Konrad Adenauer

Konrad Adenauer

Beitragvon Bahndamm 68 » 18. Juni 2015, 09:51

Lebenslauf Konrad Adenauer Teil 1
1876
5. Januar: Konrad Hermann Josef Adenauer wird in Köln als drittes von fünf Kindern des katholischen Kanzleirats Konrad Adenauer und seiner Frau Helene (Geburtsname: Scharfenberg) geboren.

1894-1901
Nach dem Abitur Studium der Rechtswissenschaften und Volkswirtschaft in Freiburg, München und Bonn. Anschließend Referendariat in Köln.

1901-1906
Gerichtsassessor zunächst bei der Staatsanwaltschaft, dann in einer privaten Kanzlei. Anschließend Hilfsrichter beim Landgericht Köln.

1904
Heirat mit Emma Weyer. Aus dieser Ehe stammen die Kinder Konrad, Max und Ria.

1905
Eintritt in die Deutsche Zentrumspartei (Zentrum).

ab 1906
Beigeordneter der Stadt Köln.

ab 1909
Erster Beigeordneter der Stadt Köln, zuständig für das Finanz-, Personal- und Ernährungsdezernat.

1915
Adenauer lässt sich das von ihm erfundene "Kölner Brot" patentieren.

1916
Tod seiner Frau Emma.

1917
Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt Köln.

1918
12. Februar: Adenauer wird auf Lebenszeit in das preußische Herrenhaus berufen.

8. November: Der Arbeiter- und Soldatenrat ernennt ihn zum Ordnungsbeauftragten.

10. November: Nach der Abdankung Kaiser Wilhelms II. wird in Köln unter Beteiligung der bürgerlichen und der sozialistischen Parteien ein Wohlfahrtsausschuss gebildet; Adenauer wird Vorsitzender.

1919
1. Februar: Rede Adenauers vor einer Versammlung der linksrheinischen Abgeordneten der deutschen Nationalversammlung, der preußischen Landesversammlung und der Oberbürgermeister der besetzten rheinischen Städte in Köln. Adenauer schlägt die Bildung eines westdeutschen Bundesstaates im Verband des Deutschen Reiches vor.

20. Juni: Aufgrund seiner Verdienste um die Gründung der Universität Köln wird er zum Dr. h.c. rer. pol. und Dr. h.c. med. ernannt. Später erhält er die Ehrendoktorwürde von drei weiteren Fakultäten der Kölner Universität: Dr. h.c. jur. (1922), Dr. h.c. phil. (1923) und Dr. h.c. rer.nat. (1956).

25. September: Heirat mit Auguste (Gussie) Zinsser. Aus dieser Ehe stammen die Kinder Ferdinand, Paul, Lotte, Libeth und Georg.

1921
7. Mai: Adenauer wird für ein Jahr zum Präsidenten des Preußischen Staatsrats gewählt. In den folgenden 12 Jahren wird er in diesem Amt bestätigt.

1922
17.-29. August: Präsident des 62. Deutschen Katholikentages in München.

1923
25. Oktober: Auf einer Konferenz zwischen Vertretern des von französischen Truppen besetzten Ruhrgebiets und der Reichsregierung in Hagen spricht Adenauer von der Möglichkeit einer Loslösung der Rheinlande vom Deutschen Reich und plädiert für Verhandlungen mit Frankreich.

1925
Oberbürgermeister Adenauer eröffnet die Jahrtausendausstellung in Köln, eine große Kulturschau über die tausendjährige Zugehörigkeit der Rheinlande zum Deutschen Reich.

1926
Adenauer verhandelt über eine Kandidatur für das Reichskanzleramt.

1928
12. Mai: Adenauer eröffnet mit der "Pressa" die erste internationale Presseausstellung der Welt. Adenauer verspekuliert sein Vermögen durch den Ankauf von Glanzstoff-Aktien. Ein öffentlicher Skandal kann nur dadurch vermieden werden, dass sich Adenauer vom Vorstandsvorsitzenden der Glanzstoff-AG ein Aktienpaket im Nominalwert von 250.000 Reichsmark "ausleiht".

1933
6. Februar: Staatsratspräsident Adenauer widersetzt sich in dem durch die Verfassung vorgesehenen "Drei-Männer-Gremium" der vorzeitigen Auflösung des Preußischen Landtags.

19. Februar: Oberbürgermeister Adenauer ist nicht bereit, den zu einer Wahlkampfrede aus Berlin angereisten Reichskanzler Adolf Hitler zu empfangen, und lässt Hakenkreuzfahnen von der Deutzer Brücke entfernen.

13. März: Adenauer verlässt Köln und findet für ein Jahr Schutz im Kloster Maria Laach. Der NS-Gauleiter gibt die Absetzung Adenauers als Oberbürgermeister bekannt.

1934
Verhaftung durch die Gestapo. Nach zwei Tagen wird Adenauer wieder entlassen.

ab 1935
Mai: Adenauer lebt zurückgezogen vor allem in Rhöndorf. Mittelsmänner verschiedener, vor allem katholischer Widerstandsgruppen versuchen, Adenauer für den Widerstand zu gewinnen. Er lehnt jedoch alle derartigen Aufforderungen ab.

1944
Nach dem Attentat vom 20. Juli Verhaftung und Internierung in einem Lager auf dem Messegelände in Köln. Nach seiner Flucht erneute Verhaftung und Internierung im Gestapo-Zuchthaus Brauweiler.

1945
Mai: Wiedereinsetzung als Oberbürgermeister von Köln durch die amerikanische Militärregierung.

2. September: Gründungs- und Vorstandsmitglied der "Christlichen-Demokratischen Partei" (CDP) im Rheinland.

Oktober: Absetzung als Oberbürgermeister von Köln durch die britischen Militärbehörden "wegen Unfähigkeit".

1946
22. Januar: Adenauer wird in Herford zum 1. Vorsitzenden der neugegründeten Christlich Demokratischen Union (CDU) in der britischen Besatzungszone gewählt.

März: Mitglied des Zonenbeirats für die britische Besatzungszone und Mitglied des Provinzialrats der Nordrheinprovinz.

17. Juli: Nach Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen wird Adenauer Fraktionsvorsitzender der CDU im ersten Landtag.

1947
5./6. Februar: Auf der Tagung der Arbeitsgemeinschaft von CDU und Christlich Sozialer Union (CSU) in Königstein/Taunus weist Adenauer den vom Berliner CDU-Vorsitzenden Jakob Kaiser (1888-1961) erhobenen Führungsanspruch zurück.

1948
3. März: Tod seiner zweiten Ehefrau Auguste.

1. September: Wahl zum Präsidenten des Parlamentarischen Rates in Bonn.

1949
14. August: Per Direktmandat wird Adenauer Mitglied des 1. Deutschen Bundestages. Er behält sein Mandat bis 1966.

15. September: Wahl zum 1. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland mit nur einer Stimme Mehrheit.

22. November: Gemeinsam mit den Alliierten Hohen Kommissaren unterzeichnet Adenauer das Petersberger Abkommen, das wesentliche Erleichterungen in der Währungs- und Demontagefrage sowie die Berechtigung enthält, konsularische Beziehungen zu westlichen Staaten aufzunehmen und internationalen Organisationen beizutreten.

3. Dezember: Adenauer spricht sich in einem Interview mit dem "Cleveland Plain Dealer" für einen westdeutschen Verteidigungsbeitrag aus.
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Re: Konrad Adenauer

Beitragvon Bahndamm 68 » 18. Juni 2015, 09:52

Lebenslauf Konrad Adenauer Teil 2
1950
13./15. Januar: Treffen mit dem französischen Außenminister Schuman.

20./22. Oktober: Auf dem 1. Bundesparteitag der CDU in Goslar wird Adenauer zum Bundesvorsitzenden gewählt. Bis 1966 wird er immer wieder in diesem Amt bestätigt.

1951
15. März: Adenauer übernimmt zusätzlich das neugeschaffene Amt des Außenministers. Der Schwerpunkt seiner Politik liegt auf einer Westintegration der Bundesrepublik.

18. April: Erster Besuch in Paris zur Unterzeichnung des Vertrages über die Montanunion.

24. September: Beginn der Verhandlungen mit den Alliierten Hohen Kommissaren über die Ablösung des Besatzungsstatuts. Parallel dazu wird in Paris über die Bildung einer Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) verhandelt.

3.-8. Dezember: Erster Besuch in Großbritannien.

1952
10. März: Auf die "Stalin-Note" der Sowjetregierung an die Westmächte zur deutschen Einheit reagiert Adenauer nicht.

26./27. Mai: Unterzeichnung des Deutschlandvertrags über die Beziehungen der Bundesrepublik zu den drei Westmächten in Bonn und des EVG-Vertrages in Paris.

10. September: Unterzeichnung des Luxemburger Abkommens, dem Wiedergutmachungsabkommen mit Israel.

1953
6.-17. April: Besuchsreise durch die USA.

6. September: Nach den 2. deutschen Bundestagswahlen wird Adenauer im Oktober erneut zum Bundeskanzler gewählt.

Oktober: Adenauers enger Vertrauter Hans Globke, der wegen seiner NS-Vergangenheit in die Schlagzeilen gerät, wird zum Staatssekretär und Chef des Bundeskanzleramtes ernannt.

1955
Mit Inkrafttreten der Pariser Verträge erreicht Adenauer die endgültige Souveränität der Bundesrepublik. Er gibt das Auswärtige Amt an Heinrich von Brentano (1904-1964) ab.

9.-13. September: Moskaureise: Herstellung offizieller diplomatischer Beziehungen mit der Sowjetunion. In der Folge können zahlreiche deutschen Kriegsgefangene aus der UdSSR heimkehren.

22. September: Verkündung der Hallstein-Doktrin zur diplomatischen Isolierung der DDR.

1956
23. Mai: Auf einer Tagung des "Bundesverbandes der Deutschen Industrie" (BDI) in Köln greift Adenauer in seiner Rede die Wirtschaftspolitik von Bundeswirtschaftsminister Erhard an.

7. Juli: Der Bundestag verabschiedet das von Adenauer forcierte Wehrpflichtgesetz.

1957
25. März: Unterzeichnung der Römischen Verträge. In den Verträgen einigen sich Frankreich, Italien, die Niederlande, Belgien, Luxemburg und die Bundesrepublik auf die Errichtung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM).

4. April: Adenauer befürwortet gegenüber der Presse die Ausstattung der Bundeswehr mit Kernwaffen als "Weiterentwicklung der Artillerie".

15. September: Bei den Wahlen zum 3. Deutschen Bundestag erreicht die CDU/CSU die absolute Mehrheit. Wiederwahl Adenauers zum Bundeskanzler.

1958
23. Januar: In einer Bundestagsdebatte greifen die ehemaligen Bundesminister des ersten Kabinetts Adenauer Thomas Dehler und Gustav Heinemann die "verfehlte Deutschlandpolitik" Adenauers an.

14./15. September: Adenauer trifft sich mit dem französischen Ministerpräsidenten Charles de Gaulle auf dessen Landsitz in Colombey-les-deux-Eglises zu Gesprächen.

1959
7. April: Nominierung Adenauers zum Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. Zwei Monate später tritt er von der Kandidatur zurück. Mit seinem geplanten Nachfolger im Bundeskanzleramt, dem Wirtschaftsminister Erhard, zeigt sich Adenauer nicht einverstanden.

26./27. August: US-Präsident Eisenhower zu Besuch in Bonn.

1960
16. Januar: Rundfunk- und Fernsehansprache Bundeskanzler Adenauers zu antisemitischen Schmierereien in der Bundesrepublik.

29./30. Juli: Treffen mit dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle in Rambouillet bei Paris.

1961
28. Februar: Adenauers Projekt einer Deutschland-Fernsehen GmbH wird seitens des Bundesverfassungsgerichts als unvereinbar mit dem Grundgesetz bezeichnet.

13. August: Trotz Mauerbau in Berlin unterbricht Adenauer nicht seine Wahlkampfreise; erst am 22. August fliegt er nach Berlin.

17. September: Verlust der absoluten Mehrheit der Unionsparteien bei der Bundestagswahl. Eine Koalition wird von derFreien Demokratischen Partei (FDP) an die Bedingung geknüpft, dass Adenauer noch vor Beendigung der Legislaturperiode zurücktritt.

7. November: Wiederwahl Andenauers zum Bundeskanzler.

1962
2.-8. Juli: Der Staatsbesuch Adenauers in Frankreich wird von de Gaulle als Akt der Versöhnung beider Staaten gestaltet.

4.-9. September: Staatsbesuch de Gaulles in der Bundesrepublik.

Oktober/November: Die Spiegel-Affäre führt zu einer schweren Regierungskrise. Fünf Minister der FDP treten zurück und auch Verteidigungsminister Strauß stellt sein Amt zur Verfügung.

7. Dezember: Adenauers Entschluss, im Herbst 1963 als Bundeskanzler zurückzutreten, wird bekanntgegeben.

1963
22. Januar: Adenauer und de Gaulle unterzeichnen in Paris den Vertrag über deutsch-französische Zusammenarbeit.

23.-26. Juni: Staatsbesuch Präsident Kennedys in der Bundesrepublik und in Berlin.

19. August: Beitritt der Bundesrepublik zum Atomteststopp-Abkommen.

15. Oktober: Rücktritt Adenauers als Bundeskanzler. Sein Nachfolger wird Ludwig Erhard.

1964
In einem Interview mit der Zeitung "Bild am Sonntag" kritisiert Adenauer die Europapolitik Erhards und betont, dass der Weg nach Europa nur über Paris führe.

1965
September: Adenauer spricht sich in einem Zeitschrifteninterview für eine große Koalition aus.

1965-1968
Veröffentlichung der Memoiren unter dem Titel "Konrad Adenauer - Erinnerungen".

1966
23. März: Adenauer verzichtet auf eine erneute Kandidatur zum CDU-Parteivorsitz.

2.-10. Mai: Reise durch Israel.

1967
Februar: Letzte Auslandsreise Adenauers nach Spanien.

19. April: Konrad Adenauer stirbt in Rhöndorf bei Bonn.

25. April: Staatsakt im Bundestag in Bonn. Pontifikalrequiem im Kölner Dom. Beisetzung Adenauers auf dem Waldfriedhof in Rhöndorf.
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Re: Konrad Adenauer

Beitragvon Bahndamm 68 » 24. Februar 2016, 20:22

Nur Bilder von zwei Großen (!)
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Re: Konrad Adenauer

Beitragvon augenzeuge » 21. April 2017, 12:45

Der Edelknabe mag Adenauer ja nicht. Aber ich bin sicher, nach dieser Info denkt er etwas anders..... [wink]

Frühe Fotos zeigen Konrad, etwa als Student, mit einem rundlicheren Gesicht. Richtig ist: Ein Autounfall hatte Adenauers Züge verändert.

Bild

John Foster Dulles (US-Außenminister von 1953 bis 1959) soll ihn einmal gefragt haben, ob unter seinen Vorfahren ein Indianer sei. Mit dieser Vermutung lag er daneben.

Am 20. März 1917 war Adenauers Chauffeur in Köln mittags in eine Straßenbahn gefahren. Beide überlebten, der Fahrer mit leichten Verletzungen, während bei Adenauer die Nase und das ganze Gesicht eingedrückt und mehrere Zähne ausgeschlagen wurden. Operationen folgten, der Unfall hinterließ Spuren in Adenauers Zügen.

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Re: Konrad Adenauer

Beitragvon Bahndamm 68 » 21. April 2017, 13:37

Die Ernennungsurkunde vom 1. Deutschen Bundeskanzlers
49-09-15-Ernennungsurkunde zum Bundeskanzler.jpg


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Re: Konrad Adenauer

Beitragvon augenzeuge » 5. Januar 2026, 17:47

Mindestens Edelknabe freut sich darüber:

Macher der Bundesrepublik: 150 Jahre Konrad Adenauer

In seiner neuen Biografie legt Norbert Frei den Fokus besonders auf diese Jahre Adenauers im Nationalsozialismus. Er sei ein Mensch gewesen, der das „Dritte Reich in einer inneren Emigration“ erlebt habe, so der Historiker.

„Nachdem er 1933 aus seinem Amt als Kölner Oberbürgermeister gejagt worden war, hat er sich im Grunde genommen zwölf Jahre lang auf mehr oder weniger dramatische Weise von den Nationalsozialisten sekiert und verfolgt gesehen“, erklärt Frei. „Er ist dann ein Jahr fast im Kloster Maria Lach gewesen, er hat sich ganz zurückgezogen auf seine Familie konzentriert.“


1963 tritt der 88-jährige Adenauer als Bundeskanzler zurück. Am 19. April 1967 stibt er in seinem Haus in Rhöndorf bei Bonn. Gerade angesichts heutiger Krisen der westlichen Ordnung gewinne Adenauers Politik neue Aktualität, findet Historiker Norbert Frei:

„Wir sehen jetzt, nach fast acht Jahrzehnten, dass dieser Weg der konsequenten Westbindung der Bundesrepublik durch die äußeren Entwicklungen an ein Ende zu geraten scheint“, resümiert Frei. Es lenke auch nochmal das Interesse darauf, wie diese politische Realität damals unter Adenauer gestaltet worden sei.


https://www.swr.de/kultur/geschichte/ko ... k-100.html


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Re: Konrad Adenauer

Beitragvon pentium » 5. Januar 2026, 17:55

augenzeuge hat geschrieben:Mindestens Edelknabe freut sich darüber:

Macher der Bundesrepublik: 150 Jahre Konrad Adenauer

In seiner neuen Biografie legt Norbert Frei den Fokus besonders auf diese Jahre Adenauers im Nationalsozialismus. Er sei ein Mensch gewesen, der das „Dritte Reich in einer inneren Emigration“ erlebt habe, so der Historiker.

„Nachdem er 1933 aus seinem Amt als Kölner Oberbürgermeister gejagt worden war, hat er sich im Grunde genommen zwölf Jahre lang auf mehr oder weniger dramatische Weise von den Nationalsozialisten sekiert und verfolgt gesehen“, erklärt Frei. „Er ist dann ein Jahr fast im Kloster Maria Lach gewesen, er hat sich ganz zurückgezogen auf seine Familie konzentriert.“


1963 tritt der 88-jährige Adenauer als Bundeskanzler zurück. Am 19. April 1967 stibt er in seinem Haus in Rhöndorf bei Bonn. Gerade angesichts heutiger Krisen der westlichen Ordnung gewinne Adenauers Politik neue Aktualität, findet Historiker Norbert Frei:

„Wir sehen jetzt, nach fast acht Jahrzehnten, dass dieser Weg der konsequenten Westbindung der Bundesrepublik durch die äußeren Entwicklungen an ein Ende zu geraten scheint“, resümiert Frei. Es lenke auch nochmal das Interesse darauf, wie diese politische Realität damals unter Adenauer gestaltet worden sei.


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Re: Konrad Adenauer

Beitragvon augenzeuge » 5. Januar 2026, 19:40

Du kannst nicht für den Edelknaben antworten. [denken]

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Re: Konrad Adenauer

Beitragvon Icke46 » 5. Januar 2026, 22:07

Eine Freude ist immer gewesen, wenn man den Adenauer-Spruch zitiert hat, dass östlich von Hannover die mongolischen Horden marodieren, da fühlte man sich sofort mitgenommen [grins] ……
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Re: Konrad Adenauer

Beitragvon augenzeuge » 6. Januar 2026, 07:26

Icke46 hat geschrieben:Eine Freude ist immer gewesen, wenn man den Adenauer-Spruch zitiert hat, dass östlich von Hannover die mongolischen Horden marodieren, da fühlte man sich sofort mitgenommen [grins] ……


Ich empfehle sehr, Adenauer nicht auf einzelne Aussagen hin, einzuschätzen. Der Mann war in seinem Denken und Handeln sehr unterschiedlich, vor allem im Vergleich bis 1933 und nach 1945, aber eins war ihm wichtig. Die Stabilität und das Wohl unseres Landes. Heute fehlen solche Politiker. Im DLF kam gestern ein kurzer Bericht zum Leben Adenauers. Unbedingt mal reinhören.

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Re: Konrad Adenauer

Beitragvon Icke46 » 6. Januar 2026, 11:38

Naja, ich weiß nicht, ob man den Adenauer einfach so in die Jetztzeit übertragen kann. Wenn ich das richtig sehe, hatte er damals weltpolitisch gesehen drei Möglichkeiten: entweder eine West-Anbindung, einmal ein neutrales Deutschland oder eben eine Ost-Anbindung. Die dritte Möglichkeit schied nach seiner Denke logischerweise aus, aber blieben immerhin noch zwei.

Heute gibt es zwei Optionen: Kampf gegen Russland oder Kampf gegen die USA, alternativ gegen beide gleichzeitig. Einzige dritte Möglichkeit ist, einer der beiden Seiten dahin zu kriechen, wo es am wärmsten ist, und für den warmen Platz noch ein paar 100 Billionen Dankesprämie zu schicken.

Was ich allerdings zugebe: Adenauer war durchaus ein Kanzler mit Zielen, ebenso wie Brandt, Schmidt und erstaunlicherweise Schröder. Alle anderen hatten eigentlich primär nur ein Ziel: Die nächste Wahl gewinnen, auch wenn die zu diesem Zweck getroffenen Entscheidungen das Land über kurz oder lang in den Ruin treiben…..
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Re: Konrad Adenauer

Beitragvon pentium » 6. Januar 2026, 14:00

Kritische Fragen
Im historischen Rückblick sind die Verdienste Adenauers unbestreitbar, wiewohl man gerade im distanzierten Rückblick auch Fragen stellen kann.

War beispielsweise die schnelle, glatte Zurückweisung der Stalin-Note 1952 nicht doch ein historischer Fehler? Hätte man nicht zumindest sondieren müssen und dann womöglich pokern können mit dieser außenpolitischen Steilvorlage? Auch gegenüber den Westalliierten gab es damals ja noch einiges durchzusetzen – das Londoner Schuldenabkommen von 1953 gab es noch nicht, um nur ein Beispiel zu nennen – und die Stalin-Note verbesserte gewiss die Verhandlungsposition auch in Richtung Westen.

Eine weitere Anfrage betrifft den Umgang mit den Vertriebenen: Hier stand nach 1949 der Fokus ganz einseitig auf der Integration, während man in Sonntagsreden vor Vertriebenen die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr beschwor, auch Adenauer redete so. Die historische Gefahr der Assimilation der Ost- und Sudetendeutschen wurde überhaupt nicht gesehen; der Lastenausgleich war – gerade im historischen Rückblick – viel zu gering bemessen und die Vertreibungsverluste und -verbrechen wurden viel zu wenig erforscht und dokumentiert. Vielleicht fehlte dem Preußen-Gegner Adenauer ja wirklich das Gespür und das tiefere Verständnis für den deutschen Osten, wie SPD-Chef Kurt Schumacher (ein Westpreuße aus Kulm) so oft beklagte.

Ein drittter Punkt betrifft die Zuwanderung. Das Wirtschaftswunder führte schon ab Mitte der 1950er Jahre in einigen Sektoren zu Arbeitskräftemangel, vor allem im Bergbau. Die Politik reagierte darauf 1955 mit dem ersten Anwerbeabkommen für „Gastarbeiter“, dessen Jahrestag unlängst gefeiert wurde. Gerade im Rückblick muss man fragen, warum der damalige Arbeitskräftemangel nicht einfach durch stärkere Lohnerhöhungen abgestellt wurde – ein Mittel, das populär ist und sehr zuverlässig wirkt. Die Stadtbilder in Deutschland würden heute anders aussehen, wenn Adenauer das soziale und ökonomische Experiment der Gastarbeiteranwerbung nicht zugelassen hätte.
https://paz.de/artikel/kanzler-der-alli ... 16380.html
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Re: Konrad Adenauer

Beitragvon Edelknabe » 7. Januar 2026, 10:04

Irgend wo mal gelesen, der Mann soll Jude (jüdischer Abstammung) gewesen sein? Ist das ne Ente oder da etwas dran?

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Re: Konrad Adenauer

Beitragvon karnak » 7. Januar 2026, 10:22

Klingt ein bisschen so als ob man fragen wollte ob er Syphilis hatte. [flash]
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Re: Konrad Adenauer

Beitragvon pentium » 7. Januar 2026, 10:45

Edelknabe hat geschrieben:Irgend wo mal gelesen, der Mann soll Jude (jüdischer Abstammung) gewesen sein? Ist das ne Ente oder da etwas dran?

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Wo hast du den Quatsch wieder her? Wenn du dich mit dem Lebenslauf von A. beschäftigen würdest, kannst du dir die Antwort selber geben.
Konrad Adenauer hatte keine jüdischen Vorfahren; seine Familie war römisch-katholisch geprägt und er selbst war tief im katholischen Glauben verwurzelt, obwohl er enge Kontakte zu jüdischen Mitbürgern pflegte und sich nach dem Holocaust stark für die Wiedergutmachung einsetzte, was seine frühe pro-palästinensische Haltung und sein Engagement für Israel erklären.
Adenauer wurde 1876 in Köln geboren, sein Vater war Justizsekretär, seine Familie katholisch. Er wuchs in einer streng katholischen Umgebung auf und war ein überzeugter Katholik.
Davon abgesehen, wozu willst du das wissen?
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Re: Konrad Adenauer

Beitragvon Edelknabe » 7. Januar 2026, 18:01

Na ja Pentium, das waren bestimmt ein paar Altnazis im damaligen Wirtschaftswunderland, die den Kerl mit der großen Nase madig machen wollten. So katholisch wie der war Karnak , da kam bestimmt noch nicht mal ein ganz normaler Tripper in Betracht.

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Re: Konrad Adenauer

Beitragvon pentium » 7. Januar 2026, 18:04

Edelknabe hat geschrieben:Na ja Pentium, das waren bestimmt ein paar Altnazis im damaligen Wirtschaftswunderland, die den Kerl mit der großen Nase madig machen wollten. So katholisch wie der war Karnak , da kam bestimmt noch nicht mal ein ganz normaler Tripper in Betracht.

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Re: Konrad Adenauer

Beitragvon karnak » 7. Januar 2026, 18:38

Edelknabe hat geschrieben:Na ja Pentium, das waren bestimmt ein paar Altnazis im damaligen Wirtschaftswunderland, die den Kerl mit der großen Nase madig machen wollten. So katholisch wie der war Karnak , da kam bestimmt noch nicht mal ein ganz normaler Tripper in Betracht.

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Was ich eigentlich sagen wollte,was ist denn das für eine Frage? [flash] Welche Bedeutung hätte es denn wenn er in bisschen mehr oder weniger Jude gewesen wäre? [flash]
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Re: Konrad Adenauer

Beitragvon augenzeuge » 7. Januar 2026, 18:54

karnak hat geschrieben: Welche Bedeutung hätte es denn wenn er in bisschen mehr oder weniger Jude gewesen wäre? [flash]


Vermutlich hätte er das Reich nicht überlebt. Die Nazis hatten ihn ja bereits eingesperrt. [denken]

Ich glaube, der Edelknabe sieht Adenauer nicht sehr realistisch... das mag auch schwer sein, wenn die Meinung damals durch die DDR Presse gebildet wurde. [denken]

Für das Land war der Mann damals wirklich richtig gut. Er hat wirklich mit allen politischen Möglichkeiten versucht, ein besseres Deutschland zu schaffen.

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Re: Konrad Adenauer

Beitragvon pentium » 7. Januar 2026, 19:00

augenzeuge hat geschrieben:
karnak hat geschrieben: Welche Bedeutung hätte es denn wenn er in bisschen mehr oder weniger Jude gewesen wäre? [flash]


Vermutlich hätte er das Reich nicht überlebt. Die Nazis hatten ihn ja bereits eingesperrt. [denken]

Ich glaube, der Edelknabe sieht Adenauer nicht sehr realistisch... das mag auch schwer sein, wenn die Meinung damals durch die DDR Presse gebildet wurde. [denken]

Für das Land war der Mann damals wirklich richtig gut. Er hat wirklich mit allen politischen Möglichkeiten versucht, ein besseres Deutschland zu schaffen.

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Man hat dem edlen Knaben ja immer was von den bösen Bonner Ultras erzählt....DDR wirkt
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