Karl May

Wie lief der Alltag in beiden deutschen Staaten zur Zeit der Teilung ab? Wie wurde gearbeitet? Was waren typische Berufe? Was wurde nach Feierabend gemacht? Wohin gings in den Urlaub?
Dies ist der Bereich zum Thema "Alltag"

Karl May

Beitragvon Berliner » 25. September 2010, 04:51

Hallo Uwe, vielen Dank. [knuddel]

ABV hat geschrieben:Schon der Vorspann, verbunden mit der Filmmusik von Martin Böttcher, wirkt auf mich wie eine Droge.


hier ein Clip fuer Dich.



ABV hat geschrieben:Karl May wurde in der DDR zum Verhängnis, dass die Nazis einige seiner Werke mißbraucht haben sollen. Old Shatterhand, angeblich mit Karl May identisch, galt den brauen Dumpfbacken als Inbegriff des "teutonischen Helden.


traegt er im Vorspann einen Mauser 98k ? [flash]

Gruss ueber den Teich, [hallo]
Duane
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Re: Die späte Rehabilitierung des Karl May

Beitragvon karl143 » 28. September 2010, 18:41

Hallo Uwe,
danke für das outen. Ich bin ja in die Zeit der Filme hineingeboren. Der Start eines neuen Karl May Films war meißtens immer kurz vor Weihnachten. Am ersten Feiertag ging es dann in Nienburg ins Kino. Eine Vorstellung nach der anderen. Und vor dem Kino Menschenschlangen, aber die brauche ich dir ja nicht zu erklären [flash] . Nein, im Ernst, ich fand diese Filme Klasse. Und wie du schreibst, die Musik war das Tüpfelchen bei dem Film. Was war ich in Nscho-tschi verknallt, gespielt von Marie Versini, im Film Winnetous Schwester. Und dann gab es in der Bundesrepublik damals alle Romane von ihm als Taschenbücher für 2,95 DM. Die habe ich mir abends vor dem schlafen reingezogen. Mann, da kommen Erinnerungen hoch. Danke für den Hinweis darauf...

VG
Karl-Heinz
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Re: Die späte Rehabilitierung des Karl May

Beitragvon manudave » 29. September 2010, 18:31

Die Indianerfilme waren - neben Otto - die Highlights in meiner Kindheits-Kino-Geschichte.
Das schau ich mir heute noch gern an - war wirklich toll.
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Re: Die späte Rehabilitierung des Karl May

Beitragvon karl143 » 29. September 2010, 20:36

ABV hat geschrieben: Man denke nur an Winnetous "Kostüm", dass ganz und garnichts mit der Bekleidung eines echten Apachen zu tun hatte.


...aber es sah einfach toll aus [hallo]
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Re: Die späte Rehabilitierung des Karl May

Beitragvon karl143 » 30. September 2010, 21:03

In allem stimme ich dir zu. Forever Pierre Brice und Lex Barker.
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Re: Die späte Rehabilitierung des Karl May

Beitragvon manudave » 1. Oktober 2010, 07:55

Die Rückkehr von Winne... Hä? [bloed]

Ein Glück ist dieser Kelch an mir vorbei gezogen.

Ich will ihn in Erinnerung behalten, wie er am Felsen in die die ewigen Jagdgründe einzog. Uns seitdem hab ich mir auch keine Wiederholung mehr angeschaut - es soll eine schöne Kindheitserinnerung bleiben.

Mit E.T. halte ich es übrigens genauso... [flash]
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Re: Die späte Rehabilitierung des Karl May

Beitragvon karl143 » 1. Oktober 2010, 15:22

manudave hat geschrieben:Die Rückkehr von Winne... Hä? [bloed]

Ein Glück ist dieser Kelch an mir vorbei gezogen.

Ich will ihn in Erinnerung behalten, wie er am Felsen in die die ewigen Jagdgründe einzog. Uns seitdem hab ich mir auch keine Wiederholung mehr angeschaut - es soll eine schöne Kindheitserinnerung bleiben.

Mit E.T. halte ich es übrigens genauso... [flash]


Wenn ich mal so dein Lebensalter schätze, dann hast auch schon die Wiederholungen gesehen.... [laugh]
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Re: Die späte Rehabilitierung des Karl May

Beitragvon pentium » 25. Februar 2013, 15:57

Passt ja zum Thema.

Ich wollte nur mitteilen.
Karl May, alias Old Shatterhand, alias Kara Ben Nemsi hat heute Geburtstag.
Geboren am 25. Februar 1842 in Ernstthal.

mfg
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*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: Die späte Rehabilitierung des Karl May

Beitragvon pentium » 4. März 2013, 22:01

Aus der Karl-May Wiki:

Zitat:
Erst Anfang der 80er Jahre, als das DDR-Fernsehen an den West-Verfilmungen Interesse zeigte – Erstausstrahlung Ost war Weihnachten 1982, kam Karl May auf die Tagesordnung. Der Proletariersohn sei ein aufrechter "Kämpfer gegen die US-amerikanische Raub- und Ausrottungspolitik" gewesen. Seine Werke, vorher aus den Bibliotheken verbannt, wurden 1982 und 1983 neu aufgelegt – die Auflage des Verlags Neues Leben von je 250.000 Stück war in wenigen Tagen vergriffen.

Quelle: http://karl-may-wiki.de/index.php/Karl_May_in_der_DDR

Einige Bände zieren auch meinen Bücherschrank.

mfg
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Re: Die späte Rehabilitierung des Karl May

Beitragvon pentium » 11. April 2014, 18:23

Ich stelle es mal hier ein!

Ist zwar aus dem Dezember 2013, aber ich habe es erst heute erfahren!

Zitat:
Der Hüter der weltberühmten Silberbüchse verliert seinen Job. Rene Wagner, langjähriger Chef des Radebeuler Karl-May-Museums sowie Geschäftsführer der Karl-May-Stiftung, ist entlassen worden. Am vergangenen Freitag erhielt der 63-Jährige die Kündigung und musste den Chefsessel nach 29 Jahren räumen.
Er bezieht noch bis Ende 2014 sein Gehalt.

Stiftungsvorstandsmitglied und Ex-Oberbürgermeister von Radebeul Volkmar Kunze bestätigte die Kündigung. Allerdings sei sie nicht aus heiterem Himmel gekommen. Das Vertrauensverhältnis zwischen Vorstand und Wagner sei zerrüttet. Zudem wurde als weiterer Hintergrund für die Entlassung der dramatische Rückgang der Besucherzahlen angegeben. Nachdem bis zum Ende der 1980er-Jahre jährlich noch bis zu 250000 Gäste ins Haus strömten, war deren Zahl zuletzt auf 54.000 gesunken. Grund dafür ist unter anderem das zurückgehende Interesse besonders von Jugendlichen an der Karl-May-Literatur.

Vorstandsmitglied Thomas Grafenberg bestreitet indes, dass es einen Beschluss des Vorstandes zur Entlassung Wagners gegeben habe. „Wir haben einen Vorsitzenden und einen Stellvertreter, das sind die treibenden Kräfte hinter diesem Vorgang“, sagt Grafenberg und meint neben Kunze auch den Vorsitzenden Udo Franke. „Das war kein Beschluss des Vorstands, sondern der Gesellschafter.“

Grafenberg bezeichnet die fristlose Entlassung als „Frechheit“. So könne man nicht mit einem verdienstvollen Menschen umgehen, der ohnehin 2015 pensioniert werden würde. „Wagner ist auf den Gebieten Museumswesen und Indianistik eine Koryphäe“, so Grafenberg weiter. „Hier geht es um Macht. Hier ist auch Hass im Spiel.“ Gegen Wagner wurde schon länger intrigiert, heißt es unter Mitarbeitern des Museums. Vorstandsmitglied Grafenberg schätzt ebenso ein „dass die Kündigung nicht nur menschlich verwerflich, sondern auch rechtlich nicht einwandfrei“ sei. „Das war sicherlich noch nicht der letzte Schritt.“ Allerdings existieren auch konkrete Vorwürfe. Wagner fehlten Visionen, um das Haus aus der Krise zu führen. Insbesondere gebe es Probleme mit dem geplanten Erweiterungsbau. Da sei die Finanzierung immer noch nicht geklärt. Wagner fehlten geschäftliches Verständnis und Ideen für moderne Museumskonzeptionen. „Er ist ein bisschen out“, sagte ein Vertrauter...]

Quelle und mehr dazu:
http://www.sz-online.de/sachsen/chef-de ... 33821.html

mfg
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PS. Man bezahlt also sein Gehalt bis Ende 2014! Und 2015 hätte man H. Wagner sowieso pensioniert....
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175. Geburtstag von Karl May

Beitragvon pentium » 26. Februar 2017, 20:55

Ein Friedensprediger als Literatur-Popstar

Mit seinen Büchern und Roman-Helden hat Karl May Generationen fasziniert und ist zum Schriftsteller der Superlative geworden. Vor 175 Jahren wurde der Erfinder von Winnetou und Old Shatterhand geboren. Erinnerungen an den Kleinkriminellen, aus dem ein Bestsellerautor mit Friedensmission wurde.

"Wie man den Krieg führt, das weiß jedermann; wie man den Frieden führt, das weiß kein Mensch", schrieb Karl May 1909 in "Ardistan und Dschinnistan". Schon vor weit mehr als 100 Jahren hat der geistige Vater von Winnetou, Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi jegliche Waffengänge angeprangert und das Miteinander gepriesen. "Karl May ist aktueller denn je", sagt Bernhard Schmid, der Leiter des Karl-May-Verlages in Bamberg. Angesichts von Krieg und Terror, von Hass und Intoleranz müsste der Schriftsteller fast schon Pflichtlektüre in der Schule werden, schlägt Schmid vor. Heute vor 175 Jahren wurde Karl Friedrich May im sächsischen Ernstthal geboren.

http://www.heute.de/175.-geburtstag-von ... 34920.html

Am 25. Februar 1842 wurde Karl May als fünftes von 14 Kindern einer verarmten Weberfamilie geboren. Neun Geschwister starben bereits in jungen Jahren. Der einzige überlebende Sohn sollte Lehrer werden, aber er kam häufig mit dem Gesetz in Konflikt und führte das Leben eines Kleinkriminellen. Wegen sechs unterschlagener Kerzen flog er vom Lehrerseminar. In Altchemnitz brachte ihm die "widerrechtliche Benutzung" einer Taschenuhr seine erste Haftstrafe ein - zugleich war seine Karriere als Lehrer beendet. Diebstahl, Betrug und Hochstapelei wurden 1865 mit vier Jahren Arbeitshaus bestraft. Wegen zahlreicher weiterer Delikte saß er von 1870 an zudem vier Jahre im Zuchthaus Waldheim.

....
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Re: Karl May

Beitragvon Sperrbrecher » 18. Mai 2019, 11:37

In den späten 40er Jahren waren wir alle begeisterte Karl-May-Leser.
Damals begann man bereits, die Karl May Bücher aus den Bilbiotheken
zu entfernen, was natürlich unser Interesse an diesen Bücher erheblich
beförderte.

So gingen die im privaten Besitz befindlich Bücher dieses Autors von Hand
zu Hand und wir bewerteten unsere Freunde danach, wie viele Karl May
Bücher jeder von ihnen gelesen hatte. Weiterhin nutzten wir jede sich
dazu bietende Gelegenheit aus, das auf der anderen Elbseite gelegene
Karl-May-Museum in Radebeul zu besuchen.

Sonntäglich pilgerten wir, nicht selten in Gruppenstärke, zur Gohliser Windmühle,
um mit der dortigen Personenfähre zum Preis von 5 Pfennigen, an das jenseitige
Elbufer und nach eine kurzen Fußmarsch zum Karl-May-Museum zu gelangen.

Häufig machten wir auch noch einen Abstecher zum nahegelegenen Friedhof,
um am Grabmal Karl Mays unseren geliebten Autor unsere Ehrerbietung zu bezeugen.

Im Museum wurden wir dann vom Kurator des Museums, Patty Frank empfangen
und lauschten im Kaminzimmer der Villa Bärenfett andächtig seinen Geschichten
und Episoden aus dem Wilden Westen und dem Leben der Indianer, die er dort zum
Besten gab. Immerhin bewegte er sich auf ziemlich dünnen Eis, denn staatlicherseits
sah man seinem Wirken nicht besonders wohlwollend entgegen.

Danach wanderten wir durch die Räume der Ausstellung und betrachteten mit
Ehrfurcht die Bilder und Artefakte, die wir allerdings schon von vorherigen
Besuchen alle kannten und die sich schon längst in unser Gedächtnis eingegraben
hatten.

Es gab auch Lehrer und vereinzelte Schüler aus staatsnahem Elternhäusern, die
unsere Karl May Affinität missbilligten, was allerdings unserer Verehrung keinen
Abbruch tat, sondern sie eher noch verstärkte und unseren Drang alle Bücher des
Autors gelesen zu haben weiter intensivierte.

Letztendlich gipfelte meine Schwärmerei für Karl May und seinen Romanhelden
darin, dass ich ihn als Thema für mich auswählte, als jeder Schüler einen Vortrag
über eine bekannte Person oder ein allgemein interessierendes Ereignis halten
musste.

Der Begeisterung meiner "Gesinnungsgenossen" konnte ich mir sicher sein
und auch unser Lehrer bewertete meinen Vortrag am Ende sehr positiv, obwohl
er damit bestimmt nicht mit der derzeit gültigen und vorgegebenen Parteilinie
im Einklang stand. Anscheinend fühlte er sich insgeheim an seine eigene Jugend
erinnert, als auch er ein begeisterter Karl-May-Leser gewesen war und dieser
Autor noch nicht auf der Ignorierliste des Staates stand.
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Re: Karl May

Beitragvon Nostalgiker » 18. Mai 2019, 16:34

1980 erschien mit "Swallow, mein wackerer Mustang" eine Romanbiographie über Karl May in der DDR. Geschrieben hat den Roman Erich Loest.
Eine Novelle über Karl May, ebenfalls von Erich Loest, wurde 1975 veröffentlicht
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

Eindeutigkeit der Absicht wurde bei ihm zur Zweideutigkeit des Handelns

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Re: Karl May

Beitragvon AkkuGK1 » 19. Mai 2019, 09:13

mit seinen Büchern konnte ich nie etwas anfangen, dies soll aber seine Leistung als populärer Schriftsteller nicht schmälern. Meines war als Teenager eher Arkady Fiedler (Orinoco).
AfD - die Alternative - für Doofe, deshalb wählt AfD ihr Schafe! Mähhh
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