. Hatten sie zufälligerweise kurz vor meinem betreten des Treppenhauses ihre Wohnungstür geöffnet dann half nur noch ohne Luft zu holen die Etage schnellstens zu überwinden, der Gestank war unbeschreiblich.

Aber natürlich waren die dann getroffenen Maßnahmen nur ein sichtbarer Ausdruck des; wie schreibt Interessierter in solchen Fällen immer?, menschenverachtenden System welche die nach Freiheit dürstenden Menschen brutal unterdrückte ....

Von der ständig betrunkenen und pepissten Alten ein Stockwerk höher will ich nicht auch noch anfangen .......

Gestern in der recht vollen S-Bahn war mal wieder so eine in der Gegenwart nicht vorhandene arme Alte, wie einige User hier glauben das die nicht mehr gibt, die extrem streng roch und völlig verwahrlost aussah. Da wo sie sich aufhielt war es im Umkreis von 2 bis 3 Metern Menschenleer in der Bahn ......

Aber streng riechende alte Menschen gab es angeblich nur in der DDR wenn ich einigen Usern hier glauben würde.


Wo hast Du nur gewohnt Thoth, zwei Etagen über und unter Dir nur Asoziale?
Das muss doch eigentlich gelogen sein!
Die waren doch alle eingesperrt, dank unserer Hygiene bedachten Staatsmacht... Oder hat ausgerechnet Dein Blockwart, sorry Hausvertrauensmann versagt, oder warst Du gar jener selbst? [wink] [ich auch]

Mal im Ernst Thoth, ich bezog mich nur auf das oftmals erfundene "Asoziale", weil man so manchen Ehrlichen, aber eben Missliebigen, anders nicht packen konnte. Auch Dich hat eine Phobie befallen, warum nur immer selbst so ungehalten?

Gruß Volker
Zuletzt geändert von Volker Zottmann am 3. April 2016, 22:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon Volker Zottmann » 3. April 2016, 22:44

Es stimmt einfach nicht, was Merkur schrieb:
Mangelnde Körperhygiene war allein niemals der Grund, Menschen wegzusperren. Auch Alkoholiker mussten gegen jeden Arbeitsschutz in den Betrieben durchgeschleust werden. Der einen Alkoholiker, der mir zugeteilt wurde, hat versucht volltrunken Sand für die Maurer zu sieben. Meist aber lag er besoffen daneben und wurde zum Feierabend vors Werktor geschoben, bis er sich mit Anfang 20 totgesoffen hat.
Ihm wurde auch keine Hilfe zuteil, wirkliche Hilfe mittels Entziehungskur, dem fehlte wahrscheinlich der SED-Ausweis. Damit soll sowas schneller geklappt haben.
Die Genossen kamen dann nach Elbingerode... zu den christlichen Nonnen und wurden manchmal sogar trocken. Dort war auch ein Schlagerbarde einige Wochen untergebracht. Der kam auch nicht wegen Asozialität in den Kerker...

Asoziale waren wie beschrieben nur die, die bewusst die Arbeitsaufnahme verweigerten. Da mag hier und da ein Lottogewinner ohne Arbeit durchgerutscht sein. Doch wen die Hescher wegsperren wollten, dem haben sie auch unter fadenscheinigsten Gründen den Prozess gemacht. Selbst unter Anwesenheit der Öffentlichkeit durch die Vertreter der Arbeitskollektive, denen der Delinquent fern blieb.

Gruß Volker
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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon Nostalgiker » 4. April 2016, 00:30

Volker Zottmann hat geschrieben:Es stimmt einfach nicht, was Merkur schrieb:
Mangelnde Körperhygiene war allein niemals der Grund, Menschen wegzusperren. Auch Alkoholiker mussten gegen jeden Arbeitsschutz in den Betrieben durchgeschleust werden. Der einen Alkoholiker, der mir zugeteilt wurde, hat versucht volltrunken Sand für die Maurer zu sieben. Meist aber lag er besoffen daneben und wurde zum Feierabend vors Werktor geschoben, bis er sich mit Anfang 20 totgesoffen hat.
Ihm wurde auch keine Hilfe zuteil, wirkliche Hilfe mittels Entziehungskur, dem fehlte wahrscheinlich der SED-Ausweis. Damit soll sowas schneller geklappt haben.
Die Genossen kamen dann nach Elbingerode... zu den christlichen Nonnen und wurden manchmal sogar trocken. Dort war auch ein Schlagerbarde einige Wochen untergebracht. Der kam auch nicht wegen Asozialität in den Kerker...

Asoziale waren wie beschrieben nur die, die bewusst die Arbeitsaufnahme verweigerten. Da mag hier und da ein Lottogewinner ohne Arbeit durchgerutscht sein. Doch wen die Hescher wegsperren wollten, dem haben sie auch unter fadenscheinigsten Gründen den Prozess gemacht. Selbst unter Anwesenheit der Öffentlichkeit durch die Vertreter der Arbeitskollektive, denen der Delinquent fern blieb.

Gruß Volker


Das Rot markierte:
Bei dir wäre das ja dann kein Problem gewesen!!!! hattest du deshalb unter anderem einen "SED-Ausweis"? Genosse Zottmann?
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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon Merkur » 4. April 2016, 04:02

Volker Zottmann hat geschrieben:Es stimmt einfach nicht, was Merkur schrieb:
Mangelnde Körperhygiene war allein niemals der Grund, Menschen wegzusperren.
Gruß Volker


Das habe ich auch nicht geschrieben. Lies noch einmal meinen Beitrag.
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Re: Asoziale im »real existierenden Sozialismus« der DDR.

Beitragvon AkkuGK1 » 4. April 2016, 07:01

Wer hier debil ist, bleibt noch festzustellen. Merkur du lebst anscheinend mental noch 1974. [muede]
Ich bin zu schön, als das man auf mich wütend sein könnte!*

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