Charité zu DDR-Zeit maßgeblich von Stasi beeinflusst

Themen über die Gesundheitssysteme in beiden deutschen Staaten

Charité zu DDR-Zeit maßgeblich von Stasi beeinflusst

Beitragvon augenzeuge » 16. Juni 2017, 10:52

Die Medizinsoziologin Jutta Begenau schrieb ein Buch über das Berliner Universitätsklinik Charité in DDR-Zeiten: Begenau schildert in ihrem Buch, dass die Stasi nicht nur in Personalfragen mitreden wollte, sondern auch auf die Zusammensetzung von Kommissionen oder die Hausordnung Einfluss nahm.

Die Arbeit der Berliner Universitätsklinik Charité ist zur DDR-Zeit maßgeblich vom damaligen Ministerium für Staatssicherheit beeinflusst worden.

„Das war auch das Ergebnis einer völligen Paranoia“, sagte die Medizinsoziologin Jutta Begenau der Nachrichtenagentur AFP. Ihr Buch „Staatssicherheit an der Charité“, das am Donnerstagabend in


Darin zeichnet sie die Karriere des hauptamtlichen Stasi-Mitarbeiters Helmut Weidmann nach, der getarnt als wissenschaftlicher Mitarbeiter die Strukturen zur Überwachung des Charité-Personals maßgeblich aufbaute.

„Ich hatte das Glück, Unterlagen von ihm zu finden, die Weidmann durch seinen Tod im Jahr 1987 nicht mehr vernichtet hatte“, sagte Begenau. Weidmann habe zunächst Inoffizielle Mitarbeiter (IM) an der Charité geführt, bevor er 1975 in der Leitungsebene der Klinik platziert wurde. Fortan habe Weidmann unter dem Titel eines Beauftragten für Sicherheit und Geheimnisschutz das Geschehen an der Charité überwacht.

„Er hatte freien Zugang zu allen Ebenen und Dokumenten“, sagte Begenau. Dadurch und mithilfe der IM sei Weidmann „immer bestens informiert gewesen“. Das MfS habe den Verrat möglicher Forschungsgeheimnisse an den „Klassenfeind“ gefürchtet. Zudem habe die Stasi mit entschieden, wer an der Charité Karriere machte und wer ins Ausland reisen durfte. Die Republikflucht eines renommierten Charité-Arzts war unbedingt zu vermeiden.


http://www.epochtimes.de/politik/deutsc ... 43420.html

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Re: Charité zu DDR-Zeit maßgeblich von Stasi beeinflusst

Beitragvon Teresa » 21. Januar 2018, 22:29

Schönen guten Abend,

diese manipulative Eingriffe des "Staatssicherheits" Apparates erschreckt mich immer wieder...

Liebe Grüße

Teresa

... es liest sich wahrscheinlich naiv, aber es ist so erschreckend für mich
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Re: Charité zu DDR-Zeit maßgeblich von Stasi beeinflusst

Beitragvon Volker Zottmann » 21. Januar 2018, 23:18

Das muss Dir, liebe Teresa, aber nicht peinlich sein.
Auch wir fast alle haben bis 1989 zwar von der Existenz der Geheimpolizei Stasi gewusst, aber nicht im Entferntesten das Ausmaß dieser Krake erfassen können.
"Normale" Bürger haben direkt mit der Stasi nie zu tun gehabt. Aber wehe, sie kamen der Stasi in deren Paranoia verdächtig vor. Dann konnte es passieren, dass ein gewöhnlicher junger Mann im anstehenden Berufsleben bis zu 30 Kletten an sich hatte ohne es sofort oder überhaupt zu bemerken.
Durch Akteneinsichten haben nach 1990 so manche Menschen erst erfahren, wie ihr Leben manipuliert wurde, wie Lebensträume versaut oder total zerstört wurden.

Gruß Volker
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Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
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Re: Charité zu DDR-Zeit maßgeblich von Stasi beeinflusst

Beitragvon Teresa » 22. Januar 2018, 20:50

Volker Zottmann hat geschrieben:Das muss Dir, liebe Teresa, aber nicht peinlich sein.
Auch wir fast alle haben bis 1989 zwar von der Existenz der Geheimpolizei Stasi gewusst, aber nicht im Entferntesten das Ausmaß dieser Krake erfassen können.
"Normale" Bürger haben direkt mit der Stasi nie zu tun gehabt. Aber wehe, sie kamen der Stasi in deren Paranoia verdächtig vor. Dann konnte es passieren, dass ein gewöhnlicher junger Mann im anstehenden Berufsleben bis zu 30 Kletten an sich hatte ohne es sofort oder überhaupt zu bemerken.
Durch Akteneinsichten haben nach 1990 so manche Menschen erst erfahren, wie ihr Leben manipuliert wurde, wie Lebensträume versaut oder total zerstört wurden.

Gruß Volker


Schönen guten Abend Volker,

vielen Dank, für das von dir entgegen gebrachte Verständnis bezüglich meiner Sprachlosigkeit gegenüber dem Vorgehen der Stasi. Ich habe jetzt hier einige Beiträge gelesen und stellte mir die Frage, ob ich es ausgehalten hätte, im nachhinein zu erfahren, so manipuliert worden zu sein von Menschen, denen ich vertraut hätte... klar war und ist es auch im Westen sicher nicht alles gut und ich möchte auch nicht so daher kommen, dass ich es mir herausnehme, zu urteilen. Ich möchte mich an dieser Stelle entschuldigen, wenn meine Sprachlosigkeit oder wie man auch immer das benennen soll, nach Bewertung des gesamten Lebens in der ehemaligen DDR klingt.

Liebe Grüße

Teresa
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