Horrorfahrt im Barkas

Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon Interessierter » 28. Dezember 2018, 17:13

Zitat karnak:
Du verstehst einfach nicht, dass ich Geschichte erklären will die ich erlebt habe, nicht Verteidigen von etwas was Du Anklagen willst obwohl Du wirklich kaum etwas davon weißt.


Kristian, da kannst du mal sehen wie unterschiedlich Wahrnehmungen sein können. Ich hingegen bin davon überzeugt, dass du oftmals Dinge erklären willst, die du eben nicht erlebt hast.
Die Dinge, welche du hier aus deinem Berufs- und Privatleben berichtest finde ich meistens sehr interessant und sehe keinen Grund deine Aussagen als Zeitzeuge anzuzweifeln.

Ganz im Gegensatz zu dir, der nicht davor zurückschreckt, regelmäßig Zeitzeugenberichte zu bestreiten und somit diese Menschen als Lügner hinzustellen. Selbst wenn mehrere Mensche aussagen, dass sie Beschriftungen am Barkas sahen und teilweise genau in den einsteigen mußten. Du erklärst eben nicht was du erlebt hast, sondern was du nicht erlebt hast.

Deine deiner Meinung nach immer richtige Logik, welche dir nur als Begründung bleibt, reicht aber bei weitem nicht, das von anderen Menschen Erlebte zu bestreiten.

Schlußendlich zu deiner Aussage, dass ich von den Geschehnissen in der DDR kaum etwas wüßte: Einmal abgesehen von deinen persönlichen beruflichen und privaten Erlebnissen zu DDR - Zeiten, wusstest du doch vor der Wende nicht mehr und nicht weniger als ich. Nicht zu vergessen, dass die Dinge, die du wusstest wohl größtenteils der Sichtweise eines Angehörigen des MfS geschukdet waren.

Die Möglichkeiten Kenntnisse über die DDR zu erlangen, ergaben sich erst nach der Wende. Diese Möglichkeiten habe ich ausgiebig genutzt und habe dir gegenüber den Vorteil seit vielen Jahren nicht mehr berufstätig sein zu müssen. Daher kann ich über deine Aussage zu meinem Wissensstand nur schmunzeln. Wohlwissend, dass viele Fakten aus Beiträgen anderer User und mir, dir bis dahin völlig unbekannt waren.

Dem Sinn eines Forums entsprechend werden hier Beiträge zur Diskussion eingestellt. Wenn du das selbst nach mehr als 20 Jahren meinst aals Anklage bezeichnen zu müssen, soll dir das gerne unbenommen bleiben. Es zeugt zwar von Einsicht und ehrt dich sogar, wenn du es nach so langer Zeit als Anklage empfindest.
Als ein angenehmer, geselliger und kritischer " Ehemaliger ", der es auch nicht nötig hatte in westliche Bundesländer zu entfleuchen, der es auch nicht nötig hat sich in permanenten Stänkereien zu ergießen, bist du trotz aller Meinungsverschiedenheiten ein angenehmer Diskussionspartner.

Auch wenn ich deinen Vergleich mit " Alfred " in Goslar noch nicht vergessen habe. [wink]
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon Nov65 » 28. Dezember 2018, 17:16

Ich muss meine Anrede im letzten Post korrigieren. Er ist an Kristian gerichtet, nicht an Wilfried. Pardon.
Andreas

Korrigiert, AZ [hallo]
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon karnak » 28. Dezember 2018, 17:56

Ehemalige Arbeitgeber sind mir letztlich völlig gleichgültig, ich erfülle meinen " Vertrag " bis zum letzten Tag und gehe dann ohne mir etwas nachsagen zu lassen, damit ist die Geschichte für mich erledigt. Ich neige auch nicht zu irgendeinem albernen Korpsgeist Denken in dessen Rahmen ich meine alles und jedes auf Teufel komm raus verteidigen zu müssen. Ich habe 13 im MfS gedient und weiß aus der Zeit natürlich wie man dort vom Prinzip her getickt hat was die Feinde angeht und wen man in diese Kategorie eingeordnet hat. Es war in jedem Fall nicht das DDR Volk in seiner Gänze. Das es dann letztlich das Ergebnis des Ganzen war, bzw. dass durch die verschiedensten und rasanten Entwicklungen einer Umbruchsituation die Meinung des Volkes sich so entwickelt hat , gleichzeitig von vielen Seiten aus Ost und West einschließlich der ehemals eigenen Genossen auch noch geschürt wurde um von seinem eigenen Dreck am Stecken abzulenken hat zu der ganzen Buhmann Situation beigetragen. Fest steht für mich, bei einem übergroßen Teil der DDR Bevölkerung von denen dann viele zu friedlichen Revolutionären mutiert sind gab es bis kurz vor dem Umbruch diese Angst und diesen Hass überhaupt nicht, es ist schlichtweg eine Legende mit der man sich gerne schmückt um auch wenigstens ein bisschen zu den Guten zu gehören. [grin]
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon augenzeuge » 28. Dezember 2018, 19:41

bei einem übergroßen Teil der DDR Bevölkerung von denen dann viele zu friedlichen Revolutionären mutiert sind gab es bis kurz vor dem Umbruch diese Angst und diesen Hass überhaupt nicht,

Absolut korrekt. Den Hass gabs echt nicht...etwas Angst schon. Je nach Kenntnisstand. [blush]

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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon Volker Zottmann » 28. Dezember 2018, 19:55

augenzeuge hat geschrieben:
bei einem übergroßen Teil der DDR Bevölkerung von denen dann viele zu friedlichen Revolutionären mutiert sind gab es bis kurz vor dem Umbruch diese Angst und diesen Hass überhaupt nicht,

Absolut korrekt. Den Hass gabs echt nicht...etwas Angst schon. Je nach Kenntnisstand. [blush]

AZ

... und noch mehr Resignation, wohl langsam begreifend, dass sich in der DDR nichts bessern kann. Das trieb die Menschen auf die Straßen und verbündete auch bisher Passive, nun beim Neuen Forum mitzumachen.
Hass auf das MfS in breiter Masse kam doch erst, als die SED-Kreisleitungen von sich weg auf die andere, die Vollstreckerinstanz zeigte. Schon war der Blitzableiter gefunden. Zur Grenzöffnung spätestens sahen alle, auch die Uninteressiertesten, dass sie sehr wohl eingesperrt waren. Langsam kam Fahrt in den Zug. Spätestens mit der friedlichen Besetzung der Stasizentralen entlud sich oft der angestaute, bisher oft verdrängte Frust.
Das dürfte doch nun bald allen klar sein. Der B-1000 kann gerne angehalten werden. Der fährt auch jetzt nur noch zur Irreführung im Kreis, wie damals mit Frau Schönherz in Berlin, die man auch verarschen wollte.

Gruß Volker
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon andr.k » 28. Dezember 2018, 23:29

Volker Zottmann hat geschrieben:Der fährt auch jetzt nur noch zur Irreführung im Kreis, wie damals mit Frau Schönherz in Berlin, die man auch verarschen wollte.


Das Thema "Frau Schönherz", hmm... Ihr Buch muss unter die Leute gebracht werden...
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon augenzeuge » 28. Dezember 2018, 23:30

andr.k hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben:Der fährt auch jetzt nur noch zur Irreführung im Kreis, wie damals mit Frau Schönherz in Berlin, die man auch verarschen wollte.


Das Thema "Frau Schönherz", hmm... Ihr Buch muss unter die Leute gebracht werden...


Nun bestätige doch einfach mal, welche Tarnsprüche am Auto alles verwendet wurden. Weißt du doch auch....

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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon andr.k » 28. Dezember 2018, 23:37

augenzeuge hat geschrieben:Nun bestätige doch einfach mal, welche Tarnsprüche am Auto alles verwendet wurden. Weißt du doch auch....

AZ


Was soll ich bestätigen was es einfach nicht gab? Nein. In SN fuhr der Kastenwagen in einfachem grau. Das MdI in SN fuhr den in grün.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon icke46 » 29. Dezember 2018, 10:58

Warum sagt ihr nicht einfach, von welchem Zeitraum ihr redet? Irgendwie artet das in reine Rechthaberei aus.

Wenn es etwas zb. In den 80er Jahren nicht gab, muss das nicht heißen, das es das nicht in den 60er oder 70er Jahren gegeben hat. Irgendwie warte ich darauf, dass endlich mal einer klarstellt, dass es in Berlin nie eine Mauer gab. Diese Linie, die sich dort im Boden eingelassen ist, dient nur der Touristenfängerei, und der Mauerpark an der Bernauer Straße ist nur ein Werk der Kulissenbauer aus Babelsberg - das sind nämlich echte Könner, wie man im Filmmuseum Potsdam sehr gut sehen kann.

Und den Grenzübergang Drewitz Gaby auch nie, das war schon immer die Europazentrale von eBay [grins] .

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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon augenzeuge » 29. Dezember 2018, 11:05

icke46 hat geschrieben:Warum sagt ihr nicht einfach, von welchem Zeitraum ihr redet? Irgendwie warte ich darauf, dass endlich mal einer klarstellt, dass es in Berlin nie eine Mauer gab.

Mann Mann Mann......


Absolut richtig. Wobei man solche Dinge als Betroffener kaum erfinden kann.

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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon Volker Zottmann » 29. Dezember 2018, 11:07

Das hast Du heute treffend geschrieben Icke.
Die Haupsache scheint bei einer Forenliga doch zu sein, alles zu bestreiten oder zumindest zu beschwichtigen. Weil deren Meinung nach die DDR doch viel schöner war, als dargestellt. Oft noch bunter, als es das ND drucken konnte. [flash]

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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon icke46 » 29. Dezember 2018, 11:27

augenzeuge hat geschrieben:
icke46 hat geschrieben:Warum sagt ihr nicht einfach, von welchem Zeitraum ihr redet? Irgendwie warte ich darauf, dass endlich mal einer klarstellt, dass es in Berlin nie eine Mauer gab.

Mann Mann Mann......


Absolut richtig. Wobei man solche Dinge als Betroffener kaum erfinden kann.

AZ


Naja, mit der Mauer bzw. dieser Linie in Berlin habe sogar ich Probleme, obwohl ich zwischen 1960 und 1970 jedes Jahr mindestens sechs Wochen in Berlin war und sozusagen mit der Mauer gewachsen bin. Diese Linie macht gerade in der heutigen Topographie die seltsamsten Bocksprünge.

Übrigens war ich am 13,08.61 auch in Berlin, war damals vier Jahre und zehn Monate alt. An den Mauerbau selber habe ich keine Erinnerungen, wohl aber, dass ich an diesem Wochenende das erste Mal im Leben geflogen bin. Meine Mutter kam nämlich mit dem Flieger aus Hannover, um mich dort rauszuholen, bevor mich die Russen nach Sibirien verschicken.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon Nov65 » 29. Dezember 2018, 12:40

[. Fest steht für mich, bei einem übergroßen Teil der DDR Bevölkerung von denen dann viele zu friedlichen Revolutionären mutiert sind gab es bis kurz vor dem Umbruch diese Angst und diesen Hass überhaupt nicht, es ist schlichtweg eine Legende mit der man sich gerne schmückt um auch wenigstens ein bisschen zu den Guten zu gehören. [grin]

Auch aus diesen deinen Worten kann ich nur Abstand zu den Menschen entnehmen, die euch zwar nicht in die Produktion geschickt haben, wie auf Plakaten gefordert, aber eben weggejagt haben. Ich glaube einfach, dass du damals nichts mitbekommen hast, was vielen Menschen durch deinem Arbeitgeber widerfahren ist. Ihr wart ja nach eurer Dienstauffassung die Guten, die den Sozialismus, den Staat und die Bevölkerung schützten. Warum solltest du dann gerade mitbekommen haben, dass es keinen Hass auf euch gab? Weil ihr wie euer Obermufti doch alle lieb hattet.
Mal im Vertrauen: In meinem Beruf musstest du mitschwimmen, sonst wäre eine unliebsame Alternative eingetreten. Aber nach einer persönlichen Kollision eines Familienmitglieds mit deiner Schergentruppe wart ihr mein Feind. Ich musste nicht mutieren,denn ich hatte gute Gründe. Nach Oktober 1989 habe ich viele mit ähnlichen unerfreulichen Erfahrungen kennengelernt. Heute begegne ich ab und an einigen deiner ehemaligen Kollegen als Finanzdienstleister, Bofrost-Angestellte usw. Ich hege keinen Groll mehr gegen einzelne ehemalige MfS-Leute. Aber eure Arbeit war verbrecherisch und sehr sehr oft verabscheuungswürdig wie Gauner und Diebe. Bei Verharmlosungen gehe ich aber "auf den Baum". Deshalb: Lasst die Zeit die Wunden heilen und haltet lieber den Mund.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon steffen52 » 29. Dezember 2018, 13:06

Nov65 hat geschrieben:
[. Fest steht für mich, bei einem übergroßen Teil der DDR Bevölkerung von denen dann viele zu friedlichen Revolutionären mutiert sind gab es bis kurz vor dem Umbruch diese Angst und diesen Hass überhaupt nicht, es ist schlichtweg eine Legende mit der man sich gerne schmückt um auch wenigstens ein bisschen zu den Guten zu gehören. [grin]

Auch aus diesen deinen Worten kann ich nur Abstand zu den Menschen entnehmen, die euch zwar nicht in die Produktion geschickt haben, wie auf Plakaten gefordert, aber eben weggejagt haben. Ich glaube einfach, dass du damals nichts mitbekommen hast, was vielen Menschen durch deinem Arbeitgeber widerfahren ist. Ihr wart ja nach eurer Dienstauffassung die Guten, die den Sozialismus, den Staat und die Bevölkerung schützten. Warum solltest du dann gerade mitbekommen haben, dass es keinen Hass auf euch gab? Weil ihr wie euer Obermufti doch alle lieb hattet.
Mal im Vertrauen: In meinem Beruf musstest du mitschwimmen, sonst wäre eine unliebsame Alternative eingetreten. Aber nach einer persönlichen Kollision eines Familienmitglieds mit deiner Schergentruppe wart ihr mein Feind. Ich musste nicht mutieren,denn ich hatte gute Gründe. Nach Oktober 1989 habe ich viele mit ähnlichen unerfreulichen Erfahrungen kennengelernt. Heute begegne ich ab und an einigen deiner ehemaligen Kollegen als Finanzdienstleister, Bofrost-Angestellte usw. Ich hege keinen Groll mehr gegen einzelne ehemalige MfS-Leute. Aber eure Arbeit war verbrecherisch und sehr sehr oft verabscheuungswürdig wie Gauner und Diebe. Bei Verharmlosungen gehe ich aber "auf den Baum". Deshalb: Lasst die Zeit die Wunden heilen und haltet lieber den Mund.
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Genau so ist, Andreas! Besser kann man es nicht ausdrücken. [super]
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon augenzeuge » 29. Dezember 2018, 13:41

Nov65 hat geschrieben:Aber nach einer persönlichen Kollision eines Familienmitglieds mit deiner Schergentruppe wart ihr mein Feind.
Grüße von Andreas


Ja, so entstand die Feindschaft. Und das lief oft sogar ohne Eigenverschulden ab. Man musste eben erst die Erfahrungen machen. Wer die nie machen konnte oder musste, womöglich behütet zwischen ihnen als Kind aufwuchs, der kann das womöglich nicht oder nur schwer verstehen.

AZ
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon karnak » 29. Dezember 2018, 14:15

Nov65 hat geschrieben:Auch aus diesen deinen Worten kann ich nur Abstand zu den Menschen entnehmen, die euch zwar nicht in die Produktion geschickt haben, wie auf Plakaten gefordert, aber eben weggejagt haben. Ich glaube einfach, dass du damals nichts mitbekommen hast, was vielen Menschen durch deinem Arbeitgeber widerfahren ist. Ihr wart ja nach eurer Dienstauffassung die Guten, die den Sozialismus, den Staat und die Bevölkerung schützten. Warum solltest du dann gerade mitbekommen haben, dass es keinen Hass auf euch gab? Weil ihr wie euer Obermufti doch alle lieb hattet.
Mal im Vertrauen: In meinem Beruf musstest du mitschwimmen, sonst wäre eine unliebsame Alternative eingetreten. Aber nach einer persönlichen Kollision eines Familienmitglieds mit deiner Schergentruppe wart ihr mein Feind. Ich musste nicht mutieren,denn ich hatte gute Gründe. Nach Oktober 1989 habe ich viele mit ähnlichen unerfreulichen Erfahrungen kennengelernt. Heute begegne ich ab und an einigen deiner ehemaligen Kollegen als Finanzdienstleister, Bofrost-Angestellte usw. Ich hege keinen Groll mehr gegen einzelne ehemalige MfS-Leute. Aber eure Arbeit war verbrecherisch und sehr sehr oft verabscheuungswürdig wie Gauner und Diebe. Bei Verharmlosungen gehe ich aber "auf den Baum". Deshalb: Lasst die Zeit die Wunden heilen und haltet lieber den Mund.
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[grin] Klingt so als wäre das" Schicken in die Produktion " die gerechte Strafe gewesen, also ein bisschen von der Arroganz des Intellektuellen oder der der sich dafür hält. [flash] Also ich habe mich in diese Strafe begeben, freiwillig' und ursächlich erst mal mit dem Gedanken " bis die Übung vorbei ist" [flash] . Irgendwann habe ich dann Gefallen daran gefunden und es hat sich auch finanziell gelohnt. Solche Finanzdienstleister Jobs habe ich von Anfang an gescheut.
Wie auch immer, natürlich gab es diese Aktivitäten im Stile einer politischen Polizei und das ist nichts auf das man nun unbedingt stolz sein muss und die Geschuriegelten haben eine Entschuldigung dafür verdient. NUR, ich persönlich hatte auch zu aktiver Zeit nicht im Entferntesten eine Vorstellung zu dem Ausmaß des Ganzen und schätzungsweise 80 oder 90 % der DDR Bevölkerung hatte diese Vorstellung bis zur Wende und danach auch nicht, sie hatten mit dem MfS in der Realität nie etwas zu tun, dass ist der Punkt, es ist Unsinn zu verbreiten die Stasi hat Land auf Land ab Angst und Schrecken verbreitet und als man die Gelegenheit dazu hatte hat man mit ihnen abgerechnet. Dazu wurde " das Volk" in Größenordnungen gepuscht. Das wäre nicht viel anders wenn sich in diesem Land die Umstände dramatisch verändern , es wäre kein Problem " dem Volk" zu vertickern wem nun eins auf die Fresse gehört und es würde an den entsprechenden Toren rütteln. Es " Denen da oben" zu zeigen, dazu ist " das Volk" leicht zu verführen.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon augenzeuge » 29. Dezember 2018, 14:19

Karnak, das Problem war, man konnte es vor der Wende nicht hassen, man wusste ja nicht viel darüber.

Als die ganzen Schandtaten rauskamen, male dir mal aus, wenn man die sicher nicht ohne Priorität vernichteten Akten noch hätte (dein Weltbild wäre ja nochmal gekippt) [grins] .....entwickelte sich eben diese Lage.

AZ
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon karnak » 29. Dezember 2018, 14:25

icke46 hat geschrieben:Warum sagt ihr nicht einfach, von welchem Zeitraum ihr redet? Irgendwie artet das in reine Rechthaberei aus.

Wenn es etwas zb. In den 80er Jahren nicht gab, muss das nicht heißen, das es das nicht in den 60er oder 70er Jahren gegeben hat. Irgendwie warte ich darauf, dass endlich mal einer klarstellt, dass es in Berlin nie eine Mauer gab. Diese Linie, die sich dort im Boden eingelassen ist, dient nur der Touristenfängerei, und der Mauerpark an der Bernauer Straße ist nur ein Werk der Kulissenbauer aus Babelsberg - das sind nämlich echte Könner, wie man im Filmmuseum Potsdam sehr gut sehen kann.

Und den Grenzübergang Drewitz Gaby auch nie, das war schon immer die Europazentrale von eBay [grins] .

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[grin] Ich kann mich nicht entsinnen die These vom antifaschistischen Schutzwall hier mitgetragen zu haben.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon karnak » 29. Dezember 2018, 14:36

augenzeuge hat geschrieben:Karnak, das Problem war, man konnte es vor der Wende nicht hassen, man wusste ja nicht viel darüber.

Als die ganzen Schandtaten rauskamen, male dir mal aus, wenn man die sicher nicht ohne Priorität vernichteten Akten noch hätte (dein Weltbild wäre ja nochmal gekippt) [grins] .....entwickelte sich eben diese Lage.

AZ

Mit den Schandtaten die danach rauskommen ist das immer so eine Sache, dass hat aber dann nichts mit dem vorher gelebten Leben in dem entsprechenden Land zu tun. Was meinste was DANACH alles rauskommen könnte zu der NSU Geschichte, dem Verstecken der RAF in der DDR, der Bankenrettungen mit dem Geld von " dem Volk" , dem Staatstrojaner, der Voratsdatenspeicherei. Wie gesagt KÖNNTE, müsste nicht ein bitteres Erwachen geben, aber es könnte eben. [flash] Dann muss nur noch die allgemeine Stimmung und Stimmungsmache passen und " das Volk" rennt "denen da oben" ganz schnell die Bude ein und Geschichte wird entsprechend geschrieben, so ist das nun mal. [hallo]
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon Interessierter » 29. Dezember 2018, 15:23

Zitat karnak:
Es " Denen da oben" zu zeigen, dazu ist " das Volk" leicht zu verführen.


Soso, am 17. Juni wurde das Volk nicht verführt. Nein man hatte einfach die Schnauze voll! Die Ursache des Volksaufstandes ist doch ausreichend bekannt und hatte mit Verführung überhaupt nichts zu tun. Also schreibe hier bitte nicht solchen Tünnef.

Und 1989 war das Volk auch nicht leicht zu verführen. Immerhin hat es 40 Jahre gedauert bis das Volk sich getraut hat. Es wäre schon viel früher passiert, wenn nicht die Angst vor den sowjetischen " Freunden " und den Stasi- und Voposchergen gewesen wäre. Wobei du ja noch dreist behauptest vor letzteren hätte man keine Angst gehabt.

Heute ist das Volk ebenfalls nicht leicht zu verführen.
Dazu fruchtet die Hetze der alternativlosen Rechten einfach zu wenig und die leider besonders hohe Anzahl in den neuen Bundesländern, reicht dazu auch nicht aus. Mit ihren größtenteils verlogenen, rassistischen Parolen können sie weder die Mehrheit des Volkes begeistern, noch verführen. Scheinheiliges Jammern auf hohem Niveau ist dafür nicht ausreichend.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon karnak » 29. Dezember 2018, 15:34

Die Ursache Deines Volksaufstandes der gar keiner war, war eine unangemessene Normerhöhung, dann kam noch ein Haufen Puschen dazu, das ist bekannt und das kann man auch wissen, wenn man will und kein betoniert Weltbild hat.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon Nostalgiker » 29. Dezember 2018, 15:50

Es ist Zwecklos karnak, dieses Mensch meint alles und vor allem besser zu wissen.
Sein angebliches Wissen bezieht er aus tendenziösen Sudelmedien und ähnlichem.
Wetten das er in der wohl knapp 30jährigen vorgeblichen Interessiertheit an der DDR und deren staatlichen, wirtschaftlichen und politischen System nicht ein wirkliches Sachbuch von entsprechenden Wissenschaftlern dazu gelesen hat?
Keine Primärliteratur, keine Sekundärliteratur, einfach nichts.
Spektakuläre, tendenziöse "Zeitzeugenberichte" sind nicht gemeint.
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

Eindeutigkeit der Absicht wurde bei ihm zur Zweideutigkeit des Handelns

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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon Volker Zottmann » 29. Dezember 2018, 16:25

karnak hat geschrieben: NUR, ich persönlich hatte auch zu aktiver Zeit nicht im Entferntesten eine Vorstellung zu dem Ausmaß des Ganzen und schätzungsweise 80 oder 90 % der DDR Bevölkerung hatte diese Vorstellung bis zur Wende und danach auch nicht, sie hatten mit dem MfS in der Realität nie etwas zu tun, dass ist der Punkt, es ist Unsinn zu verbreiten die Stasi hat Land auf Land ab Angst und Schrecken verbreitet und als man die Gelegenheit dazu hatte hat man mit ihnen abgerechnet.


Du schätzt die Prozentzahlen völlig falsch ein.
Bevor ich 1985 meinen letzten VEB verließ, veranstaltete der Staat mit Hilfe der Stasi ein Schauspiel, was alle 350 Mitarbeiter im Betrieb erfuhren, was jeder Bürger im Umfeld Harzgerodes und Neudorfs wusste. Dieser perfide Vorgang hat eine ganze Region beschäftigt.

Einem jungen bauwilligen Kollegen wurde ein Grundstück zugeteilt. Als er beginnen wollte, kam der staatliche Rückzieher. Er bekam abermals, aber ein mit einer maroden Trafostation bebautes Grundstück. Er ließ sich nicht entmutigen, nahm alle zusätzlichen Strapazen auf sich...und riss ab, bereinigte sein neues Baugrundstück. Dann lagerte er bereits angeschaffte Materialien um. Als er damit fertig war, entzog man ihm erneut und ohne Begründung die Baugenehmigung.
Kollege... schrieb daraufhin seinen ersten Ausreiseantrag. Nach mehrmaligen Querelen wurde er seine Arbeit los. Lebte nur noch von Erspartem. Zuletzt wurden er und seine Frau eingesperrt, Ihre gemeinsamen Kinder kamen zu Verwandten.
Erst nach dem Verkauf unseres Kollegen und seiner Frau konnte er mit Jahren Verspätung bei Hamburg sein richtiges Leben beginnen. Er hatte nie jemandem was zu Leide getan. Wieso er in die Stasimühlen geriet, wissen wir nicht. Aber 350 Menschen haben erlebt, wie der Staat ihnen bekannte Menschen zu Westgeld machte. Menschenhändler waren Akteure.
Die Stasi war immer verhasst. Sicher hatte aber nicht jeder Bürger, hatte direkten Kontakt mit dem Verein.

Gruß Volker
Zuletzt geändert von Volker Zottmann am 29. Dezember 2018, 16:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon Sperrbrecher » 29. Dezember 2018, 16:25

Nov65 hat geschrieben:Auch aus diesen deinen Worten kann ich nur Abstand zu den Menschen entnehmen, die euch zwar nicht in die Produktion geschickt haben, wie auf Plakaten gefordert, aber eben weggejagt haben. Ich glaube einfach, dass du damals nichts mitbekommen hast, was vielen Menschen durch deinem Arbeitgeber widerfahren ist. Ihr wart ja nach eurer Dienstauffassung die Guten, die den Sozialismus, den Staat und die Bevölkerung schützten. Warum solltest du dann gerade mitbekommen haben, dass es keinen Hass auf euch gab? Weil ihr wie euer Obermufti doch alle lieb hattet.

Auch wenn man gegenüber dem Einzelnen, soweit man es überhaupt wusste, dass er bei der "Firma" beschäftigt war, keinen unmittelbaren Hass verspürte, so hielt man sich doch lieber von solchen Personen fern. Zumindest war das bei mir und in meinem Umfeld so der Fall. Guten Tag und guten Weg, aber keine näheren Kontakte, auch wenn es sich um Altersgenossen oder ehemalige Schulfreunde gehandelt hat. Mit denen wollte man besser nichts zu tun haben.

Ich erinnere mich da an einen, eigentlich recht netten Kollegen, von dem durch einen Zufall bekannt geworden war, dass er als IM (dieser Begriff war uns seinerzeit noch nicht geläufig, wir sagten "Spitzel der Stasi") tätig war. Er bekam in unseren Betrieb keinen Fuß mehr auf die Erde. Zwar mobbten wir ihn nicht (dazu hatten wir wohl Zuviel Schiss), aber keiner sprach mehr mit ihm und niemand kam mehr in seine Nähe. Irgendwann hatte er das dann wohl begriffen und hat sich eine andere Arbeitsstelle gesucht (oder sein Führungsoffizier hat ein anderes Betätigungsfeld für ihn gefunden).
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon AkkuGK1 » 29. Dezember 2018, 17:55

Hass ist eh das falsche Wort: Abscheu, Brechreiz trifft es besser
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon augenzeuge » 29. Dezember 2018, 18:59

Sperrbrecher hat geschrieben:Auch wenn man gegenüber dem Einzelnen, soweit man es überhaupt wusste, dass er bei der "Firma" beschäftigt war, keinen unmittelbaren Hass verspürte, so hielt man sich doch lieber von solchen Personen fern.


Oder umgekehrt, du warst bekanntermaßen der "Aussätzige" und sie hielten sich von dir fern. Nicht alle wollten oder mussten schnüffeln. [angst]

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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon Sperrbrecher » 29. Dezember 2018, 20:41

augenzeuge hat geschrieben:Oder umgekehrt, du warst bekanntermaßen der "Aussätzige" und sie hielten sich von dir fern. Nicht alle wollten oder mussten schnüffeln.

Dafür haben sie aber trotzdem sehr um meine Person "bemüht" und viel Papier vollgeschrieben.

Es bestand sogar die Perspektive, sich noch intensiver um mich zu kümmern. Allerdings war ich dann wohl nicht mehr unter der bisherigen Adresse erreichbar, weil ich überraschenderweise meinen Wohnsitz in die Bundesrepublik verlegt hatte. So konnte ich es jedenfalls nach 1990 in meiner Akte zur Kenntnis nehmen. War eben Pech für die wackeren Genossen des MfS.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon andr.k » 29. Dezember 2018, 22:31

augenzeuge hat geschrieben:Nicht alle wollten oder mussten schnüffeln. [angst]

AZ


Dazu sagte das MfS auf einer Dienstkonferenz in der BV Schwerin im Jahr 1989:

Wenn z.B. allein im I. Quartal 1989 unsere IM und AIM mit fast 15% an den bei der Abteilung IX nach §213 eingeleiteten Ermittlungsverfahren beteiligt sind (alles echte Überraschungsfälle), dann besteht doch wohl wirklich ernsthafter Anlaß zur Überprüfung unserer Arbeit mit inoffiziellen Mitarbeitern und zur unbedingten Erhöhung der Wachsamkeit der IM-führenden Mitarbeiter/Referatsleiter!

Weiter hieß es:

Im Zeitraum von 1980 bis zum 31.3.1989
- wurden über 40 IM als Antragsteller übergesiedelt und
- haben über 25 IM die DDR ungesetzlich verlassen
[angst]
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon augenzeuge » 29. Dezember 2018, 22:38

andr.k hat geschrieben:Im Zeitraum von 1980 bis zum 31.3.1989
- wurden über 40 IM als Antragsteller übergesiedelt und
- haben über 25 IM die DDR ungesetzlich verlassen

[angst]


Das wäre ein neues Thema. Sehr interessant. Waren das keine Geheimnisträger, dass diese übersiedeln durften? Wie viele übersiedelten dienstlich?
Ich kann mich erinnern, dass z.B. Kinder von MfS oder NVA Angehörigen kaum ne Chance hatten. Bis einige z.B. die US Botschaft besetzten und ganz schnell rauskamen....

AZ
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon andr.k » 29. Dezember 2018, 22:56

Anteil der Privatreisen in das NSW (vorrangig BRD) durch Verwante von Angehörigen der BV Schwerin

1987 = 151 Reisen

1988 = 238 Reisen

I/1989 = 37 Reisen

Zu beachten sind des weiteren auch zu Angehörigen der BV entstandene Bezüge (Verwandtschaftliche und Bekannte) die aus ständigen Ausreisen von Antragstellern enstanden.

1987 zu 10 Ang., 1988 zu 19 Ang., I/1989 zu 10 Ang.

Das war u.a. ein Problem für die Auslandsspionage. Der Auslandsspionage fehlten letztendlich Leute…. [shocked]
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