Vergessene Begriffe aus DDR - Zeiten

Wie lief der Alltag in beiden deutschen Staaten zur Zeit der Teilung ab? Wie wurde gearbeitet? Was waren typische Berufe? Was wurde nach Feierabend gemacht? Wohin gings in den Urlaub?
Dies ist der Bereich zum Thema "Alltag"

Re: Vergessene Begriffe aus DDR - Zeiten

Beitragvon Dr. 213 » 26. April 2019, 17:33

Als Arbeiterschließfach konnte man es eigentlich nur bei tieferer Betrachtung oder vom Westen aus sehen.
In den 70ern hatten solche Plattenbaugebiete in Ost und West noch nicht den Geruch des prekären.

Das war schon ok mit den Neubauwohnungen in der DDR. Viele waren sogar froh über so eine Wohnung.

Wirkliche Einraumwohnungen schätze ich mal, waren aber eine verschwindend kleine Minderheit.
Kenne ich eigentlich nur im Bereich Wohnheime und Altenheime für verdiente Genossinnenn und Genossen.

Die grosse Masse der Neubauwohngen werden Zwei- und Zweieinhalbraum- Wohnungen gewesen sein.
Vielleicht weiß der Rainer das genauer.

Und so schrecklich wie das Joachim Gauck beschreibt, kurz nach Erstbezug mit den Gummistiefeln und so,
nein das war vielleicht das erste halbe Jahr dann mal so. Es wurde alles 1A asphaltiert, Gehwege gelegt und
die Grünflächen mit deutscher Gründlichkeit begrünt.

Blöd war nur, du hast gesehen das dort die Leitungen für Telefon bis in die Wohnung da waren, aber einen
Anschluss gab es nur für wenige Privilegierte mit entsprechendem beruflichen Hintergrund.

Und trotzdem fehlte irgend etwas, weil zum Leben gehört mehr, als nur die billige Wohnung.

Herzlichst
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...das Schloss, der Prozess, Kafka, du hast es geahnt und wir erleben es, nur die Verwandlung gelingt nicht, du bleibst ein Mensch, und starrst diese Türen an...
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Re: Vergessene Begriffe aus DDR - Zeiten

Beitragvon Grenzwolf62 » 26. April 2019, 18:08

karnak hat geschrieben:
Interessierter hat geschrieben:Zitat karnak:
Hochwertige Nahrung muss nicht zwingend auf irgendeinem Bioacker von einem mit zerschlissenen Strohhut nach Methoden des Mittelalters produziert werden.


Genau wie du uns als Diener und Schild und Schwert der SED- Diktatur auch heute noch meinst Sozialismus und Planwirtschaft wie " Sauerbier " anpreisen zu können, so versuchst du uns nun als Mitarbeiter einer Industriebäckerei in diesem Thema vorzugaukeln, dass Bioprodukte von Menschen mit zerschlissenem Strohhut und Methoden des Mittelalters produziert werden.

Und etwas OT zum Thema Industriebäckereien habe ich mir vor längerer Zeit ein frisches, ofenwarmes Vollkornbrot bei einem kleinen Bäcker in meiner Nähe gekauft. Der Bäcker hat ganz sicher keinen zerschlissenen Strohhut getragen und auch keine mittelalterlichen Maschinen benutzt....

Seither kommt mir kein Vollkornbrot aus Großbäckereien mehr ins Haus!

[grin] Ein bisschen zynisch und sarkastisch muss man schon sein dürfen. Wenn jemand das nicht überschaut kann ich es nicht ändern. Fakt ist jedenfalls, eine sich vermehrende Menscheit will ernährt sein, in Deiner kapitalistischen Marktwirtschaft spielt die betriebliche Wirtschaftlichkeit eine dominierende Rolle, die herkömmliche Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion stößt mit Deinem kleinen Bäcker um die Ecke und dem Biobauer ob nun mit oder ohne Strohhut schon längst an die Grenzen des Machbaren und dem was der Markt erwartet und fordert, zu einem akzeptablen Preis für den Enverbraucher. Längst leistet das die industriell agierende Nahrungsmittelindustrie, wäre es anders hätte man nie den Lebensstandard für eine breite Schicht der Bevölkerung erreicht, zumindest in großen Teilen der westlichen Welt. Und die Herausforderungen werden nicht kleiner, Deine Kleinstproduzenten , das Bäuerlein mit zerschlissenen Strohhut kann das nicht stemmen und eine kommerzielle Agrarindustrie letztlich auch nicht, zusätzlich macht die noch der Umwelt mehr und nehr Probleme. In 100 Jahren ist das was wir heute unter Landwirtschaft verstehen höchstens noch eine Nischenproduktion.
Was nun den Industriebäcker angeht, zur Not schaffen wir die 1 Milliarde und 8 Millionen 2019 auch ohne Dich. [hallo] Und die Zahlen sagen, den Leuten scheint es zu schmecken, dass ist am Ende was zählt. [flash]


Mir schmeckt das Aldi-Brot, zumal man es jetzt oft auch noch warm bekommt.
Beim Bäcker, naja, für 2,70 den Zweipfünder und am nächsten Tag kannst du auf dem Ding Holz hacken.
Früher bekamst du beim Bäcker Brot vom Vortag etwas im Preis gesenkt, heute bekommst du es auch schon halb hart noch angedreht, beim Bäcker um die Ecke.
Alles wird, vielleicht, gut.
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Re: Vergessene Begriffe aus DDR - Zeiten

Beitragvon augenzeuge » 26. April 2019, 18:14

Zum Brot. Also, ich war im Saalekreis bei einem Bäcker, der dem Nettomarkt angegliedert ist, da hab ich gleich ein Brot mehr mitgenommen. So lecker und so günstig. Das bekomme ich hier so nirgends. [super]

AZ
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Re: Vergessene Begriffe aus DDR - Zeiten

Beitragvon Nostalgiker » 26. April 2019, 18:18

Na der Interessierte weiß es mal wieder ganz genau.
Die Bezeichnung "Arbeiterschließfach" war einfach eine abwertende Bezeichnung für eine Neubauwohnung.
Woher soll er das auch wissen, er interessiert sich nur.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin
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Re: Vergessene Begriffe aus DDR - Zeiten

Beitragvon Interessierter » 27. April 2019, 06:48

Wenn du die viele Zeit, die du hier dafür verwendest derartige Absonderungen über User zu verfassen, dafür nutzen würdest um forengerechte Themen zu eröffnen, dann würde deine Anwesenheit hier beginnen einen Sinn zu machen.
Soll dein Wissen immer aktuell sein, schau einfach mal ins " Forum Deutsche Einheit " rein.
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Re: Vergessene Begriffe aus DDR - Zeiten

Beitragvon Nostalgiker » 27. April 2019, 06:57

Die Satzdrechselmaschine gefunden?
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
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Re: Vergessene Begriffe aus DDR - Zeiten

Beitragvon Grenzwolf62 » 27. April 2019, 07:01

Für DDR-Vegetarier die nicht im VKSK (Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter) waren, war aber die vegetarische Speisekarte recht übersichtlich.
Also ich hätte nicht 3 Tage in der Woche am üblich verfügbaren Weißkrautkopf nagen wollen.
Ansonsten sollen mal die Vegetarier*innen meinem Futter nicht ständig das Futter wegmampfen.
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Re: Vergessene Begriffe aus DDR - Zeiten

Beitragvon karnak » 27. April 2019, 08:30

Grenzwolf62 hat geschrieben:
Mir schmeckt das Aldi-Brot, zumal man es jetzt oft auch noch warm bekommt.
Beim Bäcker, naja, für 2,70 den Zweipfünder und am nächsten Tag kannst du auf dem Ding Holz hacken.
Früher bekamst du beim Bäcker Brot vom Vortag etwas im Preis gesenkt, heute bekommst du es auch schon halb hart noch angedreht, beim Bäcker um die Ecke.

Kaufst Du auch nur Harry, sollte Dir klar sein [flash]
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: Vergessene Begriffe aus DDR - Zeiten

Beitragvon Grenzwolf62 » 27. April 2019, 08:31

karnak hat geschrieben:
Grenzwolf62 hat geschrieben:
Mir schmeckt das Aldi-Brot, zumal man es jetzt oft auch noch warm bekommt.
Beim Bäcker, naja, für 2,70 den Zweipfünder und am nächsten Tag kannst du auf dem Ding Holz hacken.
Früher bekamst du beim Bäcker Brot vom Vortag etwas im Preis gesenkt, heute bekommst du es auch schon halb hart noch angedreht, beim Bäcker um die Ecke.

Kaufst Du auch nur Harry, sollte Dir klar sein [flash]


Ob vom Harry oder vom Dieter, mir egal, schmecken muss es und für mich wichtig, schön weich und nicht schliff.
Alles wird, vielleicht, gut.
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Re: Vergessene Begriffe aus DDR - Zeiten

Beitragvon Zicke » 27. April 2019, 09:18

Das Vollkorn von Harry schmeckt ganz gut, aber die Piepser werden nach jeder Mahlzeit auch mit satt, da es extrem krümelt.
J.S.



Meine Rechtschreibfehler könnt Ihr Samstags ab 17 Uhr bei Rewe gegen eine lecker Senfgurke tauschen.
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Re: Vergessene Begriffe aus DDR - Zeiten

Beitragvon zoll » 27. April 2019, 11:07

Sperrbrecher hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Mein Tipp, unterhalte dich mal mit jungen, intelligenten Menschen. Frage sie mal, was sie dazu bewogen hat, Vegetarier zu werden.

Ich kenne keine junge Menschen die Vegetarier oder Veganer sind, zumindest keine
keine intelligenten.

Diejenigen Vegetarier bzw. Veganer die ich kenne, die haben auch in anderen Dingen
"nicht alle Latten am Zaun" und brillieren allenfalls mit ihrer eklatanten Unwissenheit
in allen anderen Wissensgebieten.

Deine Wahrnehmung strotzt vor Ignoranz. Ist die Änderung der Lebensgewohnheiten in Teilen der Bevölkerung noch nicht bis zu dir vorgedrungen?
zoll [sick]
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Re: Vergessene Begriffe aus DDR - Zeiten

Beitragvon Edelknabe » 27. April 2019, 11:12

Gibts hier im Forum kein veganes Thema, weil, hier im DDR Fred irgendwie unpassend.

Rainer-Maria...."du Rheinländer...oder wars Saarländer...oder Westländler?"
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Re: Vergessene Begriffe aus DDR - Zeiten

Beitragvon augenzeuge » 27. April 2019, 11:12

Zicke hat geschrieben:Das Vollkorn von Harry schmeckt ganz gut, aber die Piepser werden nach jeder Mahlzeit auch mit satt, da es extrem krümelt.


Ah, da bekommt man gleich einen Hinweis wie du wohnst. Pieps. [grins]

AZ
Freiheit ist ein Gut, das durch Gebrauch wächst und durch Nichtgebrauch dahinschwindet. Keiner darf für sich den Besitz der Wahrheit beanspruchen, sonst wäre er unfähig zu Kompromiß und überhaupt zu Zusammenleben.
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Re: Vergessene Begriffe aus DDR - Zeiten

Beitragvon pentium » 27. April 2019, 11:15

Dieses Thema wurde gesponsert von Harry Brot....ansonsten Thema geschreddert

...
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

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Re: Vergessene Begriffe aus DDR - Zeiten

Beitragvon zoll » 27. April 2019, 11:19

karnak hat geschrieben:Was wäre dagegen zusagen wenn die Qualität stimmt und man nicht an die Schöpfung allen Lebens glaubt? Es hätte nur Vorteile, für die Sicherstellung der Ernährung, die Umwelt und das Tierwohl. Die könnten dann im Tierpark nur noch an Altersschwäche sterben.

Mir sind die Tiere im Zoo auch lieber als im Schlachthaus.
Wer schon einmal die Dokumentation über Tiertransporte aus der EU gesehen hat weiß wovon ich schreibe.
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