Karl Marx

Karl Marx

Beitragvon augenzeuge » 5. Oktober 2017, 21:46

Vor 150 Jahren erschien „Das Kapital“, Karl Marx’ wissenschaftliches Hauptwerk. Seine zentralen Vorhersagen lagen daneben. Und wie Kommunismus praktisch funktionieren sollte, darüber hatte er so gut wie nichts zu sagen.

Die kommunistische Wirtschaftsweise ist überall da, wo sie ausprobiert wurde, opferreich gescheitert. Kann man dafür Marx verantwortlich machen?

„Das Kapital“ ist keine einfache Lektüre. Millionen Leser, die das Buch freiwillig oder gezwungenermaßen im Marxismus-Unterricht studierten, fragen sich wohl verzweifelt, was Marx wirklich gemeint hat. Er selbst beklagte viele Missverständnisse unter seinen Anhängern.

Zu Marx’ größten Fehlprognosen zählt seine Vorhersage einer wachsenden Verelendung der Arbeiterschaft im Kapitalismus.

Die Verhältnisse (um 1850 in Manchester) waren in der Tat unerträglich und schienen sich von Jahr zu Jahr zu verschlechtern. Sie (Marx+ Engels) behaupteten, eine Abwärtsspirale werde immer weitergehen. Wirtschaftshistoriker haben dagegen gezeigt, dass die zur Mitte des 19. Jahrhunderts sinkenden Reallöhne eng mit dem starken Bevölkerungswachstum zusammenhingen. Die Einwohnerzahl Großbritanniens hat sich von 1800 bis 1850 verdoppelt. Dass diese rasant wachsende Bevölkerung, die vom Land in die Städte drückte, überhaupt ernährt werden konnte (zunächst mehr schlecht als recht), lag an den neuen industriellen Beschäftigungsmöglichkeiten. Ohne die kapitalistische Produktionsausweitung wäre die malthusianische Falle zugeschnappt mit der Folge einer Existenzkrise.

Wo Marx wieder falsch lag, war sein Bild des Unternehmers, des „Kapitalisten“: Dieser erscheint als Getriebener, nicht als Vorantreibender.

Noch nach dem Zusammenbruch des Kommunismus 1989/1990 wurde Marx von Anhängern zugute gehalten, dass er – trotz des real-sozialistischen Scheiterns, das viel Leid gebracht hatte – im Grunde ein großer Humanist gewesen sei. Wirklich? Aus Marx’ Schriften und Briefen spricht oft unbändiger Hass und scharfes Ressentiment, ein verbitterter Mann, der nicht nur kapitalistische „Klassenfeinde“ entmenschlicht, sondern auch politische Gegner und konkurrierende Linke beschimpft. Marx sprach ganzen Völkern die Existenzberechtigung ab. Die Osteuropäer, besonders die Polen, bezeichnete er als „Völkerabfälle“. Gegen Juden hat Marx (obwohl selbst einer jüdischen Familie entstammend) gern und oft gehetzt. Außereuropäer, ob Chinesen oder Afrikaner, verachtete er.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/w ... ageIndex_1

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Re: Karl Marx

Beitragvon Spartacus » 6. Oktober 2017, 17:00

Ja, ja die FAZ. [flash]

Zu Marx’ größten Fehlprognosen zählt seine Vorhersage einer wachsenden Verelendung der Arbeiterschaft im Kapitalismus.


Nun was erleben wir dann gerade ganz aktuell?

Hier mal zum Ausgleich die StN:

Zutreffend war in jedem Fall Marx’ Prognose, wonach der Kapitalismus zur Konzentration neigt, zur Herausbildung einiger weniger weltumspannender Unternehmen.


http://www.stuttgarter-nachrichten.de/i ... 90c6c.html

Das Kapital werde ich lesen, wenn ich in Rente bin. Vorher langt einfach die Zeit nicht aus. [flash]

LG

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Re: Karl Marx

Beitragvon augenzeuge » 6. Oktober 2017, 18:01

Spartacus hat geschrieben:Nun was erleben wir dann gerade ganz aktuell?
Sparta


Wir erleben, dass es einer großen Masse von AN bisher nicht besser gegangen ist. Wenn Marx das doch nur erkennen könnte.....natürlich ist das mit Manchester des Jahres 1860 nicht zu vergleichen...

Am Beispiel China ist der Unterschied zwischen kommunist. System und freier Marktwirtschaft am krassesten. Wie vielen Bürgern geht es dort jetzt besser?

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Re: Karl Marx

Beitragvon augenzeuge » 5. Januar 2018, 18:07

Marx in der DDR - über die Schwierigkeiten des Zurückblickens, politische Legitimation durch Bilder und Debatten in der Nische. Eine Reise ins Jahr 1983.

Wie also war das damals mit diesem Karl Marx? Wo fängt man an auf der Suche nach ihm in der DDR? Bei den Bildern? Es gehört zur Tragik des realsozialistischen Scheiterns, dass es für dessen nachträgliche Illustration so viel Material gleichsam schon auf Vorrat produzierte und damit eine Ästhetik des Erinnern, in dem schon der abfällige Lacher steckt. Zum Beispiel die lange Schlange der auf knappe Waren Wartenden vor einem Geschäft für Obst und Gemüse in Weimar, in dessen Schaufenster anlässlich des Marx-Jahres 1983 über Pyramiden von Einweckgläsern ein Konterfei des »Begründers des wissenschaftlichen Sozialismus« mit den Worten prangt: »Karl Marx lebt in uns und unseren Taten.« Jaja, spricht da sogleich das verallgemeinerte Urteil über die DDR im Kopf, einen der größten Ökonomen aller Zeiten abfeiern, aber nicht aus der Mangelwirtschaft herauskommen!

Bild Foto v. Uwe Gerig

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https://marx200.org/blog/groesster-sohn ... erhoeschen
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Re: Karl Marx

Beitragvon AkkuGK1 » 5. Januar 2018, 21:15

und in einem Briefwechsel betonte Marx: in einer neuen Weltordnung haben solche Untervölker wie Basken oder die schottischen Highlander nichts verloren. Nein Danke Herr Murks. Das Kapitalismus nicht schön ist, dürfte klar sein, doch Kommunismus - das ist das Allerletzte.
Eine soziale Marktwirtschaft, kein ungehemmter Kapitalismus.
Have you seen the bigger piggies
In their starched white shirts
You will find the bigger piggies
Stirring up the dirt
Always have clean shirts to play around in.

Everywhere there's lots of piggies
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With their piggy wives
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Re: Karl Marx

Beitragvon Bahndamm 68 » 6. Januar 2018, 20:14

....................................Philosoph, Nationalökonom und Journalist
1818
5. Mai:
Karl Marx wird als drittes von neun Kindern des Rechtsanwalts Heinrich Marx (bis 1808: Hirsch Mordechai) und dessen Frau Henriette (geb. Pressburg) in Trier geboren. Sowohl väterlicher wie auch mütterlicherseits stammt die Familie Marx von Rabbinerfamilien ab. Kurz vor Karls Geburt war sein Vater zum Protestantismus übergetreten, um seinen Beruf als Rechtsanwalt weiter ausüben zu können.

1824
Marx wird zusammen mit seinen Geschwistern getauft.

1830-1835
Besuch des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Trier.

1835
Studium der Rechtswissenschaften in Bonn.

1836
Heimliche Verlobung mit Jenny von Westphalen, die er von Kindesbeinen an kennt, da ihre Väter eng befreundet sind.

1836-1841
Studium der Rechtswissenschaften und Philosophie in Berlin. Dort nähert er sich dem Kreis der "Junghegelianer" an.

1841
Promotion in absentia an der Universität Jena. Seine Dissertation mit dem Titel "Differenz der demokritischen und epikureischen Naturphilosophie" widmet er seinem Mentor und künftigen Schwiegervater, dem preußischen Regierungsrat Ludwig von Westphalen (1770-1842).
Marx bemüht sich vergeblich, in die Hochschullaufbahn übernommen zu werden.

1842-1843
Redakteur, ab Oktober Chefredakteur der liberalen "Rheinischen Zeitung für Politik, Handel und Gewerbe" in Köln.

1843
Obwohl Marx wenige Tage vor dem offiziellen Verbot der Zeitung die Chefredaktion niederlegt, kann er die Einstellung der Rheinischen Zeitung nicht verhindern. Die letzte Ausgabe erscheint am 31. März 1843.
19. Juni:
Heirat mit seiner Jugendliebe Jenny von Westphalen in Bad Kreuznach. Aus der Ehe gehen sieben Kinder hervor. Zeit ihres Lebens unterstützt sie Marx bei seiner wissenschaftlichen und publizistischen Tätigkeit, indem sie ihm bei Korrespondenzen hilft, seine Werke abschreibt und seine kaum lesbare Schrift für den Drucker "übersetzt".
Oktober:
Marx geht mit seiner Frau nach Paris, wo er sich unter anderem mit dem deutschen Dichter Heinrich Heine (1797-1856) anfreundet.

1844
Gemeinsam mit Arnold Ruge (1802-1880) Herausgeber der Zeitschrift "Deutsch-Französische Jahrbücher".
Beginn der lebenslangen Freundschaft und Zusammenarbeit mit dem Fabrikantensohn Friedrich Engels, dem Marx 1842 in Köln erstmalig begegnet war.

1845
Auf Betreiben der preußischen Regierung wird Marx aus Paris ausgewiesen.
Seine preußische Staatsangehörigkeit gibt er auf und bleibt Zeit seines Lebens staatenlos.
Umzug nach Brüssel.

1847
Marx und Engels erhalten von dem mittlerweile in "Bund der Kommunisten" umbenannten "Bund der Gerechten" den Auftrag, eine programmatische Schrift für die Reorganisation des Bundes zu verfassen.
Gemeinsam mit Engels gründet er in Brüssel den "Deutschen Arbeiterverein".

1848
Februar:
In London wird das von Marx und Engels gemeinsam verfasste "Manifest der Kommunistischen Partei" veröffentlicht, das mit den Worten "Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus" beginnt und mit dem Aufruf "Proletarier aller Länder vereinigt euch!" schließt. Bis heute sind rund 1.200 Nachdrucke in nahezu allen Schriftsprachen der Welt erschienen.
1848/49
Während der Revolutionsjahre nach Köln zurückgekehrt, gibt er dort die "Neue Rheinische Zeitung" heraus, die dem linken Flügel der Demokraten nahe steht und in der er eine einheitliche deutsche Republik und den gemeinsamen Kampf der deutschen Staaten gegen das reaktionäre Russland fordert.

1849
16. Mai:
Ausweisung aus Deutschland.
24. August:
Ankunft in London, wo er bis zu seinem Tod seinen Wohnsitz behält. Er arbeitet für verschiedene internationale Zeitungen, u.a. die "New York Daily Tribune", die Londoner "The Peoples Paper" und die Breslauer "Neue Oder-Zeitung". Gelegentliche Zuwendungen seines Freundes Engels sowie Erbschaften seiner Frau Jenny helfen die teilweise katastrophale finanzielle Notlage zu überbrücken. Vier seiner sieben Kinder sterben, bevor sie das zehnte Lebensjahr erreichen.

1850
Herausgeber der "Neuen Rheinischen Zeitung. Politisch-ökonomische Revue" (Hamburg-New York).
Beginn der Beziehung mit seiner Haushälterin Helena Demuth (1823-1890), mit der er einen gemeinsamen Sohn hat.

1852
Das Resultat seiner Aufarbeitung des Scheiterns der Revolutionen von 1848 mündet in der Artikelserie "Der achtzehnte Brumaire des Louis Napoleon", die zuerst in der Zeitschrift "Die Revolution" in New York erscheint und 1869 in Hamburg publiziert wird. .

1859
Veröffentlichung der "Kritik der politischen Ökonomie", in der Marx die Produktionsverhältnisse einer Gesellschaft in ihren Wirkungen auf die allgemeinen gesellschaftlichen Verhältnisse genauer zu analysieren versucht.
Mit seinen zahlreichen Veröffentlichungen wird Marx zusammen mit Engels einer der Führer der neuen Bewegung des Sozialismus.

1861
Reise nach Deutschland.
Treffen mit Ferdinand Lassalle in Berlin.
Bis 1862 Mitarbeiter der Wiener Zeitung "Die Presse".

1863
Mit dem Tod der Mutter tritt Marx das väterliche Erbe an, wodurch sich die finanzielle Situation der Familie erheblich verbessert.

1864
Maßgebliche Beteiligung an der Gründung der "Internationalen Arbeiterassoziation", auch "Erste Internationale" genannt, in London, für die er eine Inauguraladresse und die Statuten verfasst.

1865
Bruch mit dem 1863 von Lassalle gegründeten "Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein".

1866
Auf dem ersten Kongress der Internationalen Arbeiter-Assoziation in Genf wird Marx in Abwesenheit in den Generalrat gewählt.

1867
Veröffentlichung des ersten Buches von Marx Hauptwerk "Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie". Die Bücher II und III in drei Bänden werden nach seinem Tod von Engels herausgegeben.

Ab 1868
Engels übernimmt die gesamte Finanzierung des Marxschen Haushalts und kommt für alle Schulden auf. Marx ist es dadurch möglich, sich ganz seiner wissenschaftlichen Arbeit zu widmen.

Ab 1871
Mitarbeiter der Leipziger Zeitung "Der Volksstaat. Organ der sozial-demokratischen Arbeiterpartei und der Internationalen Gewerkschaftsgenossenschaften".
Mit der sich rasch entwickelnden deutschen Arbeiterbewegung steht Marx über persönliche und briefliche Kontakte in Verbindung; die Entwicklung der ersten deutschen Arbeiterpartei zur Sozialdemokratie und ihr Gothaer Programm von 1875 kritisiert er durch seine "Randglossen zum Gothaer Programm".
Marx gibt mit seinen theoretischen Arbeiten der Sozialismusbewegung eine wissenschaftliche Grundlage, die in unterschiedlicher Auslegung von den überall entstehenden sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien als ideologisches Fundament übernommen wird.

1872
8. April:
Der erste Band des gesellschaftstheoretischen Werks "Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie" von Karl Marx erscheint in russischer Sprache. Damit liegt die erste Übersetzung des 1867 erschienen Werkes vor.

1881
2. Dezember:
Tod seiner Frau Jenny.

1882
Reisen in die Schweiz, Frankreich und Algier.

1883
14. März:
Karl Marx stirbt in London.
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kann die Gegenwart nicht begreifen
und die Zukunft nicht gestalten.
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Re: Karl Marx

Beitragvon augenzeuge » 6. Januar 2018, 22:51

Wenn er so schlau war, anderen mitteilte, wer welches Geld bekommen sollte, warum konnte er sein Wissen dann bei sich nie anwenden? Er war eigentlich Zeit seines Lebens ein Fall für den Gerichtsvollzieher, bei den Schulden. Oder wendete er es doch an, in dem er den reichen Fabrikantensohn aus dem Bergischen Land schröpfte? [flash]

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