Horrorfahrt im Barkas

Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon icke46 » 27. Dezember 2018, 14:39

Was mir so im nachhinein nicht einleuchten will, ist die "Tarnung" der Busse. Ich habe so auf die Schnelle einen Artikel bei der Deutschen Welle gefunden, der das Ganze beschreibt https://www.dw.com/de/so-wurden-ddr-h%C ... a-16149420 :

Fast 30 Jahre lang starteten unter größter Geheimhaltung jeden zweiten Mittwoch zunächst zwei und später sogar drei Reisebusse von der Stasi-Haftanstalt im damaligen Karl-Marx-Stadt. Ihr Ziel: Das hessische Gießen. Bis zur innerdeutschen Grenze fuhren sie mit DDR-Kennzeichen. Am Autobahnkontrollpunkt Wartha-Herleshausen wurden die Nummernschilder umgeklappt. In den Bussen saßen jeweils mehrere Dutzend politische DDR-Häftlinge.

Ich kann mich auch an einen Bericht, ich glaube im Stern, über diese Busse erinnern. Das war Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre. Da gab es sogar ein Bild, dass die Drehung der Kfz.-Kennzeichen zeigte, das konnte der Busfahrer per Knopfdruck hinter dem Lenkrad erledigen. Mit ist nur nicht ganz klar, was da getarnt wurde - immerhin war der Bus ein Westfabrikat, und wenn ich mich nicht irre, waren West-Busse mit DDR-Kennzeichen eher selten, ich habe jedenfalls bei meinen Aufenthalten in der DDR nie einen gesehen. So betrachtet würde die Nummernschildwechselei eher Aufmerksamkeit erregen.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon karnak » 27. Dezember 2018, 14:49

Das ist eine Rolle die man ihnen zugedacht hat, als sich die Zeiten änderten, selbst von denen die kurz vorher noch ihre Auftraggeber waren. Es brauchte einen Buhmann der an allem Schuld trägt. Ein Geheimdienst ist wie gemacht dafür weil keiner außerhalb wirklich etwas von ihm weiß, man ihn damit für alles verantwortlich, alles anhängen und alles andichten kann. Nienand kann zwischen Wahrheit und Lüge, Realität und Gespinne unterscheiden. Und die es können sind in ihrer selbst geschaffenen Konspiration aus der Vergangenheit gefangen, ein perfekter Zustand für Leute denen es nach Abrechnung gelüstet weil sie jetzt an den Knöpfen sitzen. NUR, mit mir ist das nicht zu machen, ich lege Wert darauf die Dinge gerade zurücken wenn sie verbogen der Welt erklärt werden sollen. Das nehme ich mir schon heraus und ich geniese den Umstand zu keiner der Seiten der alten Barrikade mehr gehören zu müssen. [hallo]
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon augenzeuge » 27. Dezember 2018, 15:02

icke46 hat geschrieben:ist nur nicht ganz klar, was da getarnt wurde - immerhin war der Bus ein Westfabrikat, und wenn ich mich nicht irre, waren West-Busse mit DDR-Kennzeichen eher selten, ich habe jedenfalls bei meinen Aufenthalten in der DDR nie einen gesehen. So betrachtet würde die Nummernschildwechselei eher Aufmerksamkeit erregen.


Du musst das anders sehen. DDR Bürger schauten gerne auf die Kennzeichen, vor allem auf den Autobahnen. Und da die DDR Regierung eh in westl. KFZ unterwegs war, beruhigte sie ein DDR KFZ Kennzeichen eher. [flash]

Ein Ikarus mit West-KFZ-Kennzeichen, wäre sicher noch auffälliger gewesen. Vor allem im Westen. Und man wollte natürlich auch, dass man im Westen unerkannt reist. Das erreichte man damit.

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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon karnak » 27. Dezember 2018, 15:12

Die Leute sind mit Ikarusbussen über Herleshausen in den Westen gefahren worden und wurden irgendwo im Niemandsland klammheimlich in Westbusse umgeladen, die Ikarusbusse fuhren dann wieder zurück.
Und die einzigen Wechselanlage für KFZ Kennzeichen die ich je gesehen habe war an einem Schleuserfahrzeug. [flash]
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon pentium » 27. Dezember 2018, 15:14

karnak hat geschrieben:Die Leute sind mit Ikarusbussen über Herleshausen in den Westen gefahren worden und wurden irgendwo im Niemandsland klammheimlich in Westbusse umgeladen, die Ikarusbusse fuhren dann wieder zurück.
Und die einzigen Wechselanlagen für Kennzeichen die ich je gesehen habe war an einem Schleuserfahrzeug. [flash]


Man ist schon mit "Westbussen" in Karl-Marx_Stadt losgefahren.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon karnak » 27. Dezember 2018, 15:16

Was heißt los, waren die im Besitz der DDR oder sind die aus dem Westen zur Abholung dort hin gefahren?
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon pentium » 27. Dezember 2018, 15:18

karnak hat geschrieben:Was heißt los, waren die im Besitz der DDR oder sind die aus dem Westen zur Abholung dort hin gefahren?


Die gehörten zum Fuhrpark der Fahrbereitschaft der BV Karl-Marx-Stadt....
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon icke46 » 27. Dezember 2018, 15:19

Übrigens gerade mal gefunden [wink] - ein Feature des Südwest-Rundfunks über die Häftlingsfreikäufe.

Darin spricht Edda Schönherz, ehemalige DDR-Fernsehansagerin, unter anderem auch über die Barkas-Beschriftung, und erklärt vielleicht, warum der eine das so sieht und der andere so:

O-Ton 11–Edda Schönherz:
Und dann wurde ich in einen Kastenwagen gesetzt, dieser Barkas 1000, der
gekennzeichnet war als Versorgungsfahrzeug. Ich kann mich noch genau erinnern,
bei mir stand drauf: 'Esst mehr Fisch und Gemüse. Fisch aus Rostock.' Was ich
später erfuhr, was sie ändern mussten, denn eine Frau aus Hohenschönhausen hat
eine Eingabe beim Magistrat von Großberlin gemacht. 'Sie sieht andauernd diese
Fischautos und kann keinen Fisch kaufen. Wo es den denn gäbe?' In diesem
Kastenwagen sind fünf kleine Kabäuschen mit einem Brett, wo man sich gerade rauf
setzen kann, die Tür geht zu, kein Licht, kein Fenster drin. Und die sind mit mir so
ungefähr 2 ½ – 3 Stunden durch die Gegend gefahren. Zur Desorientierung auch,
dass ich nicht mehr wusste, dass ich mich in Berlin befand. Jedenfalls bin ich in
Hohenschönhausen gelandet. Hohenschönhausen, dieses Areal war ja auf keinem
Stadtplan und keiner Landkarte verzeichnet. Also offiziell gab es das auch gar nicht.


Der ganze Text hier: https://www.swr.de/-/id=22026030/proper ... 180817.pdf

Ergänzung: Der Transport von Frau Schönherz war im September 1974, das war vermutlich auch vor karnaks Zeit.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon karnak » 27. Dezember 2018, 15:25

pentium hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:Was heißt los, waren die im Besitz der DDR oder sind die aus dem Westen zur Abholung dort hin gefahren?


Die gehörten zum Fuhrpark der Fahrbereitschaft der BV Karl-Marx-Stadt....

Und die fuhren dann bis wohin mit den Leuten?
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon pentium » 27. Dezember 2018, 15:28

karnak hat geschrieben:
pentium hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:Was heißt los, waren die im Besitz der DDR oder sind die aus dem Westen zur Abholung dort hin gefahren?


Die gehörten zum Fuhrpark der Fahrbereitschaft der BV Karl-Marx-Stadt....

Und die fuhren dann bis wohin mit den Leuten?


Ich vermute mal so in Richtung der Westgrenze....
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon karnak » 27. Dezember 2018, 15:29

icke46 hat geschrieben:
Ergänzung: Der Transport von Frau Schönherz war im September 1974, das war vermutlich auch vor karnaks Zeit.

Das wäre noch nicht mal unmöglich, Blödhammel mit bekloppten Ideen gibt es immer wieder. Aber scheint ja dann einem ein Licht aufgegangen zu sein. [flash]
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon karnak » 27. Dezember 2018, 15:32

pentium hat geschrieben:
Ich vermute mal so in Richtung der Westgrenze....

Fragt man sich natürlich warum mit Westbussen, wollte man den Leuten nochmal was Gutes tun [flash] ?
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon Beethoven » 27. Dezember 2018, 15:49

Über was schreibt Ihr hier eigentlich?

Über die "grüne Minna", die es so oder so ähnlich in jedem Staat dieser Welt gibt? [flash]

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Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen.
Sie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.

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Quo quisque stultior eo magis insolescit, gelle Herr F.?

Achte mehr auf Deinen Charakter, als auf Deinen Ruf.
Dein Charakter ist das, was Du wirklich bist, doch Dein Ruf ist nur das, was andere von dir halten.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon AkkuGK1 » 27. Dezember 2018, 16:14

in dem Barkas gab es sicher keine Massentransporte, sondern es ging sicher nur um den Transport einzelner Personen die in den Stasiknast kamen und das sollte ja wohl geheim bleiben, da macht der Fischtransport schon Sinn.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon karnak » 27. Dezember 2018, 16:28

Warum sollte er, es war die DDR , natürlich eine politische Diktatur, das MfS ein offizielles Staatsorgan, dass Schufzbedürfnisse dieses Staates, wie fragwürdig die auch in Teilen gewesen sein mögen, gewahrt hat. Und das sich das DDR Volk gemeinschaftlich in einem tiefen Hass zu diesem Organ verbunden fühlte ist in dieser Konsequenz Unsinn wie so vieles Andere auch. Und das MfS fühlte sich nicht selbst gegen geltendes Recht und Gesetz stehend wie eine Verbrecherorganisation.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon AkkuGK1 » 27. Dezember 2018, 16:55

gerade was politische Gefangene betraf, sollte ALLES geheim bleiben, was nur ging. Nur nicht in Erklärungsnot geraten.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon karnak » 27. Dezember 2018, 17:00

Ich gerate nicht in Erklärungsnot, für das MfS waren es keine politischen Gefangenen, es waren Leute die dem Staat schaden wollten, dass war die Grundüberzeugung, davon leitete sich alles ab, auch wie man die zu transportieren hat, wie geheim oder eben auch nicht. Es gab nicht etwas wie ein schlechtes Gewissen.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon steffen52 » 27. Dezember 2018, 17:02

karnak hat geschrieben:Fragt man sich natürlich warum mit Westbussen, wollte man den Leuten nochmal was Gutes tun [flash] ?

Werden wohl deshalb Westbusse gewesen sein, da die Busse über die Transitstrecke in Richtung Westdeutschland fuhren und halt auch weiter als ein normaler DDR-Bürger,
viel es ja nicht so auf als wenn sie einen Ikarus-Bus in diese Richtung weiterfahren lassen hätten, dazu kommt ja noch das sie mit westdeutschen Nummernschildern da weiter
fahren mussten, sah vielleicht etwas blöd aus mit Ikarus-Bussen und jeder Bundi hätte es geschnallt! Da sich die Genossen im ZK und auch im Bezirksbereich Westdienstwagen
bedienten, könnte man glauben sie wollten den Ausreisenden was Gutes tun!!! Scherz, karnak. [laugh]
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon augenzeuge » 27. Dezember 2018, 18:02

Zum Glück gibts einige, die mehr wissen... [wink]

Im Auftrag der Bundesregierung transportierte der Busunternehmer Arthur Reichert aus dem hessischen Schöneck-Kilianstädten in zwei eigens umgerüsteten Magirus-Deutz-Bussen die freigekauften DDR-Häftlinge aus dem Gefängnis Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) in den Westen. Zur Verschleierung der geheimen Transporte verfügten die Fahrzeuge über drehbare Nummernschilder mit angemeldeter Ost-Berliner Zulassung (IA-48-32) sowie einer Westnummer (HU-X 3). Kurz vor dem damaligen Grenzübergang Herleshausen wurden die Busschilder auf Knopfdruck gewechselt. Noch zu DDR-Zeiten wurden die Wechselschilder trotz Mahnung der Firmenchefin verschrottet, der Betrieb wurde später verkauft. "Die hätten wir gern gehabt", sagt heute Rainer Eckert, Leiter des Zeitgeschichtlichen Forums in Leipzig, einer Außenstelle des Bonner Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-31900104.html


...z.B. der westdeutsche Journalist Mehner. Der hat das früh alles rausbekommen. Ja, der machte auch zuerst das Foto der Stasi HV in Ostberlin. [grins]
Jetzt war das Problem:
Wie fotografiert man das? Wie kommt man an den Konvoi ran?
Sich in Gießen hinzustellen und auf die Busse zu warten ist eine Geschichte. Aber mein Ehrgeiz war ein anderer. Mein Ehrgeiz war nämlich, die Busse auf der Transitstrecke zu fotografieren.
Ich bin dann unter dem Vorwand zu Rechtsanwalt Stange, das ich ein Foto von ihm wollte, Er sagte: „Ich will mich eigentlich nicht fotografieren lassen.“ Aber ein Passfoto könnte ich mir abholen. Dann habe ich mit ihm darüber gesprochen. Er hat sich verplappert, er sagte nämlich – wir unterhielten uns selbstverständlich über den „Freikauf“, man wusste ja, das es das gab; es wurde auch ein wenig darüber geschrieben, aber Genaues wusste man eigentlich nicht. Er verplapperte sich dabei und sprach vom „Entlassungsgefängnis Karl-Marx-Stadt“. Damit hatte ich genug gehört. Als alter Militär weiß man: Das sind Militärs da drüben: 12 Uhr Essen fassen, 13 Uhr Abreise. Mit anderen Worten: Wenn man also ab 13 Uhr vom Hermsdorfer Kreuz als Transitreisender ganz, ganz langsam in Richtung Wartha-Herleshausen fährt, musste also – so der Tipp stimmte – uns irgendwann diese Kolonne überholen. Es war noch ein bisschen schwierig, einen mutigen Fahrer zu finden, der sich auf dieses Abenteuer einließ. Den hatte ich dann aber.

Ihr seid dann Transit gefahren?
Wir sind richtig Transit gefahren. Also wir putzten auf jedem Parkplatz die Scheiben und guckten unter die Motorhaube, ob da irgendwas ist, taten so, als ob wir Wasser nachfüllten. Man war ja nie sicher, ob man beobachtet wird. Bei einem Halt fuhr plötzlich ein goldgelber Mercedes an uns vorbei. In dem Moment wussten wir, dass der Tipp richtig war: es war der Mercedes von Rechtsanwalt Vogel. Wolfgang Vogel, dem Beauftragten der DDR zur Lösung humanitärer Fragen. Genau. So steht es auch im Bildtext des Fotos. Wir also runter von dem Parkplatz und es dauerte nicht lange, bis im Rückspiegel ein weiterer Mercedes und zwei Magirus-Deutz-Busse auftauchten. Nicht „IFA“ oder Ähnliches. Also Westbusse.

Richtige Westbusse. Das machte uns im ersten Moment etwas stutzig. Wir ließen die Kolonne an uns vorbei: Hinterher fuhren auch noch zwei Stasifahrzeuge, ein FIAT und ein [?]... Also die sind als Westbusse gefahren. ... also als Westkolonne, vorne ein Mercedes ....... und die Begleitfahrzeuge hatten sie offensichtlich Fluchthelfern abgenommen. Hier ist eindeutig der FIAT zu sehen. Das ist ein Stasifahrzeug.


https://www.bundesstiftung-aufarbeitung ... r-baum.pdf

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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon andr.k » 27. Dezember 2018, 21:39

augenzeuge hat geschrieben:Zum Glück gibts einige, die mehr wissen... [wink]

Im Auftrag der Bundesregierung transportierte der Busunternehmer Arthur Reichert aus dem hessischen Schöneck-Kilianstädten in zwei eigens umgerüsteten Magirus-Deutz-Bussen die freigekauften DDR-Häftlinge aus dem Gefängnis Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) in den Westen. Zur Verschleierung der geheimen Transporte verfügten die Fahrzeuge über drehbare Nummernschilder mit angemeldeter Ost-Berliner Zulassung (IA-48-32) sowie einer Westnummer (HU-X 3). Kurz vor dem damaligen Grenzübergang Herleshausen wurden die Busschilder auf Knopfdruck gewechselt. Noch zu DDR-Zeiten wurden die Wechselschilder trotz Mahnung der Firmenchefin verschrottet, der Betrieb wurde später verkauft. "Die hätten wir gern gehabt", sagt heute Rainer Eckert, Leiter des Zeitgeschichtlichen Forums in Leipzig, einer Außenstelle des Bonner Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-31900104.html


Kleine Korrektur:

Bis 1975 nutzte das MfS eigene Busse, um die Häftlinge bis zum Grenzübergang Wartha/Herleshausen zu bringen, wo sie in Reisebusse des Hanauer Fuhrunternehmers Arthur Reichert (Reicherts Reisen) umstiegen. Zum Jahreswechsel 1975/76 nahm das MfS eine Änderung im Ablauf vor: Fortan fuhr Reichert mit seinen komfortablen Reisebussen direkt bis in das Kaßberggefängnis.

Das Vorgehen ersparte den Häftlingen zwar einerseits den Umstieg kurz vor der Grenze, brachte aber das Problem mit sich, dass Busse mit westdeutschen Kennzeichen und Firmenschildern die angemahnte strikte Konspiration verletzt und Aufsehen erregt hätten, insbesondere für den Fall, dass sie bei der ungehinderten Ein- und Ausfahrt aus dem Hochsicherheitsgefängnis gesehen worden wären.

Arthur Reichert löste das Problem, indem er das Firmenlogo bei den Fahrten nach Karl-Marx-Stadt abdeckte und nach dem Passieren der Grenze die Nummernschilder auswechselte. Dazu versah er seine Reisebusse der Marke Magirus-Deutz mit einer Vorrichtung, die einem James-Bond-Film hätte entstammen können: Mittels einer drehbaren Welle, an der die Nummernschilder befestigt waren, ließen sich die Kennzeichen per Knopfdruck vom Fahrersitz aus wechseln.

Reichert hatte den Auftrag wahrscheinlich erhalten, weil sein Unternehmen in der Ortschaft Kilianstädten nahe Büdesheim lag, dem Standpunkt, zu dem die ersten Freigekauften des Jahres 1964 gebracht wurden. Die Premierenfahrt fand am 14. August 1964 statt.

[hallo]

Quelle: Jan Philipp Wölbern, Der Häftlingsfreikauf aus der DDR 1962/63-1989. S. 481 f.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon Sperrbrecher » 27. Dezember 2018, 21:49

pentium hat geschrieben:Man ist schon mit "Westbussen" in Karl-Marx_Stadt losgefahren.

Vielleicht waren es auch "Fleischer Busse", die wurden von einer privaten Firma in der DDR produziert und standen den West-Bussen in Komfort und Ausstattung in nichts nach.
https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Fleischer_KG
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon Sperrbrecher » 27. Dezember 2018, 21:56

karnak hat geschrieben:Es brauchte einen Buhmann der an allem Schuld trägt. Ein Geheimdienst ist wie gemacht dafür weil keiner außerhalb wirklich etwas von ihm weiß, man ihn damit für alles verantwortlich, alles anhängen und alles andichten kann. Nienand kann zwischen Wahrheit und Lüge, Realität und Gespinne unterscheiden.

Das MfS war ja nicht nur ein Geheimdienst, sondern auch eine Geheimpolizei. In anderen Ländern sind das zwei unterschiedlich Institutionen, beim MfS war das nur eine mit unterschiedlichen Abteilungen.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon andr.k » 27. Dezember 2018, 22:21

Sperrbrecher hat geschrieben:
pentium hat geschrieben:Man ist schon mit "Westbussen" in Karl-Marx_Stadt losgefahren.

Vielleicht waren es auch "Fleischer Busse", die wurden von einer privaten Firma in der DDR produziert und standen den West-Bussen in Komfort und Ausstattung in nichts nach.
https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Fleischer_KG


Nein, die fuhren nicht. Komfort und Ausstattung waren schon sehr gut.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon AkkuGK1 » 28. Dezember 2018, 09:40

karnak hat geschrieben:Ich gerate nicht in Erklärungsnot, für das MfS waren es keine politischen Gefangenen, es waren Leute die dem Staat schaden wollten, dass war die Grundüberzeugung, davon leitete sich alles ab, auch wie man die zu transportieren hat, wie geheim oder eben auch nicht. Es gab nicht etwas wie ein schlechtes Gewissen.


@Karnak - wieso Du? Du warst doch nur ein kleines Licht an der GÜST. Was stand an meinen R109D? ACHTUNG! FEIND HÖRT MIT! Und dem MfS war das schon bewusst mit den POLITISCHEN GEFANGENEN, wie hättens die sonst verkaufen können? Alles immer schön unter dem Radar. Als ob es die Stasi gar nicht gibt, eine Art Schattenorganisation. Jeder wusste das es sie gibt, aber eigentlich doch nicht.
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon Sperrbrecher » 28. Dezember 2018, 10:39

AkkuGK1 hat geschrieben:Was stand an meinen R109D? ACHTUNG! FEIND HÖRT MIT!

Diesen Spruch verwendeten schon die Nazis.

https://www.google.de/search?q=pst+fein ... 86&bih=387
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon Interessierter » 28. Dezember 2018, 11:10

karnak hat geschrieben:
Ich gerate nicht in Erklärungsnot, für das MfS waren es keine politischen Gefangenen, es waren Leute die dem Staat schaden wollten, dass war die Grundüberzeugung, davon leitete sich alles ab, auch wie man die zu transportieren hat, wie geheim oder eben auch nicht. Es gab nicht etwas wie ein schlechtes Gewissen.


Die fehlende Einsicht und der nicht vorhandene Erkenntniswille aufgrund der eingetrichterten pervertierten Idiologie, bei großen Teilen von Angehörigen der bewaffneten Organe, ist doch bekannt. Somit bedarf es deiner zitierten Bestätigung gar nicht, denn es rechtfertigt die permanent begangenen Menschenrechtsverletzungen in keiner Weise.

Ob da nun heute noch ehemalige Angehörige der Stasi, der Vopo oder NVA es trotzdem versuchen, oder es rauscht im Wald. Bedenklich nur, wenn diese Angehörige von Landes- oder Bundesbehörden sind. [denken]
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon andr.k » 28. Dezember 2018, 14:14

Interessierter hat geschrieben:Die fehlende Einsicht und der nicht vorhandene Erkenntniswille aufgrund der eingetrichterten pervertierten Idiologie, bei großen Teilen von Angehörigen der bewaffneten Organe, ist doch bekannt. Somit bedarf es deiner zitierten Bestätigung gar nicht, denn es rechtfertigt die permanent begangenen Menschenrechtsverletzungen in keiner Weise.




[flash]
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon Ari@D187 » 28. Dezember 2018, 14:22

Hui, gestern bereits ein Rechtschreibfehler im Thementext eines neu eröffneten Themas...und nun das. [shocked]

Ari
Alles wird gut!
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon karnak » 28. Dezember 2018, 15:26

Interessierter hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:
Ich gerate nicht in Erklärungsnot, für das MfS waren es keine politischen Gefangenen, es waren Leute die dem Staat schaden wollten, dass war die Grundüberzeugung, davon leitete sich alles ab, auch wie man die zu transportieren hat, wie geheim oder eben auch nicht. Es gab nicht etwas wie ein schlechtes Gewissen.


Die fehlende Einsicht und der nicht vorhandene Erkenntniswille aufgrund der eingetrichterten pervertierten Idiologie, bei großen Teilen von Angehörigen der bewaffneten Organe, ist doch bekannt. Somit bedarf es deiner zitierten Bestätigung gar nicht, denn es rechtfertigt die permanent begangenen Menschenrechtsverletzungen in keiner Weise.

Ob da nun heute noch ehemalige Angehörige der Stasi, der Vopo oder NVA es trotzdem versuchen, oder es rauscht im Wald. Bedenklich nur, wenn diese Angehörige von Landes- oder Bundesbehörden sind. [denken]

Du verstehst einfach nicht, dass ich Geschichte erklären will die ich erlebt habe, nicht Verteidigen von etwas was Du Anklagen willst obwohl Du wirklich kaum etwas davon weißt.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: Horrorfahrt im Barkas

Beitragvon Nov65 » 28. Dezember 2018, 17:05

karnak hat geschrieben:Warum sollte er, es war die DDR , natürlich eine politische Diktatur, das MfS ein offizielles Staatsorgan, dass Schufzbedürfnisse dieses Staates, wie fragwürdig die auch in Teilen gewesen sein mögen, gewahrt hat. Und das sich das DDR Volk gemeinschaftlich in einem tiefen Hass zu diesem Organ verbunden fühlte ist in dieser Konsequenz Unsinn wie so vieles Andere auch. Und das MfS fühlte sich nicht selbst gegen geltendes Recht und Gesetz stehend wie eine Verbrecherorganisation.

Weisst du, Kristian , aus deiner Feststellung kann ich leider nicht entnehmen, ob es sich um eine Historikererkenntnis oder persönliche Stellungnahme handelt. Ich neige eher zur zweiten Annahme. Dabei verstehe ich das sogar: Wer beschmutzt im Nachhineinen seinen Arbeitgeber, bei dem er sich jahrelang wohlfühlte. Wenn ich die Resonanz des MfS in den letzten Zuckungen des Regimes bewerten sollte: das Volk hatte die schändliche Rolle des MfS sehr wohl erkannt und sich von ihm abgewandt. Und traurig für das fehlende Gewissen von Angehörigen des MfS, niemals diese volksfeindliche Rolle ihres Arbeitgebers und des eigenen Mittuns erkannt zu haben. Wie dumm oder verblendet musste man eigentlich sein?
Du solltest schon eindeutiger posten. Dann blieben dir berechtigte Infragestellungen erspart.
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