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Beitragvon Neun » 29. Juli 2013, 21:50

Na ja rhetorisch war er nun nicht der Begabteste, das steht wohl ohne Zweifel fest. Nur das sind heute wohl auch die wenigsten Politiker, die haben ihre Redenschreiber und was da intern geredet wird dürfte einen wohl auch grausen. Er hätte was das betrifft mal ein ordentliches Coaching gebraucht, war halt damals noch nicht so gefragt.

Viel beachtlicher finde ich jedoch wie hier sogar mal eingestellt wird wie der Genosse Mielke, als blutrünstiges Monster wie es ja hier gern heißt, die Anwendung der Schusswaffe durch die GT generell in Frage stellt und keiner auf diesen fortschrittlichen Gedanken eingeht, wo doch hier sonst diese Anwendung immer aufs schärfste verurteilt wird.

Haben wohl alle, im [G]Eifer des Gefechts gegen das Böse in Person, überlesen.
Und dann ist natürlich klar: Es hat ja keinen Zweck, auf einen zu schießen, wenn er nach drüben kommt, nicht wahr, kommt er rüber, und ist sowieso ein Antragsteller, und was hat das für einen Sinn. Das muß man doch fragen, so. Wo noch etwas mehr revolutionäre Zeiten waren, da war es nicht so schlimm. Aber jetzt, nachdem alles so neue Zeiten sind, muß man den neuen Zeiten muß man Rechnung tragen.


Er war sich der neuen Zeit und ihrer Erfordernisse also durchaus bewusst und noch in der Lage daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, sicher nicht immer und überall, nur durchsetzen konnte auch er sich halt nicht immer. War er nun also der senile Greis den Text X vermuten lässt oder doch noch ein wacher Geist wie es Text Y vermittelt? Die Person Mielke lässt sich nun einmal nicht an einer tendenziösen Textauswahl festmachen. Er hatte Schwächen und Stärken wie jeder andere auch, nur ist er im Gegensatz zu uns eine Person der Zeitgeschichte und da wird dem eben mehr Wert beigemessen.

1..2...3...
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Re: Dokumente

Beitragvon vs1400 » 29. Juli 2013, 22:00

echt schade Neun,
hast nie an dieser s....ß grenze gestanden und dich auch nie mit derartigen gedanken auseinander setzen müssen.

aber ich kann deine sichtweise verstehen.

gruß vs [hallo]
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Re: Dokumente

Beitragvon augenzeuge » 30. Juli 2013, 07:48

Neun hat geschrieben:Haben wohl alle, im [G]Eifer des Gefechts gegen das Böse in Person, überlesen.
Und dann ist natürlich klar: Es hat ja keinen Zweck, auf einen zu schießen, wenn er nach drüben kommt, nicht wahr, kommt er rüber, und ist sowieso ein Antragsteller, und was hat das für einen Sinn. Das muß man doch fragen, so. Wo noch etwas mehr revolutionäre Zeiten waren, da war es nicht so schlimm. Aber jetzt, nachdem alles so neue Zeiten sind, muß man den neuen Zeiten muß man Rechnung tragen.



Ist nicht eindeutig. Man könnte auch sagen, wenn er durch Schüsse erledigt wird, nicht rüber kommt, hat es eher Sinn! [bloed]

Andererseits, wollte er die Schleusen" wirklich für all jene öffnen, in der Meinung, dann endlich Ruhe zu haben? Sozusagen, ein vorgezogener 9.11.1989.....?

Neun, deine Meinung war ja mal, es war ein Fehler, die Leute überhaupt rauszulassen......damit würdest du den neuen Zeiten eher wenig Rechnung tragen, dürftest die Meinung Mielkes weniger verstehen, oder?

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Re: Dokumente

Beitragvon karnak » 30. Juli 2013, 08:56

andr 88-1 hat geschrieben:
Ich will überhaupt mal etwas sagen, Genossen. Wenn man schon schießt, dann muß man es so machen, daß nicht noch der Betreffende wegkommt, sondern dann muß er eben da-bleiben bei uns. Was ist denn das für eine Sache, was ist denn das, 70 Schuß loszuballern, und der rennt nach drüben, und die machen eine Riesenkampagne.

[flash] Na ja Neun,ich bin nun bestimmt keiner der auf jemanden prinzipiell eindrischt.Nicht mal auf Erich Mielke,natürlich war er ein Kind seiner Zeit, wenn auch nicht ein intellektuell herausragendes.Aber wenn Du Ihn schon zitierst,dann darfst Du natürlich nicht die Sätze vorher weglassen, sonst geht der Zusammenhang verloren.Und was er mit dem"Wenn man schon schießt,dann muß man es so machen ,daß nicht noch der Betreffende wegkommt,sondern dann muß er eben da bleiben bei uns",meint ,dürfte wohl klar sein.In diesem Zusammenhang betrachtet dürfte es wohl sehr zweifelhaft sein,dass Erich Mielke die Zeichen der Zeit erkannt hat,im Gegensatz zu anderen.
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Re: Dokumente

Beitragvon Interessierter » 30. Juli 2013, 10:15

Zitat karnak:
In diesem Zusammenhang betrachtet dürfte es wohl sehr zweifelhaft sein,dass Erich Mielke die Zeichen der Zeit erkannt hat,im Gegensatz zu anderen.


Das hatte er wohl mit Neun gemeinsam .. [wink]

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Re: Dokumente

Beitragvon andr.k » 30. Juli 2013, 21:05

Schreiben Mittigs an Egon Krenz, mit Anlage: Grundsätze zur Zurückdrängung von Übersiedlungsersuchen und zur Genehmigung von Übersiedlungen im Interesse der Gewährleistung einer hohen Ordnung und Sicherheit.

Werter Genosse Egon Krenz!

Die beiliegenden Grundsätze gründen sich auf eine zentrale Entscheidung.

Die Stellvertreter Inneres der Vorsitzenden der Räte der Bezirke wurden am 15.4.1988 im MdI durch den Stellvertretenden Minister des Innern Genossen WINTERLICH, den Leiter Innere Angelegenheiten des MdI Genossen HUBRICH und Genossen NIEBLING des MfS eingewiesen.

Vorschläge zur Übersiedlung sind unter Beachtung der konkreten Lage im Bezirk durch die Abteilungen Inneres der Räte der Bezirke und die zuständige Diensteinheit des MfS mit dem 1. Sekretär der Bezirksleitung der SED abzustimmen und dem MdI/MfS zuzustellen.

Es wurden den Abteilungen Inneres der Räte der Bezirke und Diensteinheiten des MfS im Bezirk Orientierungslimite vorgegeben.

Die Maßnahmen sind keine Änderung der Festlegungen des Vorsitzenden des Ministerrates vom 26.2.1988, sondern zum Abbau des Druckes und zur Beherrschung der Lage notwendig.

Gegenwärtig gibt es in der DDR
111.348 Bürger, darunter 33.371 Bürger unter 18 Jahren, die aktiv ihre Übersiedlung betreiben.

Zur Realisierung des Auftrages, im Interesse der inneren Stabilität der DDR und weiteren Erhöhung der Ordnung und Sicherheit Übersiedlungen von Personen vorzunehmen, von denen erhebliche Gefahren ausgehen, vor allem unter Berücksichtigung politischer Höhepunkte (1. Mai, 8. Mai, Konferenz vom 20.6.–22.6.88 u. a.) wird folgendes Vorgehen vorgeschlagen:

1. Die Hauptrichtung der Tätigkeit ist auf die Fortsetzung der personenbezogenen politisch-ideologischen Einflussnahme zur Erreichung maximaler Ergebnisse bei Abstandnahmen von Übersiedlungsersuchen zu orientieren. Dabei sind die Grundsätze des Vorgehens gemäß Schreiben des Vorsitzenden des Ministerrates vom 26.2.88 auf Erstersuchende sowie Übersiedlungsersuchende, bei denen Versagungsgründe vorliegen, zu konzentrieren.

Übersiedlungen bei Vorliegen humanitärer Gründe sind kurzfristig abzuwickeln.


2. Aus politisch-operativem Interesse und zur vorbeugenden Verhinderung von Störungen sowie des öffentlichen provokativen Auftretens Übersiedlungsersuchender sind zur Realisierung der Übersiedlung vor allem Personen auszuwählen,

- die aufgrund ihrer feindlich-negativen Grundhaltung zur Erzwingung ihrer Übersiedlung an Zusammenrottungen, Zusammenschlüssen, Gruppenbildung und öffentlichen Demonstrationen teilgenommen haben bzw. zu denen Hinweise zu solchen Aktivitäten vorliegen,

- von denen Provokationen ausgehen bzw. die dazu neigen,

- die die vielfältigsten Aktivitäten zur Erzwingung der Übersiedlung unternehmen, wie Lösung des Arbeitsrechtsverhältnisses, Protestschreiben, Unterschriftensammlungen, Androhungen von provokatorisch-demonstrativen Handlungen und andere Straftaten, Schreiben an Feindorganisationen, die UNO, Repräsentanten westlicher Staaten, Inspirierung von Aktionen im Ausland u. a.,

- die mehrfach vorbestraft sind oder sich asozial verhalten und unbelehrbar sind,

- von denen aufgrund ihrer labilen Haltung weitere Aktivitäten ausgehen und dadurch ständiger Unsicherheitsfaktor sind.


3. Die Anzahl der Genehmigung von Übersiedlungen ist auf monatlich ca. 2.000 bis 3.000 Personen zu erhöhen (bisheriger monatlicher Durchschnitt im Jahre 1988 – 1.000 Personen). Dazu sind den Bezirken differenzierte Vorgaben zu übermitteln, die den Rahmen für den Umfang der zu unterbreitenden Vorschläge bilden (Anlage). Dadurch kann auch gewährleistet werden, daß

- eine verantwortungsbewußte und differenzierte Auswahl der zu übersiedelnden Personen langfristig und abgestimmt erfolgt,

- territoriale Konzentrationen der in Ziffer 2 genannten Personen abgebaut und bei der Realisierung von Übersiedlungen nicht zugelassen werden,

- in den Gesprächen, ausgehend von den Bedingungen der Lage und dem Verhalten der Personen, im Interesse der Ordnung und Sicherheit sowie der Disziplinierung die Genehmigung der Übersiedlung auf längere Frist in Aussicht gestellt werden kann.


4. Die Anforderungen an die gemäß den dienstlichen Weisungen zu unterbreitenden Vorschläge zur Genehmigung der Übersiedlung sind zu vereinfachen.


5. Zur Beschleunigung der Abwicklung von Übersiedlungen werden die nach der zentralen Bestätigung der Vorschläge durchzuführenden Antrags-, Prüfungs- und Entscheidungsverfahren durch Weisung des Ministers des Innern und Chefs der DVP auf die Abteilungen Innere Angelegenheiten der Räte der Kreise delegiert. Die Stellvertreter der Vorsitzenden für Inneres der Räte der Kreise werden befugt, die Anträge zu genehmigen.

Das Verfahren bei der Entlassung aus der Staatsbürgerschaft der DDR bleibt davon unberührt.

Vorgaben für die differenzierte Unterbreitung von Vorschlägen zur Genehmigung von Übersiedlungen

Anlage

Ü1.JPG


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Re: Dokumente

Beitragvon augenzeuge » 31. Juli 2013, 07:36

andr 88-1 hat geschrieben: Zur Realisierung des Auftrages, im Interesse der inneren Stabilität der DDR und weiteren Erhöhung der Ordnung und Sicherheit Übersiedlungen von Personen vorzunehmen, von denen erhebliche Gefahren ausgehen, vor allem unter Berücksichtigung politischer Höhepunkte (1. Mai, 8. Mai, Konferenz vom 20.6.–22.6.88 u. a.)


Gefahren von Übersiedlungsersuchenden bei politischen Höhepunkten? [laugh]

So unstabil war das Land also geworden....

Frage an die Spezialisten:

Warum sagt man feindlich-negative Einstellung? Gibts auch ne feindlich-positive? Reicht feindlich nicht schon aus? [denken]
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Re: Dokumente

Beitragvon andr.k » 2. August 2013, 09:14

Arbeitsbereich Paßkontrolle
Berlin, 18. Dezember 1989

Hinweise zur Anwendung der Grundsätze für Reisen von Bürgern der BRD und von Personen mit ständigem Wohnsitz in Berlin (West) in und durch die DDR.

PK1.jpg


PK2.jpg


War es nur ein Entwurf/Hinweis?

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Re: Dokumente

Beitragvon augenzeuge » 2. August 2013, 09:22

Beachtet man das wirklich noch? Die Schreiben liefen doch der Praxis bereits hinterher.....

Wenn ich was von Nachfahndung lese....muss ich schmunzeln. Das machte doch real kein Mensch.

Als Bürger von Berlin-West fuhr man kurz darauf kaum noch Transit, dauert viel zu lange......man nutzte die kleinen neuen "Güsts"..... [wink]
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Re: Dokumente

Beitragvon andr.k » 2. August 2013, 20:22

Grundsätze für die Arbeit mit OTM

OTM.JPG

OTM1.JPG

OTM2.JPG

OTM3.JPG

OTM4.JPG

OTM5.JPG

OTM6.JPG

OTM7.JPG


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Re: Dokumente

Beitragvon pentium » 16. September 2013, 20:55

(Nr. 651.) Gesetz, betreffend die Redaktion des Strafgesetzbuchs für den Norddeutschen Bund als Strafgesetzbuch für
das Deutsche Reich. Vom 15. Mai 1871.

http://volkerschoene.de/wp-content/uplo ... -Reich.pdf

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Re: Dokumente

Beitragvon augenzeuge » 1. November 2013, 14:48

Übersicht zur Behandlung von Vermögen von DDR-Bürgern im Devisenausland und zum DDR-Vermögen Westdeutscher

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... G8fcMlVxig

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