Disziplinierung in der "Tripperburg". Poliklinik Mitte in Halle

Themen über die Gesundheitssysteme in beiden deutschen Staaten

Re: Disziplinierung in der "Tripperburg". Poliklinik Mitte in Halle

Beitragvon Nostalgiker » 14. Mai 2016, 16:45

Augenzeuge, wie immer schwafelst du im "Expertenmodus" ---> fing es mit den Trupps zur Antennenverdrehung an? .......sowas von dir! Wo du doch immer wieder betonst das du alles weißt und den totalen Durchblick hast .....
Traurig, traurig denn was Antennenverdrehen mit Geschlechtskrankheiten gemein hat wirst auch nur du wissen oder eher doch nicht
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

Eindeutigkeit der Absicht wurde bei ihm zur Zweideutigkeit des Handelns
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Re: Disziplinierung in der "Tripperburg". Poliklinik Mitte in Halle

Beitragvon AkkuGK1 » 14. Mai 2016, 16:54

der Zusammenhang ist doch eindeutig: da kein Westfernsehen mehr zu sehen war, lange Weile - mehr Sex, mehr Gefahr sich anzustecken!
@Black Hole Sun - echte schwarze Löcher ziehen Materie an, fressen andere Sterne - Du bist ein Comemierda!
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Re: Disziplinierung in der "Tripperburg". Poliklinik Mitte in Halle

Beitragvon augenzeuge » 14. Mai 2016, 17:11

Thoth hat geschrieben:...denn was Antennenverdrehen mit Geschlechtskrankheiten gemein hat wirst auch nur du wissen oder eher doch nicht


Jetzt sag nur, das ist für dich zu kompliziert? Lies den letzten Satz, überlege welche Dinge dem Staat alles "unmündig" erschienen, dann weißt du es.
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Re: Disziplinierung in der "Tripperburg". Poliklinik Mitte in Halle

Beitragvon karnak » 14. Mai 2016, 17:55

AkkuGK1 hat geschrieben:der Zusammenhang ist doch eindeutig: da kein Westfernsehen mehr zu sehen war, lange Weile - mehr Sex, mehr Gefahr sich anzustecken!

[flash] Na bitte,jetzt haben wir es.Kondomknappheit wäre noch eine Variante.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: Disziplinierung in der "Tripperburg". Poliklinik Mitte in Halle

Beitragvon steffen52-1 » 14. Mai 2016, 18:39

karnak hat geschrieben:
AkkuGK1 hat geschrieben:der Zusammenhang ist doch eindeutig: da kein Westfernsehen mehr zu sehen war, lange Weile - mehr Sex, mehr Gefahr sich anzustecken!

[flash] Na bitte,jetzt haben wir es.Kondomknappheit wäre noch eine Variante.

Kondome gab es immer, dank Erich Kästner!!! Diskreter Versand!!!! [laugh]
Grüsse steffen52-1
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Re: Disziplinierung in der "Tripperburg". Poliklinik Mitte in Halle

Beitragvon karnak » 14. Mai 2016, 18:44

Wollte ich auch erwähnen,der Name ist mir nicht mehr eingefallen,Danke.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: Disziplinierung in der "Tripperburg". Poliklinik Mitte in Halle

Beitragvon icke46 » 14. Mai 2016, 22:06

Also, wenn schon: Erich Kästner war ein Schriftsteller - hat so Sachen geschrieben wie "Emil und die Detektive" und ähnliche "Schundliteratur" [mad] .

Richtig ist, dass Erich Kästner aus Dresden stammt, und dass es zu DDR-Zeiten in Dresden einen Familienbetrieb H. Kästner gab, der einen Kondomversand betrieb und wohl in allen DDR-Zeitungen inserierte. Der hatte aber, soweit ich weiss, nichts mit dem Schriftsteller zu tun.

Gruss

icke

PS: Wer sich denn mal informieren möchte - hier ein Artikel in der ZEIT [grins] - Beate Uhse war stärker [laugh] : http://www.zeit.de/1998/13/Diskreter_Gl ... rktaetigen

Aber der ist mittlerweile auch die Luft ausgegangen - heutzutage spielt man halt nur noch an Smartphones, und dafür braucht man nicht unbedingt Kondome.
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Re: Disziplinierung in der "Tripperburg". Poliklinik Mitte in Halle

Beitragvon steffen52-1 » 14. Mai 2016, 23:10

icke46 hat geschrieben:Also, wenn schon: Erich Kästner war ein Schriftsteller - hat so Sachen geschrieben wie "Emil und die Detektive" und ähnliche "Schundliteratur" [mad] .

Richtig ist, dass Erich Kästner aus Dresden stammt, und dass es zu DDR-Zeiten in Dresden einen Familienbetrieb H. Kästner gab, der einen Kondomversand betrieb und wohl in allen DDR-Zeitungen inserierte. Der hatte aber, soweit ich weiss, nichts mit dem Schriftsteller zu tun.

Gruss

icke

PS: Wer sich denn mal informieren möchte - hier ein Artikel in der ZEIT [grins] - Beate Uhse war stärker [laugh] : http://www.zeit.de/1998/13/Diskreter_Gl ... rktaetigen

Aber der ist mittlerweile auch die Luft ausgegangen - heutzutage spielt man halt nur noch an Smartphones, und dafür braucht man nicht unbedingt Kondome.

Okay, Vorname falsch! Der Rest stimmt!
Grüsse steffen52-1
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Re: Disziplinierung in der "Tripperburg". Poliklinik Mitte in Halle

Beitragvon Volker Zottmann » 15. Mai 2016, 08:51

Na Steffen 52-1, da war wohl nicht nur der Vorname falsch.
Wer Erich Kästner für einen Kondomfabrikanten hält, hat wohl nie ein Kinderbuch gelesen.... [flash]

Gruß Volker
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Re: Disziplinierung in der "Tripperburg". Poliklinik Mitte in Halle

Beitragvon Volker Zottmann » 15. Mai 2016, 09:09

Der Erfinder der Kondome und der -Automaten war der polnische Jude Julius Fromm, der in Köpenik 1923 eine gläserne Fabrik baute und betrieb, sowie zwei weitere Werke anderen Orts.
1938 wurde er von den Nazis enteignet und überlebte im Exil. Nach 1945 musste er ein zweites Mal eine Enteignung erleben. Diemal waren die Kommunisten die Täter.
Bei uns hießen die Kondome einfach nur Pariser oder eben schlicht Fromms oder Frommser. Eine gute Verhütung für 50 Fpennige! Darum auch Gummi-Fuffziger genannt. In Quedlinburg aber verhüteten die christlichen Mädchen mit 50-Pfennig-Alu-Stücken.
Solange die zwischen den Knien gepresst verharrten, konnte auch nichts passieren... [laugh]

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Re: Disziplinierung in der "Tripperburg". Poliklinik Mitte in Halle

Beitragvon pentium » 15. Mai 2016, 09:17

Volker Zottmann hat geschrieben:Der Erfinder der Kondome und der -Automaten war der polnische Jude Julius Fromm, der in Köpenik 1923 eine gläserne Fabrik baute und betrieb, sowie zwei weitere Werke anderen Orts.
1938 wurde er von den Nazis enteignet und überlebte im Exil. Nach 1945 musste er ein zweites Mal eine Enteignung erleben. Diemal waren die Kommunisten die Täter.
Bei uns hießen die Kondome einfach nur Pariser oder eben schlicht Fromms oder Frommser. Eine gute Verhütung für 50 Fpennige! Darum auch Gummi-Fuffziger genannt. In Quedlinburg aber verhüteten die christlichen Mädchen mit 50-Pfennig-Alu-Stücken.
Solange die zwischen den Knien gepresst verharrten, konnte auch nichts passieren... [laugh]

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Der Erfinder der Kondome? 1839 machte Charles Goodyear eine bahnbrechende Erfindung: die Vulkanisierung von Kautschuk. Damit war es möglich, Gummi herzustellen, das wasserfest, wärme- und kältefest sowie bruchstabil war. 1855 stellte dieser das erste Gummi-Kondom her, das 1870 mit zwei Millimeter Dicke und vernäht serienmäßig produziert wurde.

Die ersten Kondome wurden aus gewebtem Stoff gefertigt. Sie waren nicht besonders wirksam bei der Empfängnisverhütung. Die ersten wirkungsvollen Kondome wurden aus Schafsdärmen oder anderen tierischen Membranen hergestellt. Solche Formen und sind auch heutzutage noch erhältlich. Sie gelten bei manchen vielleicht als sinnlicher, fühlen sich dank weniger Elastizität und Slip-Stick anders an, sind jedoch nicht so wirkungsvoll wie künstlich hergestellte Kondome bei der Verhütung von Schwangerschaften sowie sexuell übertragbarer Krankheiten (beispielsweise HIV, Hepatitis B). Bereits Casanova benutzte solche Kondome, die im 18. Jahrhundert English Overcoats genannt wurden, um sich vor der gefürchteten Syphilis zu schützen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kondom

Wobei wir langsam vom eigentlichen Thema abtreiben....

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Re: Disziplinierung in der "Tripperburg". Poliklinik Mitte in Halle

Beitragvon Volker Zottmann » 15. Mai 2016, 09:27

Ich rede von Latxkondomen, dann lies mal hier:

http://www.badische-zeitung.de/panorama ... 06054.html

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Re: Disziplinierung in der "Tripperburg". Poliklinik Mitte in Halle

Beitragvon Interessierter » 25. Oktober 2017, 12:43

DDR-Kliniken
"Für mich war es jeden Tag eine Vergewaltigung"


Das Grauen liegt Jahrzehnte zurück: In der DDR wurden Tausende Frauen wegen angeblicher Geschlechtskrankheiten in Kliniken gesperrt und gequält. Viele waren gar nicht krank. Eine Betroffene erzählt von ihrem Leid, das bis heute dauert.


BERLIN. Das ehemalige DDR-Klinikgelände ist heute eine schicke Wohnsiedlung. Doch Barbara Ost erinnert sich noch ganz genau, welche Qualen sie vor Jahrzehnten hier erlebte. Hinter Gitterstäben, dicken Milchglasfenstern und Stahltüren war sie vier Monate lang gefangen.

Barbara Ost war Insassin einer geschlossenen Station für Geschlechtskranke in Berlin-Buch, ganz im Norden der Hauptstadt. Ohne eine Erklärung zu bekommen, wurde sie dort mit 16 Jahren abgeliefert. Geschlechtskrank sei sie nie gewesen, sagt sie.

Was die heute 59-Jährige erlebte, hatte in der DDR System. Bis zur Wende 1989/90 wurden in den sogenannten geschlossenen venerologischen Stationen Tausende Frauen wegen angeblicher Krankheiten eingesperrt.


In nahezu allen größeren Städten gab es die Abteilungen: in Halle, Leipzig, Erfurt, Gera, Dresden, Rostock, Schwerin, Frankfurt (Oder) und eben Berlin. Nur jede dritte eingewiesene Frau war wirklich krank. Das schrieben DDR-Ärzte schon in den 70er Jahren in einer Fachpublikation.

Barbara Ost war auf der Flucht vor dem Stiefvater, der sie missbrauchte, und vor ihrer prügelnden Mutter, als Polizisten sie aufgriffen. Sie bekam etwas zu trinken und wachte auf der Wache wieder auf. Vergewaltigt, sagt sie. Von dort ging es direkt nach Buch.

Erst wähnte sie sich noch in einem gewöhnlichen Krankenhaus. "Als ich die Treppe hochgekommen bin, hab‘ ich ja noch ganz normale Patienten gesehen", sagt sie. "Und dann mussten wir nach links." Von da an war nichts mehr normal.

In einem Zimmer hieß es: Ausziehen! Vor den Augen zweier Schwestern, zweier Ärzte und zweier Polizisten. Ost bekam den Kittel der Station. "Und dann kam der große Schock." Ihre sonst durchdringende Stimme wird leise. Sie knetet ihre Finger, deren Nägel bunt lackiert sind. "Die Tür. Die Stahltür. Und ich wusste, hier kommst du nie wieder raus. Kein Mensch fragt, wo du bist. Kein Mensch weiß, wo du bist. Und ich weiß nicht, warum ich hier bin."

Barbara Ost verlor in der Station ihr Zeitgefühl. "Außer Schmerzen geht nichts mehr in den Kopf rein", sagt sie. "Für mich war es jeden Tag eine Vergewaltigung, mich da auf diesen Stuhl draufzusetzen."

Was treibt einen Staat dazu, massenhaft gesunde Mädchen und Frauen wochenlang in Stationen für Geschlechtskranke zu sperren? Der Medizinhistoriker Florian Steger hat mit Dutzenden Zeitzeugen gesprochen und zwei Bücher zum Thema veröffentlicht. Sein Ergebnis: "Es ging darum, Frauen, die nicht das Idealbild der DDR erfüllten, mit einem sehr restriktiven Reglement, was Belohnung und Bestrafung kannte, zu disziplinieren."

In manchen Stationen standen die Strafen sogar in der Hausordnung. In Halle an der Saale beispielsweise mussten Frauen, die nicht gehorchten, die Nacht auf einem Hocker im Flur verbringen. Sie wurden allein in eine Zelle gesperrt oder bekamen nichts zu essen.

Im DDR-weiten Schnitt waren die Eingewiesenen 22 Jahre alt, die jüngsten waren 12. Obwohl viele keine Krankheit hatten, mussten sie tägliche gynäkologische Untersuchungen über sich ergehen lassen. Diese wurden oft mit Absicht grob durchgeführt - zu Erziehungszwecken. Die Frauen bekamen Medikamente, ohne zu wissen, wogegen. Auf eine Entschädigung warten die meisten Insassinnen noch heute.

Dass streng gegen Geschlechtskrankheiten vorgegangen wurde, war in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg nichts Ungewöhnliches. Die Angst vor Gonorrhö und Syphilis, die unbehandelt zu Lähmungen führen kann, saß tief. Die Besatzungsmächte ergriffen daher überall in Deutschland Maßnahmen, um die Ansteckungen einzudämmen.

In der Sowjetischen Zone und der späteren DDR sollten geschlossene Abteilungen das allerletzte Mittel sein - zum Beispiel für Kranke, die eine Behandlung verweigerten. Doch die Gesetze wurden regelmäßig gebrochen, sagt Steger in seinem Büro am Institut für Medizingeschichte in Ulm, wo er lehrt.

Transportpolizisten griffen Jugendliche auf, die an öffentlichen Orten herumhingen, sogenannte Arbeitsbummelantinnen oder Herumtreiberinnen. Überforderte Eltern lieferten ihre Töchter in den Stationen ab. Jugendliche wurden gebracht, wenn man in den Jugendwerkhöfen, den DDR-Erziehungsheimen, nicht mehr mit ihnen zurechtkam. Und Frauen wurden als "HwG-Personen" denunziert - als Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern - und eingewiesen.

Barbara Ost musste in Berlin Buch nicht nur die sinnlosen Untersuchungen erleiden. Auf dem Rücken der Insassinnen wurden auch Lippenstifte und Kajalstifte getestet. "Man hat sich totgekratzt, Ausschlag bekommen, oh Gott", sagt Ost. "Wir waren ihre Versuchskaninchen."

Aus Verzweiflung schlug Ost in zweiwöchiger Arbeit mit einer Klobürste ein kleines Loch in eines der Milchglasfenster. Die Mitinsassinnen standen Schlange, um frische Luft zu atmen. Ein anderes Mal wollten Ost und ihre Zimmergenossinnen ihre Betten anzünden. "Bis wir gemerkt haben: Das bringt nix. Die finden uns hier nicht", sagt sie. Die Station wurde nicht durchgehend beaufsichtigt.

Schließlich wurde Barbara Ost aus der venerologischen Station entlassen und im Jugendwerkhof untergebracht. "Der Staat, der uns helfen sollte, der uns hätte auffangen müssen und uns beschützen, der hat uns weggesperrt und uns noch mal zusätzlich gequält", sagt sie.

Dass heute öffentlich über dieses lange vergessene Kapitel diskutiert wird, ist vor allem einer zu Frau verdanken: Heidi Bohley, der Schwägerin der DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley. Sie leitet den Verein "Zeitgeschichte(n)" in Halle. Sie war es, die 2000 der Leidensgeschichte einer Betroffenen Glauben schenkte.

Auch weil die Lokalpresse über die Geschehnisse in der Klinik berichtete, meldeten sich nach und nach mehr Frauen bei Bohley und bei der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Birgit Neumann-Becker. "Das Kapitel war gar nicht beachtet", sagt Neumann-Becker. 2013 stieß sie die Forschung durch Florian Steger an.

Wie viele Frauen genau in venerologische Stationen eingeliefert wurden, kann der Medizinhistoriker nicht sagen. Doch allein im Jahr 1968 kamen DDR-weit 2763 Frauen in solche Abteilungen. Das belegt ein damaliger Fachartikel. Manche Kliniken verzichteten mit der Zeit auf Zwangseinweisungen. Andere hielten bis zur Wende daran fest.

Auch im Westen gab es zwar geschlossene Stationen für Geschlechtskranke, wie Steger berichtet, beispielsweise in Frankfurt und Hamburg. Aber diese seien weit entfernt gewesen von den "totalen Institutionen" der DDR. Ein genauer Ost-West-Vergleich stehe noch aus.

Stegers Aufklärung hat bereits einiges bewirkt: Den Insassinnen der "Tripperburg" in Halle wurde im Herbst 2015 eine Gedenktafel gewidmet. Der Bundestag befasste sich im vergangenen Sommer mit den venerologischen Stationen - auf eine Kleine Anfrage der Grünen hin.

Und die Frauen haben es nun einfacher vor Gericht, ihr Leid zu belegen. Zwei Betroffene erstritten 2016 eine Rehabilitierung. Das heißt: Der Freiheitsentzug ist als rechtsstaatswidrig anerkannt, erklärt Birgit Neumann-Becker. Daraus ergibt sich ein Anspruch auf Entschädigung.

Bleiben die körperlichen und seelischen Spätfolgen. Dafür Entschädigung zu bekommen, wird sehr schwer. Die heutigen Probleme müssen genau auf die Zeit auf der Station zurückgeführt werden.

Barbara Ost ist überzeugt, dass ihre Erlebnisse in Buch bis heute nachwirken: Sie fürchtet sich vor Ärzten und bekommt Panik in geschlossenen Räumen. Andere Frauen verloren jedes Interesse an Sex, sind inkontinent oder konnten keine enge Beziehung zu ihren Kindern oder Männern aufbauen.

Verbittert ist Ost nicht. "Weil es früher so war, versuche ich heute, intensiver zu leben, was mir natürlich nicht immer gelingt", sagt sie. Ihr Markenzeichen: immer mindestens ein pinkes Kleidungsstück - weil in ihrer Jugend alles so grau war. Heute sind es rosa Socken.

Ost schreibt zwei Bücher. Und mit einer Bekannten, die ebenfalls in Buch gefangen war, will sie ein Theaterstück über ihre Leidenszeit auf die Beine stellen. Aufführungsort: auf dem ehemaligen Klinikgelände. "Ich will nicht, dass das vergessen wird", sagt sie.

https://www.aerztezeitung.de/panorama/a ... igung.html

Wenn ich mir einige vorherige Beiträge von Usern in Erinnerung rufe, dann kann ich nur den Kopf schütteln, wie man bei dieser Faktenlage noch versucht das Geschehene klein- oder schönzureden.... [denken]
Niemand hat dich gefragt, ob du leben willst. Also hat dir auch niemand zu sagen, wie du leben sollst! Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich !
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