Deine Schilderungen bezüglich des Kassenärztlichen Notdienstes in Eurer Region kann ich aus meiner Sicht nur bestätigen! Es ist ein unbeschreibliches Dilemma! Bei uns wurde 2006 die Erweiterung der Einsatzbezirke durchgedrückt. Die Bürokraten in Potsdam waren von den Bedingungen in ihrer Region ausgegangen.
Zwei Kollegen und ich sind dann nach Potsdam gefahren und haben vor Vertretern der KV (Kassenärztl. Vereinigung) und den Kassen unsere begründeten Bedenken dargelegt. Alles wurde vom Tisch gefegt!
Die heutige Realität: Der zu versorgende Bezirk erstreckt sich von Gumtow bis Garz und wird seitlich von der Elbe und andererseits von der B5 begrenzt. Schau es Dir mal bei Google maps an!
In manchen Diensten fahre ich in 12 Stunden bis zu 180 km! Tag oder Nacht, Sommer oder Winter! Mein Touran ist dann ausgerüstet, wie beim Überlebenstraining, und eine große Kiste mit Arzneimittelmustern habe ich dabei. Das ist eigentlich verboten, aber was soll die Großmutter im Pflegeheim Lenzen machen, wenn sie wegen einer Harnwegsinfektion ein Antibiotikum und ein krampflösendes Mittel braucht, die diensthabende Apotheke aber in Pritzwalk ist? Sieh es Dir mal an auf der Karte!
Bin übrigens am 10.07. dieses Jahres während meines Dienstes unbemerkt lebensbedrohlich erkrankt, septisch bedingter Milzriss mit mehreren Litern Blut im Bauch. Wenn man das überstanden hat, fragt man nichts mehr!
Gesundheitsminister Rösler mag ein sympathischer Mann sein, von seinem Resort versteht er kaum etwas! Mittlerweile frage ich mich oft, warum ich noch FDP-Mitglied bin, die Partei, die angeführt wird von Schreihhälsen und Lobbyisten!
Glücklicherweise lebe ich in harmonischer Weise mit meiner Frau und meiner Tochter in einem gemütlichen Häuschen, eine Rückzugsmöglichkeit, die mir Entspannung und Kraft schenkt.
Huf
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